Reaktion

2,394 Mrd. Euro Glasfaser-Investment: Gegenangriff der Alternativanbieter

Klein beigeben nach dem Regulierungsentwurf der Telekom? Nicht mit dem Breko: Der Geschäftsführer des Branchenverbandes bläst zum Gegenangriff. Mehr als 2,3 Milliarden Euro wollen die eigenen Mitglieder in den Netzausbau investieren.
Aus Berlin berichtet
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Es war zu erwarten: Die Jahrestagung des Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) steht nicht nur unter dem Eindruck des Entscheidungsentwurfes der Bundesnetzagentur zu VDSL Vectoring - mehr noch! Die im Breko organisierten Netzbetreiber - immerhin etwa 130 verschiedene Firmen - nutzen ihre Jahresversammlung, um sich gemeinsam gegen die Telekom zu verbünden. "Wir sind hier nicht zusammengekommen, um die weiße Flagge zu hissen", sagte Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer des Breko in seiner Auftaktrede vor den etwa 500 angemeldeten Teilnehmern in Berlin.

Albers appellierte an seine Mitgliedsunternehmen, dem Regulierungsentwurf mit einem "Jetzt erst recht" entgegenzutreten. Wenn der Entwurf am Ende so durchgehen würde, "dann ist die Zahnpasta aus der Tube raus und wir bekommen sie nicht wieder rein". Deswegen gelte es, den Entwurf zu verbessern. Dabei hätte der Antrag der Telekom, der im vergangenen Winter gestellt wurde, eigentlich abgelehnt gehört, weil er dem Wettbewerb zuwider laufe, so Albers weiter.

Ausnahmen vom Telekom-Monopol werden selten sein

Dr. Stephan AlbersDr. Stephan Albers Die Telekom hatte die Bundesnetzagentur und die Bundesregierung mit einer Investitionszusage von über einer Milliarde Euro gelockt. "Man könnte den Eindruck bekommen, Regulierungsentscheidung werden versteigert", so Albers. Zwar hätten die alternativen Netzbetreiber die exklusive Ausbaumöglichkeit der Telekom verhindert, doch das beschränke sich aufgrund der Bedingungen auf etwa sechs bis sieben Prozent aller Fälle, prognostizierte Albers. Breko-Mitglieder wollen investierenBreko-Mitglieder wollen investieren

"Wir gehen in die Gegenoffensive", so Albers. Mehrere Unternehmen des Verbands haben inzwischen eigene Investitionszusagen abgegeben - teils ebenfalls für VDSL Vectoring wie die Zusage von der EWE Tel. Teils investiere man aber auch in Glasfaser bis zum Kunden wie bei der Deutschen Glasfaser oder den Stadtwerken Neumünster. Auf der Tagung nannte Albers noch weitere Mitgliedsunternehmen, die inzwischen verbindliche Zusagen abgegeben hätten: TNG, meteringservice, RKOM, eins, Netcom Kassel, Thüringer Netkom, wobcom und htp. Die aktuelle Investmentzusage der Mitgliedsunternehmen belaufe sich somit auf inzwischen 2,394 Milliarden Euro.

Was Günther Oettinger den Vertretern der Wettbewerber zu sagen hatte und wie er ihnen Hoffnung machen konnte, haben wir in einer eingenen News zusammengefasst. Die Positionen der Deutschen Telekom und der Wettbewerberzu Glasfaser vs. Vectoring haben wir zudem in einem weiteren Artikel zusammengestellt.

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