Die Bundesnetzagentur in Bonn
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat heute eine positive Bilanz in punkto
Wettbewerb auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt gezogen. Der Wetbewerb habe sich in
den vergangenen Jahren weiter positiv entwickelt, so die deutsche Regulierungsbehörde anlässlich der
Vorstellung ihres "Tätigkeitsberichts 2010/2011". So habe sich der Anteil der Telekom-Wettbewerber bei Telefonanschlüssen in den vergangenen vier Jahren auf
38 Prozent verdoppelt, insgesamt seien derzeit rund 14 Millionen Telefonanschlüsse bei den
Wettbewerbern geschaltet.
Zahl an IP-basierten Telefonanschlüssen steigt
Dieses Wachstum ist vor allem auf die Zunahme von All-IP-Anschlüssen
zurückzuführen, bei denen die Telefongespräche direkt über die Datenleitung erfolgen (VoIP-/NGN-Anschlüsse). BNetzA-Präsident Matthias Kurth lobte
zudem die Telekom-Konkurrenten dafür, dass diese immer stärker in eigene Infrastruktur investierten
- und dadurch unabhängiger von dem Bonner Ex-Monoplisten würden. An dieser Entwicklung hätten vor
allem die Kabelnetzbetreiber einen erheblichen Anteil, so Kurth.
Breitband-Penetration in Deutschland liegt bei 32 Prozent
Bei den Breitband-Internet-Anschlüssen habe sich das Wachstum weiter abgeschwächt, bilanziert die
Bundesnetzagentur. Mitte dieses Jahres wurden demnach 26,7 Millionen Breitband-Anschlüsse in
Deutschland genutzt. Die Breitband-Penetrationsrate liegt derzeit bei gut 32 Prozent - damit
liege man "bezogen auf die Zahl der Einwohner (...) deutlich über dem EU-Durchschnitt von
26,6 Prozent", sagte Matthias Kurth.
Die Marktanteile der Deutschen Telekom und ihren Wettbewerbern sei indes "weitgehend stabil"
geblieben. Die Konkurrenten des Magenta-Konzerns hätten ihren Anteil von gut 54 Prozent halten
können, teilte die BNetzA mit.
Weiter verstärkt habe sich der Trend zu Bündelangeboten - vor allem Bundles aus Internet- und
Telefonanschluss. Hier befinde sich Deutschland "im europäischen Vergleich an der Spitze", schreibt
die Bonner Behörde. Neuer Trend: "In die Bündelangebote werden in jüngster Zeit weitere Elemente
integriert. So kommen neben TV-Angeboten zunehmen Mobilfunk- und sogenannten Cloud-Dienste hinzu",
so BNetzA-Präsident Kurth.
BNetzA setzt auf Technologie-Mix beim Breitbandausbau
Den weiteren Breitbandausbau in Deutschland werde man mit einem Technologie-Mix erreichen, gibt sich
der Regulierer betont optimistisch. Hierbei setze man auf VDSL,
FTTB/FTTH, das TV-Kabel und drahtlose Technologien. Mit diesem Mix ist nach Ansicht
von Kurth "das Ziel der Breitbandstrategie im Wettbewerb zu
erreichen".
Mittlerweile sei ein Breitband-Anschluss mit einem Downstream von mindestens 1 MBit/s in rund
99 Prozent aller Haushalte verfügbar. Ein Anschluss mit mindestens 2 MBit/s könne in gut
93 Prozent aller Haushalte genutzt werden - 2009 seien es lediglich 70 Prozent gewesen.