Themenspecial Reise und Roaming Preise

Neue Telekom-Tarife: congstar gerät in Zugzwang

Wir zeigen auf, dass Telekom-Tarife zum Teil ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis bieten als der Discounter congstar. Für Wenignutzer gibt es bei der Telekom allerdings keine Angebote mehr.
AAA
Teilen

Telekom bietet Vorteile gegenüber congstarTelekom bietet Vorteile gegenüber congstar Zum 19. April hat die Deutsche Telekom neue Smartphone-Tarife angekündigt. Der Einsteiger-Tarif MagentaMobil S kostet dann stolze 34,95 Euro. Dafür bekommen die Kunden eine Allnet-Flat mit 1 GB ungedrosseltem Datenvolumen pro Monat. Der Internet-Zugang ist über EDGE, DC-HSPA und LTE möglich. Dabei stehen bis zu 150 MBit/s im Downstream zur Verfügung.

Ohne Aufpreis bekommen die Kunden außerdem die Flatrate für die Nutzung der WLAN-Hotspots der Deutschen Telekom sowie die EU-Roaming-Option. Damit kann die Dreifach-Flatrate für Telefonate, den SMS-Versand und die mobile Internet-Nutzung in der gesamten Europäischen Union sowie in der Schweiz, in Norwegen und Island genutzt werden.

Noch bis zum 18. April lässt sich der Tarif für 29,95 Euro pro Monat buchen. Die Kunden bekommen dann ebenfalls 1 GB ungedrosseltes Datenvolumen im Monat, müssen aber auf die Hotspot-Flatrate und das inkludierte Roaming verzichten. Dabei bringt die Telekom ausgerechnet die eigene Discount-Tochterfirma congstar in Zugzwang.

congstar: WLAN und Roaming nicht inklusive

congstar bietet für 30 Euro im Monat ebenfalls eine Allnet-Flat mit regulär 1 GB Highspeed-Datenvolumen an. Hier bekommen die Kunden derzeit im Rahmen einer Aktion für zwei Jahre das doppelte Datenvolumen. Dafür fehlen aber die Hotspot-Flatrate und das International Roaming ohne Aufpreis. Vor allem aber fehlt bei congstar der LTE-Zugang, der einen zeitgemäßen mobilen Internet-Zugang auch in Regionen bringt, in denen die Telekom ihr UMTS-Netz nicht ausgebaut hat. In solchen Gegenden müssen congstar-Kunden mit EDGE und damit einem sehr langsamen Online-Zugang vorlieb nehmen.

Im Rahmen der Aktion verdoppelt congstar nicht nur das Datenvolumen auf 2 GB, sondern die Kunden können im UMTS-Netz auch mit 42 anstelle der sonst üblichen 21 MBit/s surfen. Allerdings gilt diese Verbesserung nur für zwei Jahre. Zudem nutzen weder die höhere Datengeschwindigkeit noch das verdoppelte Volumen etwas, wenn der Kunde sich in einem Gebiet ohne UMTS-Abdeckung aufhält. Hier bietet die zusätzliche LTE-Abdeckung für direkte Telekom-Kunden klare Vorteile.

Telekom mit MagentaEINS preiswerter als congstar

Wirklich attraktiv ist die Allnet-Flat Plus von congstar demnach nicht mehr. Das gilt vor allem für Interessenten, die auch einen Festnetz-Anschluss bei der Deutschen Telekom nutzen. Diese Klientel hat nämlich die Möglichkeit, beide Verträge zu MagentaEINS zusammenzufassen. Dann ergibt sich ein monatlicher Preisvorteil von 10 Euro, so dass der Smartphone-Vertrag bei Abschluss bis 18. April rechnerisch nur noch 19,9 Euro im Monat kostet. Wer sich für den Tarif mit Hotspot- und Roaming-Flatrate entscheidet, der ab 19. April buchbar ist, zahlt in Verbindung mit MagentaEINS monatlich 24,95 Euro. Das sind immer noch rund 5 Euro weniger als bei congstar.

congstar punktet bei Tarifen für Wenignutzer

Der Discounter kann indes bei Wenignutzern punkten, indem er eine Allnet-Flat ohne SMS und mit 500 MB Daten für 20 Euro im Monat anbietet. Auch hier ist bei Vertragsabschluss via Internet bis zum Monatsende die Datenturbo-Option zwei Jahre lang ohne Aufpreis inklusive, so dass das Highspeed-Volumen für zwei Jahre auf monatlich 1000 MB steigt.

Als weitere Alternative ist der Tarif congstar smart verfügbar, der für 10 Euro im Monat 300 Minuten und 100 SMS in alle Netze sowie 300 MB Highspeed-Datentraffic bietet (im Rahmen der aktuellen Aktion zwei Jahre lang jeweils 600 MB). Die Telekom wiederum hat für derartige Gelegenheitsnutzer aktuell überhaupt keine Smartphone-Tarife mehr im Angebot.

Der Discounter muss nachlegen

Unsere Beispiele zeigen, dass congstar vor allem für Wenignutzer interessante Angebote hat, während die Telekom bei Kunden punktet,die ihr Smartphone intensiver nutzen. Wenn congstar auch für diesen Kundenkreis attraktiv bleiben möchte, wäre eine LTE-Option zwingend erforderlich. Auch die Roaming-Konditionen des Discounters sind im Jahr 2016 nicht mehr zeitgemäß. So gilt für Telefonate und SMS im Ausland der regulierte EU-Standard-Tarif. Für die Internet-Nutzung lassen sich Tagespässe mit 50 MB Volumen für 2,90 Euro und 100-MB-Wochenpakete für 9,90 Euro buchen. Eine Möglichkeit, die innerdeutsche Allnet-Flat ins Ausland mitzunehmen, besteht nicht.

Teilen

Mehr zum Thema congstar