Aufklärung

Gute oder böse Cloud?: Portal klärt über Chancen und Risiken auf

Unter cloud.irights.info sollen Nutzer künftig Infos über die Cloud finden
Von mit Material von dpa
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Gute oder böse Cloud?: Portal klärt über Chancen und Risiken aufWissenswertes über die Cloud Viele Smartphone- oder Tablet-Hersteller setzen bei ihren Geräten nicht mehr allein auf den lokalen Speicher. Zur Erwei­terungen des Speicher­platzes wird zunehmend auch auf Cloud-Anwendungen gesetzt. Daten wie Fotos, Musik und Dokumente werden dabei nicht auf dem Handy, Tablet oder Computer abgelegt, sondern auf externen Servern im Internet. Vorreiter der Nutzung des virtuellen Speichers sind Apple mit dem eigenen Dienst iCloud und HTC mit Dropbox als Koope­rations­partner. Aber auch in tagtäglich genutzten Diensten wie dem Versenden von E-Mails über einen Server wie Hotmail oder Yahoo! oder dem Schreiben von Nachrichten über soziale Netz­werke wie Facebook versteckt sich die Cloud.

Obwohl Cloud Computing mittlerweile vielen Nutzern ein Begriff ist, wird der Frage, wo die persönlichen Daten eigentlich landen, noch relativ wenig Beachtung geschenkt. Vielmehr steht nicht selten das Preis-Leistungs-Verhältnis der Cloud-Dienste im Mittelpunkt. Dabei sollte gerade dem Wirkungs­ort der jeweiligen Anbieter besondere Bedeutung beigemessen werden. Steht der Server wie bei Dropbox, Apples iCloud und Amazon beispiels­weise in den USA, greifen hier auch nicht die deutschen Daten­schutz­bestimmungen.

Nutzer haben in diesen Fällen kaum Möglichkeit zu überprüfen, wer auf die persönlichen Daten zugreift. Zwar bieten die AGB des jeweiligen Dienstes, die auch als Nutzungs­bedingungen, Daten­schutz­erklärung, Terms of Service (ToS) oder EULA betitelt sein können, gewisse Rück­schlüsse darauf, wie der Betreiber mit dem Daten­schutz umgeht. Verlassen sollte man sich auf solche Versprechen aber nicht. So darf die US-Regierung beispielsweise alle Daten auf Cloud-Servern von US-Unternehmen einsehen, wenn es Anzeichen auf Gefahr der nationalen Sicherheit gibt.

Ein weiterer Knack­punkt liegt in dem Cloud-System an sich: Anders als bei lokal auf der Fest­platte abgelegten Daten brauchen Nutzer beim Zugriff auf die Cloud eine Internet-Verbindung. Ohne diese bleibt die Tür zu den Bildern, Dokumenten und Filmen geschlossen. Auch technische Probleme seitens der Anbieter kann zu Zugriffs­problemen führen. Stürzt der Server ab, sind auch die Daten zeitweise nicht mehr erreichbar.

Neues Portal soll häufige Fragen zur Cloud klären

Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Cloud-Diensten sieht auch die Politik endlich Handlungsbedarf: Cloud-Anbieter sollen mehr Aufklärung über die Verwendung und die Sicherheit der bei ihnen gespeicherten Daten garantieren.

Auch Bundes­verbraucher­ministerin Ilse Aigner (CSU) betonte, dass "die Selbstbestimmung der Nutzer und deren Kontrolle über ihre Daten" gestärkt werden müsse. Sie forderte die Europäische Union auf, die Besonderheiten des Cloud Computing bei der noch zu verabschiedenden Daten­schutz­verordnung stärker zu berück­sichtigen. Gleich­zeitig verwies sie auf die Ende September von der EU-Kommission vorgelegte Strategie zur "Freisetzung des Cloud-Computing-Potenzials in Europa", mit der technische Standards entwickelt und ver­trauens­würdige Anbieter zertifiziert werden sollen. "Ich sehe allerdings noch Nach­besserungs­bedarf in puncto Daten­schutz und Vertrags­recht", so Aigner.

Unter der Web-Adresse www.cloud.irights.info sollen Internet-Nutzer künftig alles Wissens­werte rund um die Cloud-Technologie finden. Das Ziel sei, auf einfache Fragen einfache Antworten zu geben. Alle Infor­mationen sind in häufig genutzte Bereiche unterteilt wie Dokumente, Filme, Musik, Fotos oder Spiele. Das Bundes­verbraucher­ministerium fördert den Aufbau des Portals nach eigenen Angaben mit einem Betrag von 120 000 Euro. "Mit dem neuen Portal schaffen wir eine zentrale Anlauf­stelle für alle Internet-Nutzer rund um Cloud Computing", sagte Aigner. Hinter dem Portal steht ein gemein­nütziger Verein, der das Portal irights.info betreibt und sich bislang schwer­punkt­mäßig mit Fragen rund um das Urheber­recht im digitalen Zeit­alter befasst.

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