Die chinesische Regierung hat einen Tag vor dem
20. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratie-Bewegung
auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) offensichtlich
den Zugang zu dem populären Twitter-Dienst im Internet gesperrt.
Bereits am frühen Nachmittag hätten zahlreiche Nutzer aus
China in verschiedenen Internet-Foren und Blogs beklagt, keinen
Zugang mehr zu dem Kurznachrichten-Dienst zu bekommen, berichtete
unter anderem das Wall Street Journal (WSJ) in seiner Online-Ausgabe.
Twitter hatte in China zuletzt während des verheerenden Erdbebens in
Sichuan stark an Popularität gewonnen. Mit dem sogenannten
Micro-Blogging-Dienst können über das Internet kurze Mitteilungen von
maximal 140 Zeichen versendet werden.
Über manche Schnittstellen-Software wie Tweetdeck sei der Zugang
zu Twitter teilweise noch möglich, berichtet die Zeitung. Zeitweise
sei heute auch der Foto-Dienst Flickr blockiert gewesen. Der
Zugang zum Video-Portal YouTube war in China bereits über mehrere
Wochen immer wieder blockiert worden. An diesem Mittwoch vor
20 Jahren hatte das chinesische Militär einen friedlichen Protest auf
dem Platz des Himmlischen Friedens mit Panzereinsätzen blutig
beendet.