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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 22.05.2013 |
2004: Ganz im Zeichen von DSL und UMTSStichworte des Jahres: UMTS-Start und erster Mobilfunk-Discounter
Das Jahr 2004 stand ganz im Zeichen
des Breitband-Internets: Auf der einen Seite
gaben die Mobilfunkbetreiber endlich den Startschuss für die kommerzielle Nutzung
des Datenübertragungsstandards UMTS, auf der anderen
Seite begründete die Bandbreiten-Erhöhung der
Deutschen Telekom bei den
DSL-Anschlüssen den heute noch anhaltenden Boom der
schnellen Internetzugänge. In beiden Fällen waren natürlich nicht nur schnellere
Übertragungsgeschwindigkeiten verantwortlich für die steigende Popularität der
Dienste, sondern auch sinkende Nutzungskosten und attraktive Pauschaltarife. Auch
hierfür wurde sowohl im Mobilfunk-
als auch im Internetbereich 2004 der Grundstein gelegt.
UMTS: Euphorie bei den Anbietern, Desinteresse bei den KundenUmgerechnet 50 Milliarden Euro hatten die deutschen Mobilfunkbetreiber Jahre zuvor für die UMTS-Lizenzen ausgegeben, die Investitionskosten sollten möglichst schnell wieder reingeholt werden. Nach und nach konnten 2004 die Kunden der vier Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 mobil Daten mit bis zu 384 kBit/s empfangen, neben den Datenkarten fürs Notebook wurden nun auch UMTS-Handys herausgebracht. Der Weg für schnelle Downloads von Klingeltönen, Musiktiteln und Bildern unterwegs, für Fernsehen und Online-Spiele auf dem Handy-Display oder für Videotelefonate schien geebnet.
Vor allem Vodafone preschte der Konkurrenz voraus und bot seinen Kunden bis zum Jahresende sechs UMTS-fähige Handys an. Im Herbst gab es mit dem Motorola V980 schon das erste UMTS-Handy für 1 Euro bei Abschluss eines Laufzeitvertrags. Ohne Vertrag war das Klapphandy allerdings mit 700 Euro teurer als das erste UMTS-Handy auf dem deutschen Markt, das unhandliche Nokia 7600. So groß die Euphorie bei den Anbietern, so nüchtern betrachteten die Kunden das schnellere mobile Internet - vor allem wegen der hohen Preise. Bei Vodafone zahlten die Kunden beispielsweise anfangs knapp 70 Euro im Monat für 30 Onlinestunden oder 150 MB übertragenes Datenvolumen, obwohl es schon zuvor in der Testphase einen Flatrate-Datentarif für 45 Euro im Monat gegeben hatte. o2 bot zumindest bei seinem Start die auf GSM/GPRS-Basis eingeführte WAP-Flatrate auch den UMTS-Kunden für 4,95 Euro im Monat an. Vodafone erlaubte später das Surfen zum Pauschalpreis per UMTS im Vodafone-live!-Portal. Tchibo Mobil: Die Geburtsstunde der Mobilfunk-DiscounterDoch auch fürs Telefonieren sollten die Kunden statt zum Festnetz-Telefon häufiger zum Handy greifen - die Mobilfunkbetreiber führten neue Handy-Tarife bzw. Tarifoptionen mit Inklusivminuten ein. Minutenpakete sind allerdings recht starre Tarifmodelle und rechnen sich nur bei optimaler Ausnutzung der Inklusivminuten. Ein Meilenstein auf dem Weg zu günstigeren Preisen für Handy-Telefonate war daher der Mobilfunk-Einstieg des Kaffeerösters Tchibo in Kooperation mit o2: 35 Cent pro Minute für Gespräche in alle deutschen Netze erscheinen heute als hoher Preis, doch mit Tchibo Mobil waren die Prepaid-Tarife im Mobilfunk geboren. Die klassischen Telefonfirmen wehrten sich gegen den zunehmenden Konkurrenzdruck mit neuen Tarifen und Preissenkungen. Die Deutsche Telekom etwa führte mit enjoy einen neuen Tarif ein, mit dem die Kunden eine Stunde lang für 12 Cent ins deutsche Festnetz telefonieren konnten. Zudem konnten die Telekom-Kunden mit der Tarifoption CountrySelect günstiger als zuvor in insgesamt 221 Auslandsziele telefonieren. Nach den regionalen Telefonfirmen HanseNet und NetCologne nahm auch Arcor im November eine Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz für die eigenen Vollanschluss-Kunden ins Tarifprogramm auf - für monatlich 19,95 Euro zusätzlich zu den Anschlusskosten. Die erste Flatrate für T-DSL-Anschlüsse für weniger als 10 EuroMehr noch als den Mobilfunkbereich zeichneten 2004 höhere Datenraten und sinkende Preise den DSL-Markt aus. Zunächst hob die Deutsche Telekom die Datenraten bei den T-DSL-Anschlüssen auf 1 MBit/s, 2 MBit/s und 3 MBit/s an, dann starteten mit Arcor und kurz darauf 1&1 die ersten sogenannten DSL-Reseller, die DSL-Anschlüsse der Telekom unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung vermarkteten. Die monatlichen Grundkosten für die neuen Anschlussklassen lagen zwischen 16,99 und 24,99 Euro plus Zugangskosten. Den ersten Flatrate-Tarif für die schnelleren T-DSL-Anschlüsse für weniger als 10 Euro im Monat bot der Provider 1XNet an, hielt mit dem Pauschalangebot jedoch nicht durch. In dieser Zeit entwickelte teltarif.de einen speziellen DSL-Tarifrechner, der Einsteigern die günstigsten Angebote heraussucht. Anders als bei UMTS zeigten die neuen DSL-Angebote Wirkung, innerhalb eines Jahres wuchs die Zahl der DSL-Anschlüsse in Deutschland von 4,5 Millionen auf fast sieben Millionen an. Während das Resale-DSL-Modell 2004 schnell zu sinkenden DSL-Preisen führte, sehen die Telekom-Konkurrenten den Wiederverkauf heute als Wettbewerbshindernis an und setzen lieber auf entbündelte DSL-Anschlüsse oder den eigenen Netzausbau. Durch die sinkenden DSL-Preise wurde auch die inzwischen - nicht zuletzt durch bedienfreundliche Hardware wie die Geräte der damals neuen FRITZ!Box-Reihe von AVM - ausgereiftere Internet-Telefonie (VoIP) attraktiver für private Anwender. 2004 begannen beispielsweise Anbieter wie sipgate oder freenet, VoIP-Anschlüsse zu vermarkten. sipgate bot im November einen VoIP-Pauschaltarif für 19,95 Euro im Monat an. Weitere Ereignisse in diesem Jahr
Seit Juli 2004 können die Besitzer von PDAs und Smartphones teltarif.de auch mobil unter http://mobil.teltarif.de auf dem Handy-Display lesen. Die Homepage erhielt im Februar ein übersichtlicheres Layout, mit dem Tarifsiegel und dem Discountsurfer wurden neue Dienste eingeführt. Im September verzeichnete das Portal erstmals die Grenze von zehn Millionen Zugriffen im Monat (laut IVW).
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