Kunden alternativer
Festnetzanbieter oder reine
Mobilfunknutzer stehen vor dem Problem, dass
Call by Call nur aus dem Festnetz
der
Deutschen Telekom verfügbar ist. Um günstiger
zu telefonieren, stehen dann
Callthrough- und
Callback-Dienste zu Verfügung. Diese können aus
nahezu allen Netzen per Festnetz- oder Sonderrufnummer angewählt werden und
vermitteln das Gespräch zur Zielrufnummer weiter. Es fallen also Gebühren für
die Anwahl der Plattform und für die Verbindung zur Zielrufnummer an. In der
Summe können jedoch deutlich geringere Kosten anfallen als beim Gespräch über
den regulären Tarif, vor allem in ausländische Netze sowie zu Sonderrufnummern.
Callthrough-Plattformen mit Festnetznummern ermöglichen
Flatrate-Kunden günstige Gespräche, da
hierbei die Anwahl der Vermittlungsplattform
kostenlos ist. Es fällt nur der vom
Callthrough-Anbieter tarifierte Preis zum Gesprächsziel an. Die Abrechnung
erfolgt hier in der Regel im Prepaid-Verfahren nach einer Anmeldung.
Die Verwendung von Callthrough per
0180er-Einwahlnummer wird mit der
Telefonrechnung bezahlt und bedarf daher keiner Anmeldung. Diese Plattformen
sollten mit Bedacht und nur für das Umgehen sehr teurer Mobilfunktarife
verwendet werden. Schon die Anwahl kostet aus dem Mobilfunknetz meist
42 Cent pro Minute. Die
Vermittlungsgebühr zur Zielrufnummer ist jedoch bereits enthalten. Bei sehr
teuren Tarifen kann sich dies zwar lohnen, es empfiehlt sich indes auch ein
Tarifwechsel.
Callthrough mit neuen Merkmalen
Erfreulich ist, dass Callthrough-Preise vergleichsweise stabil zum umkämpften
Call-by-Call-Markt sind. Tägliche Preisschlachten finden hier (bislang) nicht
statt. Wer häufig zu bestimmten Zielen im Ausland oder zu Sonderrufnummern
telefoniert, kann mit Callthrough sparen. Da das Anlegen und Pflegen zahlreicher
Accounts bei Callthrough-Diensten umständlich ist, sollten Nutzer einen oder
zwei passende Anbieter auswählen.
Callthrough ist zwar durch die
deutlich längeren Einwahlnummern weniger komfortabel als Call by Call. Bewegung
in den Callthrough-Markt kam jedoch durch die Verknüpfung des Einwahlverfahrens
mit Voice-over-IP-Verbindungen, Videotelefonie und Online-Management, wodurch
neue Angebote entstande. Daher haben wir zwei einschlägige Dienste getestet, die
eine einfachere Handhabung, gute Gesprächsqualität und günstige Preise
versprechen. Soviel vorweg: Tiefstpreise sind zwar nicht zu erwarten, aber in
der Regel deutlich günstigere Gebühren als bei herkömmlichen Mobilfunk- und
Festnetztarifen und tatsächlich neue Ideen in der Handhabung von
Callthrough-Diensten.
toolani und Callavista im Vergleich
Die umständliche Handhabung von Callthrough-Diensten durchbrechen die Anbieter
toolani sowie KlaTro
(Callavista Phone) mit einer
besonderen Methode: Nutzer können online ein Telefonbuch anlegen und erhalten
dabei für jeden Kontakt eine individuelle Ersatznummer im deutschen Festnetz,
die auf dem eigenen Telefon dauerhaft als Kontakt gespeichert werden kann.
Voraussetzung zur Nutzung ist die kostenlose Anmeldung auf der Webseite der
Anbieter. Nutzbar sind die Tarife von toolani und Callavista aus dem Mobilfunk
und aus dem Festnetz. Technisch gesehen werden die Gespräche ab der
Einwahlplattform über das Internet geführt, sofern die
Bandbreite beim Anbieter dafür ausreicht. Die Verbindungen werden laufend einem
Monitoring unterzogen. Sollte die Gesprächsqualität einmal nicht ausreichen,
erfolgt ein Rückfall auf klassische Telefoncarrier, im Fall von Callavista auf
Leitungen von BT Germany und Colt.
Die Anbieter des Tests im Portrait
toolani (altind. für "endlos") besteht seit Oktober
2008, startete im österreichischen Markt und ist seit 2009 auch in Deutschland
tätig. Eine Guthabenaufladung ab 5 Euro ist per Kreditkarte, Paypal oder
Lastschrifteinzug möglich, per Überweisung auf ein deutsches Konto auch in
beliebiger Höhe. Wenn gewünscht, kann der zuletzt per Kreditkarte oder
Lastschrift gezahlte Betrag automatisch aufgeladen werden, sobald das Guthaben
beim Telefonieren unter 3 Euro fällt.
Die KlaTro GmbH war lange zuvor schon als
Internet-by-Call-Anbieter bekannt und
startete sein Callthrough-Angebot Callavista ebenfalls zunächst in Österreich,
im Dezember 2009 auch im deutschen Markt.
Guthabenaufladungen sind ab 10 Euro per Kreditkarte, Paypal oder
Überweisung auf ein deutsches Bankkonto möglich. 70 Prozent der Kunden
bezahlten laut dem Unternehmen mit Paypal, der Rest per Kreditkarte,
Überweisungen kämen kaum vor. Demnächst soll es die Möglichkeit der
automatischen Aufladung geben. Eine Guthabenauszahlung ist zwar grundsätzlich
möglich. Callavista berechnet jedoch 5 Euro Bearbeitungsgebühr je
Auszahlungsvorgang. Daher ist bei der automatischen Guthabenaufladung Vorsicht
geboten. Die Beträge sollten nicht zu hoch angesetzt werden.
Auf der nächsten Seite erfahren Sie die Testergebnisse und
ob sich das Telefonieren mit den Callthrough-Diensten lohnt.
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