Stichworte des Jahres: Rufnummernmitnahme, Schmalband-Flatrates und Vorleistungs-Flatrate
Das Jahr 2002 war vor allem im Mobilfunk- und
Internet-Markt reich an Ereignissen. So kündigten
sowohl die Deutsche Telekom als auch
Arcor schon Anfang des Jahres
DSL-Anschlüsse mit einer maximalen Übertragungsrate von
1500 kBit/s an - bis dahin hatte die Standard-Bandbreite noch bei 768 kBit/s
gelegen. Im Mai ging es bei der Telekom in einigen Städten
los, wenige Monate später wurde das Angebot bundesweit
vermarktet.
Diese bessere Performance nutzte allerdings nichts, wenn der Internet-Fan so weit
von der Vermittlungsstelle entfernt wohnte, dass er überhaupt keinen
Breitband-Anschluss bekommen konnte. Lange Zeit
gab es Gerüchte um DSL-light-Anschlüsse, bei denen die
maximale Datenrate bei 384 kBit/s liege - zwar nicht mehr ganz so breitbandig
wie mit anderen Anschlüssen, dafür aber mit Flatrate.
Monatelang dementierte die Telekom die Einführung solcher Angebote, doch im
Dezember war es dann soweit: Ganz offiziell führte
der Ex-Monopolist DSL-light-Anschlüsse ein. Die Kunden mussten dafür die gleichen
Preise wie für einen regulären Anschluss mit 768 kBit/s zahlen. Begründung:
Der technische Aufwand sei gleich, auch wenn weniger Daten durch die Leitung
flössen.
Wer überhaupt keine Chance auf DSL hatte, sah sich auch 2002 naturgemäß
nach günstigen Internet-by-Call-Alternativen um.
Eine davon sollte eine werbefinanzierte
ISDN-Flatrate von
ToTango sein, die für einen Monatspreis von 27,99 Euro
angekündigt wurde. Die Einführung verzögerte sich immer wieder und kam schließlich nie
zustande. Andere Anbieter von Schmalband-Flatrates scheiterten daran, dass Poweruser
die Mischkalkulation, die für ein solches Angebot erforderlich ist, zunichte machten.
Im Juni beschloss die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
(heute Bundesnetzagentur) schließlich, dass die Telekom
anderen Netzbetreibern bzw. Internet-Providern eine
Vorleistungs-Flatrate anbieten musste. Die Telekom
erwirkte vor Gericht eine Aussetzung des Beschlusses und erhielt im Oktober
endgültig Recht. Die Vorleistungs-Flatrate zu den von der RegTP ursprünglich
beschlossenen Konditionen war gestorben.
Aus für Quam, Start für die Rufnummernportierung
Im Mobilfunk ging 2002 eine kleine Ära zu Ende: Der erst im Jahr zuvor
gestartete erste virtuelle Netzbetreiber in Deutschland,
Quam, gab wieder auf. Nach Anlaufschwierigkeiten Ende 2001
wollte das Unternehmen im Frühjahr 2002 mit verschiedenen Aktionen möglichst viele
Kunden an sich binden. Doch schon im Sommer zogen die
spanischen und finnischen Eigentümer die Notbremse und stellten die Vermarktung ein.
Am 15. November war dann Schluss und Quam zog auch
Bestandskunden den Stecker.
Zwei Wochen zuvor gab es ein Ereignis, auf das zahlreiche Handynutzer seit vielen
Jahren gewartet hatten: Seit dem 1. November war die
Portierung von Mobilfunknummern zu anderen
Netzbetreibern und Providern möglich. Seither können auch
Kunden, die auf ihre Handynummer angewiesen sind, den Anbieter wechseln und ggf. von
günstigeren Preisen profitieren.
Was passierte sonst?
Tk-Statistik Deutschland
2002
Festnetzanschlüsse
39,6 Mio.
Anteil der Festnetzanschlüsse bei Wettbewerbern der Deutschen Telekom
3,0 %
Mobilfunk-Anschlüsse
59,1 Mio.
Breitbandanschlüsse
3,0 Mio.
Verbindungsminuten Mobilfunk pro Tag
83 Mio.
Quellen: teltarif.de, VATM
Aus T-Mobil wurde im Februar T-Mobile. Unter diesem Namen tritt die
Telekom-Mobilfunktochter auch international auf. KPN übernahm E-Plus
komplett und startete den i-mode-Datendienst, der
inzwischen nicht mehr angeboten wird. Viag Interkom wurde
Anfang Mai in o2 umbenannt. Zum
Jahresende gab es in Deutschland knapp 60 Millionen Handy-Nutzer, so dass
die Markt-Penetration bei 71,6 Prozent lag.