Datensicherheit

Unternehmen: Skepsis der Cloud-Nutzer seit NSA-Affäre gestiegen

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden werden Datenschutz und Datensicherheit verstärkt in den Unternehmen thematisiert. Aus diesem Grund sind sie auch skeptischer, was den Gebrauch von Cloud-Diensten angeht.
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Unternehmen haben Bedenken bei der Nutzung von Cloud-DienstenUnternehmen haben Bedenken bei der Nutzung von Cloud-Diensten Das Interesse an Cloud-Diensten in Deutschland hat als Folge der NSA-Späh­affäre einen deutlichen Dämpfer erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzung in Unter­nehmen nur noch um drei Prozent­punkte an­ge­stiegen, teilte der Branchen­verband heute mit. Ein Jahr zuvor legte die Nutzung noch um 9 Prozent­punkte zu. Laut repräsentativen Umfrage der Beratungs­ge­sellschaft KPMG nutzen derzeit 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud-Computing-Angebote.

"Der Trend zum Cloud Computing ist ungebrochen, aber die NSA-Affäre hat dem Wachstum einem Dämpfer versetzt", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. "Die Spähaffäre hat deutliche Spuren hinterlassen." 31 Prozent der befragten Unternehmen hätten die Sicherheit ihrer Systeme deutlich erhöht. 13 Prozent hätten konkret geplante Cloud-Projekte vorerst zurückgestellt, elf Prozent bestehende Cloud-Projekte sogar aufgegeben.

Unternehmen nutzen public Clouds und private Clouds

Beim Cloud Computing werden Infra­struktur, IT-Anwendungen und Speicher­platz über das Netz ("die Cloud") bedarfsgerecht bereit­gestellt und nach dem tatsächlichen Ver­brauch ab­ge­rechnet. Die Befür­worter des Cloud-Konzepts ver­sprechen mehr Flexibilität, nahezu unbegrenzte Skalier­bar­keit und niedrigere Kosten. Kritiker des Cloud-Konzeptes bemängeln vor allem Probleme beim Daten­schutz.

Je größer das Unternehmen, umso wahr­scheinlicher würden Cloud-Dienste zum Einsatz kommen, sagte Kempf. Der Verband fasst in der Studie dabei Cloud-Angebote externer Anbieter und den Einsatz von sogenannten privaten Clouds, die die Unternehmen selbst vorhalten, zusammen. Im vergangenen Jahr haben demnach 36 Prozent der Unternehmen ab einer Größe von 20 Mitarbeitern eine private Cloud genutzt, 15 Prozent griffen auf externe Angebote der public Cloud zurück. Ein Jahr zuvor nutzen die private Cloud noch 34 Prozent, öffentliche Cloud-Angebote zehn Prozent der befragten Unternehmen.

Die größten Bedenken hätten Unternehmen dabei mit 77 Prozent, dass unerlaubt auf sensible Daten zugegriffen werden könne. Die Furcht vor Daten­verlust rangiere mit 45 Prozent der Angaben an zweiter Stelle. 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die unklare Rechtslage bei der Nutzung von Cloud-Angeboten zurückhalte. Dass die Nachrichten über Ausspäh­aktivitäten inter­nationaler Geheim­dienste die Haltung des eigenen Unter­nehmens gegenüber öffentlichen Cloud-Angeboten verändert haben, bejahen 49 Prozent der Befragten, Konsequenzen gegenüber privaten Cloud-Diensten stellen 44 Prozent der Befragten fest.

Als einen positiven Trend konstatiert Bruno Wallraf von KPMG allerdings, dass die Enthüllungen des Whistleblower Edward Snowden die Themen Datenschutz und Datensicherheit deutlich ins Bewusstsein der Unternehmen gerückt haben. "Alle müssen sich jetzt mit dem Thema beschäftigen."

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