Überblick

Bundesliga ab 2013 im Überblick: Wer zeigt wann was?

Telekom großer Verlierer, Sky hat alle Pay-TV-Rechte
Aus Frankfurt am Main berichtet
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Christian Seifert, Geschäftsführer DFL (links), DFL-Präsident Reinhard RauballChristian Seifert, Geschäftsführer DFL (links), DFL-Präsident Reinhard Rauball Ein Raunen ging heute Mittag durch den von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gemieteten Saal, als bekannt wurde, dass Sky der Telekom auch die IPTV-Rechte weggekauft hatte. Ein Raunen von Sport- und Medienjournalisten, das zeigt, dass auch die Insider der Branche gerade eine faustdicke Überraschung erlebten. Mit einer kompletten Rechte-Vergabe an Sky hatte wohl kaum einer gerechnet. Die Telekom zeigte sich in einer anschließenden Stellungnahme zerknirscht.

Als "guten Tag für den deutschen Fußball" bezeichnete Dr. Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbandes, die Vergabe der Rechte und die getroffene Entscheidung, die von den Liga-Vertretern einstimmig angenommen worden sei. Er dankte den unterlegenen und erfolgreichen Bietern für die hochwertigen Angebote. "Vereine und Fans haben allen Grund, positiv in die Zukunft zu gucken", sagte er.

Für die Telekom und ihr Exklusiv-Programm Liga total! wird die kommende Bundesliga-Saison die letzte sein. Wenn die Telekom sich nicht noch Sublizenzen oder Wholesale-Abkommen von Sky sichern kann, würde Sky sehr wahrscheinlich auf die Ausstrahlung des von Sky produzierten Programmes bestehen. Eventuell muss der Telekom-Riese ab Sommer 2013 aber auch ganz auf die Fußball-Übertragung verzichten. Die Free-TV-Rechte bleiben weitgehend unverändert. Wir zeigen Ihnen, wann was wo zusehen sein wird.

Pay-TV: Alle Rechte liegen bei Sky

Was den Pay-TV-Bereich und somit die Live-Spiele angeht, wird es einfacher als bisher. Die Telekom hat keinerlei Rechte mehr, da Sky auch jene Pakete gekauft hat, die der Pay-TV-Sender bislang nicht hatte. Das heißt, egal ob per Kabel, Satellit, Mobilfunk, IPTV oder Internet: Bundesliga live gibt es nur noch bei Sky - sofern der Sender nicht Sublizenzen vergibt. Einzige Ausnahme: Das Montagsspiel der 2. Liga. Dieses wird parallel auch live bei Sport1 zu sehen sein - ohne Bezahlung. Auch die Eröffnungsspiele der Hin- und Rückrunde, den Supercup und die Relegationsspiele gibt es kostenlos - bei der ARD.

Axel Springer darf eine Stunde nach den Spielen im Internet berichten

Zwei Neuerungen gibt es bei der Highlight-Berichterstattung: Eine Stunde nach den Spielen darf der Axel Springer Verlag im Internet hinter einer Bezahlschranke über die Spiele berichten. Dabei handelt es sich um kurze Clips, die neben dem Internet auch per Mobile TV zur Verfügung gestellt werden dürfen. Zudem dürfen die Clips ab Mitternacht des jeweiligen Tages kostenlos ins Netz gestellt werden. Nach Angaben der DFL hatten an diesem Paket die meisten Bieter Interesse.

Die weitere Neuerung: Sport1 darf am Sonntag zwischen 6 und 15 Uhr eine Drittverwertung im Free-TV ausstrahlen. Die Sendung darf bis zu 90 Minuten lang sein und beinhaltet alle Freitags- und Samstagsspiele. Am Sonntag ab 19.15 Uhr darf der Sender zudem über die 2.-Liga-Spiele vom Sonntag berichten, am Freitag ab 22.30 Uhr über die 2.-Liga-Spiele vom Freitag.

ARD & ZDF: (Fast) alles bleibt, wie es ist

Die Erstverwertungen teilen sich im Free-TV ARD und ZDF. Dabei gibt es kaum Änderungen gegenüber dem heutigen Vorgehen. Demnach zeigt die ARD samstags zwischen 18.30 und 20.15 Uhr die Spiele der 1. Liga vom Freitag und Samstag 15.30 Uhr sowie der 2. Liga am Samstag um 13 Uhr. Am Abend ab 21.45 Uhr zeigt das ZDF diese Spiele ebenfalls - sowie eine Zusammenfassung des 18.30-Uhr-Topspiels am Samstag. Die Sonntagsspiele zeigt wieder die ARD. Möglich ist das schon ab 21.15 Uhr - eine Zeit, die aufgrund des traditionellen Tatorts aber wohl nicht zum Tragen kommen wird.

Ebenfalls darf Sky die Spiele zusammenfassen - dies geschieht direkt nach Abpfiff. Heute wird dieses schon auf dem Bundesliga-Kanal gemacht, möglich aber auch, dass dies künftig auf Sky Sport News HD stattfindet. Alle Highlight-Berichterstattungen mit Ausnahme des "Axel-Springer-Paketes" sind Technologie-neutral vergeben worden, dürfen also auf allen Plattformen ausgestrahlt werden.

Rechte kosten durchschnittlich 628 Millionen Euro pro Saison

Beim eingangs erwähnten Raunen sollte es übrigens nicht bleiben. Ein zweites Raunen ging durch den Saal, als DFL-Chef Christian Seifert auf den finanziellen Teil zu sprechen kam. Die Liga hatte sich zwar einen finanziellen Zuwachs erhofft, mit den nun erzielten Summen dürfte sie aber nicht gerechnet haben. Durchschnittlich 628 Millionen Euro zahlen alle Sender pro Saison. Dabei beginnt die Saison 2013/2014 mit einem Erlös von 560 Millionen Euro, während die Saison 2016/2017 dann 673 Millionen Euro erlösen wird. In der Branche waren zuletzt Erlöse von 500 Millionen Euro erwartet worden.

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