Chronik 2003: Call by Call und Pre-Selection auch im Ortsnetz

Stichworte des Jahres: xxl-Tarif, Durchleitungsgebühren und UMTS
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Nachdem Telefonkunden schon seit 1998 ihre Ferngespräche im Festnetz auch über alternative Verbindungsnetzbetreiber abwickeln konnten, wurden 2003 auch die Ortsnetze geöffnet. Damit konnten nun sämtliche Festnetz-Telefonate, die über einen Anschluss der Deutschen Telekom geführt wurden, über andere Anbieter abgewickelt werden.

Call by Call im Ortsnetz startete Ende April

Schon Ende April war es möglich, per Call by Call innerhalb des eigenen Ortsnetzes zu telefonieren. Allerdings boten bei weitem nicht alle Netzbetreiber auch Tarife für Ortsgespräche an. Viele Unternehmen beschränkten sich weiterhin auf Angebote für Ferngespräche.

Ab 9. Juli war auch Pre-Selection für Telefonate innerhalb des eigenen Vorwahlbereichs möglich, so dass sich die Telefonkunden auch fest für einen Anbieter entscheiden konnten, über den die Verbindungen automatisch hergestellt werden sollten, wenn keine andere Netzbetreiber-Vorwahl gewählt wurde.

Telekom erhöhte Grundgebühren und veränderte den xxl-Tarif

Trotz der Auswahl unter Anbietern im Ortsnetz dürfte sich 2003 für einige Kunden die Telekom-Rechnung erhöht haben: Der Ex-Monopolist verteuerte im September die Grundgebühren für seine Festnetz-Anschlüsse. Der xxl-Tarif wurde für Neukunden umgestellt. Die Teilzeit-Flatrate zählte für Telefongespräche nun neben den Sonntagen auch samstags, dafür waren lokale Internet-Einwahlnummern nicht mehr inklusive.

Eine Gruppe von 15 Stadtnetzbetreibern setzte ferner durch, dass sie für die Durchleitung von Gesprächen durch ihre Netze zum Endkunden mehr Geld verlangen durften als die Telekom. Telebillig reagierte noch vor der Telekom und hob die Minutenpreise in die Netze dieser Anbieter von 2,5 auf 4 Cent an.

T-DSL 3000 startete im Dezember

Die Telekom führte im Dezember DSL-Anschlüsse mit 3 MBit/s im Downstream ein. Gleichzeitig tendierten viele DSL-Anbieter weg von Flatrates hin zu Volumenpaketen. Dadurch sollte dem Problem begegnet werden, dass einige wenige Kunden ein unerwartet hohes Datenaufkommen hatten.

E-Plus: 3 Cent pro Minute ins Festnetz

E-Plus überraschte mit der Einführung seiner Professional-Tarife, die Gespräche vom Handy ins Festnetz rund um die Uhr für 3 Cent pro Minute ermöglichten. Die Grundgebühren ab 10 Euro im Monat waren durchaus moderat. Ebenfalls erst 2003 führte E-Plus den MMS-Dienst und GPRS-Roaming ein.

o2 startete mit dem Surf&E-Mail-Pack die erste Daten-Flatrate im Mobilfunk. Diese konnte allerdings nur für WAP-Dienste genutzt werden. Vodafone begann zum Jahresende mit einer Vorab-Vermarktung seiner UMTS-Datendienste. Das Angebot richtete sich jedoch nur an ausgewählte Geschäftskunden.

Was passierte sonst?

Tk-Statistik Deutschland 2003
Festnetzanschlüsse 39,2 Mio.
Anteil der Festnetzanschlüsse
bei Wettbewerbern
der Deutschen Telekom
4,3 %
Mobilfunk-Anschlüsse 64,8 Mio.
Breitbandanschlüsse 4,5 Mio.
Verbindungsminuten
Mobilfunk pro Tag
94 Mio.
Quellen: teltarif.de, VATM
teltarif.de trug der immer vielfältigeren Auswahl an Handys, Smartphones und PDAs Rechnung und führte einen Hardware-Ratgeber ein. QSC und broadnet mediascape stellten 2003 ihre ersten Voice-over-IP-Angebote vor, die Mobilfunk-Netzbetreiber überarbeiteten ihre Multimedia-Portale. Mit neuen Zusatzdiensten sollte die MMS-Nutzung angekurbelt werden. Nur auf UMTS warteten die Kunden - abgesehen von den bescheidenenn Anfänge bei Vodafone - noch vergeblich.

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