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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 20.06.2013 |
Chronik 2006: Wachsende Bandbreiten, Handy-TV flopptStichworte des Jahres: HSDPA, VDSL, WiMAX, Handy-TV
Auch 2006 wurde das Internet schneller,
zumindest für die Nutzer: 2006 galt als Jahr der
steigenden Datenraten im Breitband-Markt. Nachdem
im Vorjahr die ersten ADSL2+-Angebote
eingeführt wurden und seit 2006 auch die Deutsche Telekom
auf diese Technik setzte, startete der Ex-Monopolist auch seine ersten
VDSL-Angebote. Diese ermöglichten einen
Downstream von bis zu 25 bzw. 50 MBit/s, allerdings zunächst lediglich in
10 Städten und hier auch nicht flächendeckend. Derartige Bandbreiten müssen
potenziellen Nutzern natürlich auch mit passenden Angeboten schmackhaft gemacht
werden: So vermarktete die Telekom ihre High-Speed-Zugänge
nur in Kombination mit neuen
Triple-Play-Paketen, die damals den
Namen T-Home erhielten, den späteren Namen der gesamten Festnetz-Sparte.
Doch während sich die Bandbreiten in Ballungsräumen stetig erhöhten, war auf dem flachen Land oft noch schmalbandiges Surfen angesagt. Hoffnung für ländliche Gebiete nährten sich allerdings Ende des Jahres durch die Lizenz-Versteigerung für Frequenzbereiche, in denen sich WiMAX-Angebote realisieren ließen. Für insgesamt rund 56 Millionen Euro sicherten sich die Unternehmen Clearwire Europe, die Deutsche Breitband Dienste (DBD) und die Inquam Broadband bundesweite Lizenzen. Allerdings lief der WiMAX-Ausbau bis auf weiteres schleppend. Lediglich die DBD sowie regionale Anbieter begannen in diesem oder im folgenden Jahr mit dem Aufbau eines Angebotes. Auch das mobile Internet wurde schneller: Zur CeBIT fiel bei T-Mobile und Vodafone der Startschuss für den UMTS-Turbo HSDPA, der zunächst einen Downstream von 1,8 MBit/s ermöglichte, aber bereits im selben Jahr auf 3,6 MBit/s erhöht wurde. Am 1. Dezember startete dann auch o2 mit dem Daten-Turbo. Passend zum HSDPA-Start kamen auch erste Mobiltelefone auf den Markt, die den schnellen Datenstandard unterstützten: Vorreiter war hier Vodafone mit dem Samsung SGH-ZV50, schnell folgten die Modelle Samsung Z560V und das Benq-Siemens EF91. Fünfter NetzbetreiberSowohl im Volksmund als auch in der Fachpresse ist meist von den "vier deutschen Netzbetreibern" die Rede. Dies ist streng genommen nicht korrekt: Mit vistream trat im Oktober 2006 ein fünfter Netzbetreiber auf den Plan, wenn auch nur ein virtueller. vistream tritt allerdings ausschließlich als Plattform für weitere Anbieter auf, so werden hierüber zum Beispiel sunsim, solomo und CHE Mobil realisiert. 2002 war Quam mit dem Versuch gescheitert, sich als erster virtueller Netzbetreiber in Deutschland am Markt zu behaupten. Flop: Handy-TVAngesichts immer geringerer Umsätze aus dem klassischen Sprachgeschäft setzte im Mobilfunk die Suche nach neuen Geschäftsfeldern ein. So witterte die Branche angesichts der Fußballweltmeisterschaft die Chance, der mutmaßlichen Killerapplikation Handy TV zu einem ersten Durchbruch zu verhelfen. Doch T-Mobile setzte hier nicht auf Handy-TV via DVB-H oder DMB, sondern auf die Übertragung mittels UMTS, was technische Probleme mit sich brachte. Voraussetzung zur Nutzung war eine gute Netzverfügbarkeit. Zudem bot die geringe Qualität der Übertragung nur mäßigen Fernseh-Genuss, und die Nutzung war unter Umständen mit hohen Zusatzkosten verbunden. Der Anbieter Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) führte indes Handy-TV über den DMB-Standard ein. Manko hier: Das Angebot war nur in fünf Städten verfügbar, lediglich zwei Endgeräte standen bereit und mit insgesamt vier TV-Sendern war das Programmangebot überschaubar. Immerhin war das ZDF abrufbar, so dass ein Teil der WM-Spiele empfangen werden konnte. BenQ Mobile: InsolvenzHoffnungsvoll war noch 2005 die Übernahme der Siemens-Handysparte durch den taiwanesischen Konzern BenQ gestartet. So hatte der Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld verkündet, mit der "Partnerschaft eine nachhaltige Perspektive für unser Mobiltelefongeschäft gefunden" zu haben. Doch dann kam es anders: Anfang Oktober 2006 teilte BenQ nüchtern mit, dass "der aktuellen Presse zu entnehmen" sei, dass "die deutsche Niederlassung von BenQ Mobile [...] einen Insolvenzantrag stellen" musste. Auch wenn sich das Sterben des Unternehmens noch bis ins nächste Jahr hinziehen sollte, war damit das Ende des bis dahin weltweit fünftgrößten Handyherstellers besiegelt. Was passierte sonst?
Die vielgescholtenen 0190-Nummern, durch Erotikangebote im nächtlichen Fernsehprogramm und Dialer in Verruf geraten, wurden abgeschafft. Die Ersatzgasse 0900 sollte fortan vor allem durch eine strikte Trennung in verschiedene Dienste anhand der Folgeziffer mehr Transparenz schaffen. Allerdings waren die Angebote auch frei tarifierbar.
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