Das Jahr
2004 stand ganz im Zeichen
des
Breitband-Internets: Auf der einen Seite
gaben die Mobilfunkbetreiber endlich den Startschuss für die kommerzielle Nutzung
des Datenübertragungsstandards
UMTS, auf der anderen
Seite begründete die Bandbreiten-Erhöhung der
Deutschen Telekom bei den
DSL-Anschlüssen den heute noch anhaltenden Boom der
schnellen Internetzugänge. In beiden Fällen waren natürlich nicht nur schnellere
Übertragungsgeschwindigkeiten verantwortlich für die steigende Popularität der
Dienste, sondern auch sinkende Nutzungskosten und attraktive Pauschaltarife. Auch
hierfür wurde sowohl im
Mobilfunk-
als auch im
Internetbereich 2004 der Grundstein gelegt.
UMTS: Euphorie bei den Anbietern, Desinteresse bei den Kunden
Umgerechnet 50 Milliarden Euro hatten die deutschen Mobilfunkbetreiber Jahre
zuvor für die UMTS-Lizenzen ausgegeben, die
Investitionskosten sollten möglichst schnell wieder reingeholt werden. Nach und nach
konnten 2004 die Kunden der vier Netzbetreiber T-Mobile,
Vodafone, E-Plus und
o2 mobil Daten mit bis zu 384 kBit/s empfangen, neben
den Datenkarten fürs Notebook wurden nun auch
UMTS-Handys herausgebracht. Der Weg für
schnelle Downloads von Klingeltönen, Musiktiteln und Bildern unterwegs, für
Fernsehen und Online-Spiele auf dem Handy-Display
oder für Videotelefonate schien geebnet.
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Jahresrückblick
Hintergrund
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Vor allem Vodafone preschte der Konkurrenz voraus und bot
seinen Kunden bis zum Jahresende sechs UMTS-fähige Handys an. Im
Herbst gab es mit dem
Motorola V980 schon das erste
UMTS-Handy für 1 Euro bei Abschluss eines Laufzeitvertrags. Ohne Vertrag war
das Klapphandy allerdings mit 700 Euro teurer als das
erste UMTS-Handy auf dem deutschen Markt, das unhandliche
Nokia 7600. So groß die Euphorie bei den
Anbietern, so nüchtern betrachteten die Kunden das schnellere
mobile Internet - vor allem wegen der hohen
Preise. Bei Vodafone zahlten die Kunden beispielsweise anfangs knapp
70 Euro im Monat für 30 Onlinestunden oder
150 MB übertragenes Datenvolumen, obwohl es schon zuvor in der Testphase einen
Flatrate-Datentarif für 45 Euro
im Monat gegeben hatte. o2 bot zumindest bei seinem Start die auf
GSM/GPRS-Basis eingeführte WAP-Flatrate
auch den UMTS-Kunden für 4,95 Euro im Monat an.
Vodafone erlaubte später das Surfen zum Pauschalpreis
per UMTS im Vodafone-live!-Portal.
Tchibo Mobil: Die Geburtsstunde der Mobilfunk-Discounter
Doch auch fürs Telefonieren sollten die Kunden statt zum
Festnetz-Telefon häufiger zum Handy greifen - die
Mobilfunkbetreiber führten neue Handy-Tarife bzw.
Tarifoptionen mit Inklusivminuten ein. Minutenpakete sind allerdings recht starre
Tarifmodelle und rechnen sich nur bei optimaler Ausnutzung der Inklusivminuten. Ein
Meilenstein auf dem Weg zu günstigeren Preisen für Handy-Telefonate war daher der
Mobilfunk-Einstieg des Kaffeerösters
Tchibo in Kooperation mit o2: 35 Cent pro Minute für
Gespräche in alle deutschen Netze erscheinen heute als hoher Preis, doch mit
Tchibo Mobil waren die Prepaid-Tarife
im Mobilfunk geboren.
Die klassischen Telefonfirmen wehrten sich gegen den zunehmenden Konkurrenzdruck mit
neuen Tarifen und Preissenkungen. Die Deutsche Telekom etwa führte mit
enjoy einen neuen Tarif ein, mit dem die Kunden eine
Stunde lang für 12 Cent ins deutsche Festnetz telefonieren konnten. Zudem
konnten die Telekom-Kunden mit der Tarifoption
CountrySelect günstiger als zuvor in insgesamt
221 Auslandsziele telefonieren. Nach den regionalen Telefonfirmen
HanseNet und NetCologne
nahm auch Arcor im November eine Flatrate für Gespräche
ins deutsche Festnetz für die eigenen Vollanschluss-Kunden ins Tarifprogramm auf
- für monatlich 19,95 Euro zusätzlich zu den
Anschlusskosten.
Die erste Flatrate für T-DSL-Anschlüsse für weniger als 10 Euro
Mehr noch als den Mobilfunkbereich zeichneten 2004 höhere Datenraten und sinkende
Preise den DSL-Markt aus. Zunächst hob die Deutsche Telekom die
Datenraten bei den T-DSL-Anschlüssen auf 1 MBit/s, 2 MBit/s und 3 MBit/s
an, dann starteten mit Arcor und kurz darauf
1&1 die ersten sogenannten
DSL-Reseller, die DSL-Anschlüsse
der Telekom unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung vermarkteten. Die monatlichen
Grundkosten für die neuen Anschlussklassen lagen zwischen 16,99 und 24,99 Euro
plus Zugangskosten. Den ersten Flatrate-Tarif für die schnelleren T-DSL-Anschlüsse für
weniger als 10 Euro im Monat bot der Provider
1XNet an, hielt mit dem Pauschalangebot jedoch nicht durch.
In dieser Zeit entwickelte teltarif.de einen speziellen
DSL-Tarifrechner, der Einsteigern die
günstigsten Angebote heraussucht.
Anders als bei UMTS zeigten die neuen DSL-Angebote Wirkung, innerhalb eines Jahres
wuchs die Zahl der DSL-Anschlüsse in Deutschland von 4,5 Millionen auf fast
sieben Millionen an. Während das Resale-DSL-Modell 2004 schnell zu sinkenden
DSL-Preisen führte, sehen die Telekom-Konkurrenten den Wiederverkauf heute als
Wettbewerbshindernis an und setzen lieber auf
entbündelte DSL-Anschlüsse oder den
eigenen Netzausbau.
Durch die sinkenden DSL-Preise wurde auch die inzwischen - nicht zuletzt durch
bedienfreundliche Hardware wie die Geräte der damals neuen
FRITZ!Box-Reihe von AVM - ausgereiftere
Internet-Telefonie (VoIP) attraktiver für private Anwender.
2004 begannen beispielsweise Anbieter wie sipgate oder
freenet, VoIP-Anschlüsse
zu vermarkten. sipgate bot im November einen VoIP-Pauschaltarif für
19,95 Euro im Monat an.
Weitere Ereignisse in diesem Jahr
| Tk-Statistik Deutschland |
2004 |
| Festnetzanschlüsse |
39,0 Mio. |
Anteil der Festnetzanschlüsse bei Wettbewerbern der Deutschen Telekom |
5,6 % |
| Mobilfunk-Anschlüsse |
71,3 Mio. |
| Breitbandanschlüsse |
6,8 Mio. |
Verbindungsminuten Mobilfunk pro Tag |
100 Mio. |
| Quellen: teltarif.de, VATM |
2004 markierte den Beginn der umstrittenen
Inverssuche
und war leider auch das Jahr der
Internet-Würmer - Schädlinge wie Bagle,
Mydoom, Netsky oder Sasser füllten die
Schlagzeilen. Mit
dem Schädling
Skulls wurde auch das erste Trojanische Pferd
für
Smartphones entdeckt. Apropos Smartphones: Im
Jahr 2004 begann der
Siegeszug der
Blackberry-Geräte in Deutschland,
Nokia stellte seinen
Communicator 9500 und
Motorola das Erfolgsmodell
RAZR V3 vor,
Samsung
entwickelte das erste Kamerahandy mit einer Auflösung von
5
Megapixel. Gleichzeitig machte
Siemens mit seinem schwächelnden
Handy-Geschäft und der
Software-Panne der 65er-Serie von sich
reden.
Seit Juli 2004 können die Besitzer von PDAs und Smartphones teltarif.de auch
mobil unter http://mobil.teltarif.de auf dem
Handy-Display
lesen. Die Homepage erhielt im Februar ein übersichtlicheres Layout, mit dem
Tarifsiegel und dem
Discountsurfer wurden neue Dienste eingeführt. Im
September verzeichnete das Portal erstmals die Grenze von zehn Millionen Zugriffen
im Monat (laut IVW).
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