Bundesrat billigt Internet-Sperren gegen Kinderpornografie
Neues Gesetz tritt am 1. August in Kraft
10.07.2009 15:21
Der Bundesrat hat die heftigumstrittenen Internet-Sperren gegen Kinderpornografie gebilligt. Das heute endgültig
verabschiedete Gesetz tritt am 1. August in Kraft. Die Neuregelung ist umstritten. Kritiker befürchten, dass sie einer Internetzensur auch in anderen Bereichen den Weg bereiten könnte, auch wenn dies bislang dementiert werde.
Die Wirkung des Gesetzes war in der parlamentarischen Beratung
abgeschwächt worden. So dürfen Daten von Nutzern, die nur durch
Zufall auf einer Stoppseite landen, nicht für eine Strafverfolgung
gespeichert werden. Ein unabhängiges Kontrollgremium beim
Datenschutzbeauftragten soll die BKA-Sperrlisten regelmäßig auf ihre
Korrektheit überprüfen.
Von der Leyen: "Deutschland findet Anschluss an andere zivilisierte Länder"
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte zur
Verabschiedung: "Damit findet Deutschland Anschluss an zahlreiche
zivilisierte Länder, die bereits seit Jahren entschlossen gegen
Kinderpornografie im Internet vorgehen." Provider, die noch Zeit für
die technische Umsetzung benötigen, hätten nach Inkrafttreten sechs
Monaten Zeit. Danach könnten Bußgelder bis zu 50 000 Euro
verhängt werden.
Im Internet
werden damit künftig Stopp-Schilder erscheinen, wenn Seiten mit
kinderpornografischen Inhalten aufgerufen werden. Mit dem Warnhinweis
soll Benutzern klar gemacht werden, dass ein Umgehen dieser Sperre
für sie strafbar ist. Das reine Anklicken der Stopp-Seiten hingegen ist
strafrechtlich folgenlos.
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