Zahlen

Schnelles Internet: Kaum Geld für Flächenländer

Nur etwas mehr als 600 Millionen Euro fließen in die Breitbandförderung der Bundesländer. Einzelne Länder bekommen fast gar kein Geld. Wir zeigen, in welches Bundesland wie viel Geld fließt.
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Schnelles Internet für die Fläche, aber wenig GeldSchnelles Internet für die Fläche, aber wenig Geld Ein Teil des Geldes aus der Ver­steigerung von Mobil­funk­frequenzen im Frühjahr geht in den Ausbau von schnellen Inter­net­an­schlüssen. Das stand schon im Vorfeld der Auktion fest. Die Vergabe des Geldes erfolgt dabei nach einem komplizierten Schlüssel.

So gehen generell nur Gelder aus den Frequenzen um 700 und 1500 MHz auch an die Länder, weil diese Frequenzen ursprünglich dem Rundfunk zugeteilt waren und somit unter der Hoheit der Länder stehen. Jetzt ist bekannt, wie viel Geld in die einzelnen Länder fließt.

Für die genannten Frequenzen legten die Mobilfunker 1,3 Milliarden Euro auf den Tisch, die sich Bund und Länder je zur Hälfte teilen. Die Aufteilung auf die Länder erfolgt nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel, der Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft berücksichtigt.

Verteilung der Fördergelder

Bundesland Betrag Anteil
Baden-Württemberg 80,5 Millionen 12,9 Prozent
Bayern 97,2 Millionen 15,5 Prozent
Berlin 31,6 Millionen 5,0 Prozent
Brandenburg 19,2 Millionen 3,1 Prozent
Bremen 6,0 Millionen 1,0 Prozent
Hamburg 15,8 Millionen 2,5 Prozent
Hessen 46,1 Millionen 7,4 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern 12,7 Millionen 2,0 Prozent
Niedersachsen 58,4 Millionen 9,3 Prozent
Nordrhein-Westfalen 132,8 Millionen 21,2 Prozent
Rheinland-Pfalz 30,3 Millionen 4,8 Prozent
Saarland 7,6 Millionen 1,2 Prozent
Sachsen 31,8 Millionen 5,1 Prozent
Sachsen-Anhalt 17,7 Millionen 5,1 Prozent
Schleswig-Holstein 21,3 Millionen 3,4 Prozent
Thüringen 17,1 Millionen 2,7 Prozent
Gesamt 626,051 Millionen 100 Prozent
Quelle: Bundesregierung

Flächenländer mit wenig Förderung

Die Aufstellung zeigt, dass vor allem Flächenländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen- und Sachsen-Anhalt aber auch Schleswig-Holstein kaum von der Förderung profitieren. Dabei haben gerade Flächenländer ein Problem mit der flächendeckenden Breitbandversorgung, weil es hier kaum möglich ist, wirtschaftlich VDSL oder gar FTTH/FTTB-Netze aufzubauen.

Aufgrund der Bevölkerungsdichte wäre ein wirtschaftlicher Netzausbau in Stadtstaaten wie Berlin, Bremen oder Hamburg deutlich einfacherer möglich. Auch wenn es in diesen Städten weiterhin unterversorgte Straßenzüge gibt, wäre das Fördergeld von mehr als 53 Millionen Euro vermutlich in anderen Bundesländern sinnvoller angelegt gewesen. Niedersachsen und Bayern sind die Flächenländer mit einer hohen Förderquote, beide haben jedoch auch schon eine vergleichsweise gute Breitbandversorgung.

Schleswig-Holstein hatte sich schon am Wochenende geäußert, dass man ursprünglich mehr Geld aus der Frequenzauktion erhofft hatte. Dabei gilt das nördlichste Bundesland schon als vorbildlich in Sachen Glasfaserausbau, hat es doch laut Breko schon einen Glasfaser-Versorgungsgrad von 23 Prozent.

Zu den Fördergeldern, die direkt an die Länder gehen, kommen noch weitere Gelder vom Bund. Doch hier sind noch viele Fragezeichen zu vernehmen. So ist unklar, was der Bund konkret fördern soll. Die Länder fordern in jedem Fall Absprachen zwischen Bund und Ländern, da sie sonst das Verbrennen von Geld befürchten. Der zuständige Minister Alexander Dobrindt (CSU) musste sich in dieser Angelegenheit schon Kritik anhören.

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