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Gefährlicher Spionage-Trojaner "Regin" auf PC im Kanzleramt entdeckt

Auf einem PC im Kanzleramt ist der von der NSA entwickelte Trojaner "Regin" entdeckt worden. Medienberichten zufolge kam die Schadsoftware in das Kanzleramt, weil eine Mitarbeiterin ein Dokument auf USB-Stick an ihrem privaten Rechner bearbeitete.
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Auf einem im PC im Kanzleramt wurde die NSA-Spionage-Software Regin entdeckt.Auf einem im PC im Kanzleramt wurde die NSA-Spionage-Software "Regin" entdeckt. Computer des Kanzleramts sind nach Darstellung der Bundesregierung durch eine Spionageattacke auf eine Mitarbeiterin der Regierungszentrale nicht geschädigt worden. Das IT-System des Amtes sei nicht infiziert worden, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin. Es habe keine Gefahr gegeben.

Der Urheber der Spionageattacke auf eine Mitarbeiterin des Kanzleramts kann nicht nachverfolgt werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind entsprechende Untersuchungen der Sicherheitsbehörden in den vergangenen Monaten erfolglos geblieben.

Regin auf einem USB-Stick entdeckt

Laut einem Bericht der Bild-Zeitung wurde die Spionagesoftware "Regin" auf einem Computer einer Referatsleiterin im Kanzleramt entdeckt. Die Mitarbeiterin in der Europapolitik-Abteilung habe ein Dokument auf einem privaten USB-Stick mit nach Hause genommen. Dort habe sie auf ihrem Privat-Laptop an dem Dokument weitergearbeitet und das Speichermedium wieder ins Kanzleramt mitgebracht. Als die Frau dieses in ihren Dienst-Laptop steckte, habe dessen Viren-Scanner wegen "Regin" Alarm geschlagen.

Nach dpa-Informationen liegt der Trojaner-Angriff mit "Regin" Monate zurück - er soll demnach schon vor dem Sommer erfolgt sein. Laut diesen Informationen war jedoch eine Referentin im Kanzleramt von dem Angriff betroffen und keine Referatsleiterin. Es sei nicht klar, ob Dokumente abgefischt worden seien.

Regierung will Angriffsmuster nicht bestätigen

Das von der "Bild"-Zeitung beschriebene Angriffsmuster auf die Mitarbeiterin des Kanzleramts wollte die Regierungssprecherin ausdrücklich nicht bestätigen. Das zuständige parlamentarische Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste sei informiert worden.

Es gebe keinen Anlass, die Vorkehrungen des Kanzleramts gegen Computerspionage grundsätzlich zu überdenken, sagte Wirtz. Kanzleramt und Bundesregierung hätten die Gefahren durch Cyber-Spionage im Blick. Weitere Details wollte die Sprecherin nicht nennen.

"Regin" gilt als hochentwickelte Spionage-Software

Die besonders schwer zu entdeckende Software "Regin" wird mit dem US-Abhördienst National Security Agency (NSA) und seinem britischen Partner GCHQ in Verbindung gebracht. Möglicherweise verfügen inzwischen auch andere Geheimdienste über Zugang zu "Regin". Sicherheitsexperten zufolge kann die Software unter anderem Aufnahmen vom Bildschirm machen, Passwörter stehlen, den Datenverkehr überwachen und für die Angreifer gelöschte Dateien wiederherstellen.

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