Breitband ausreizen

Multimedia-Dienste für den Breitband-Anschluss

Den Internetzugang mit IP-TV und Downloads bis zum Limit ausreizen
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Seit dem Erfolg von Youtube sind im Internet massenweise Video-Dienste entstanden, teilweise auch direkt bei den Internet-Providern. Bezüglich der Übertragungsrate ist Youtube früh mit gutem Beispiel vorangegangen und hat den Nutzern ermöglicht, ein und dasselbe Video in unterschiedlichen Bitraten zwischen 240p und mittlerweile maximal 4K abzuspielen. Allerdings ist es in Deutschland recht müßig, die heimische Internet-Bandbreite der bei Youtube möglichen Video-Auflösung gegenüberzustellen. Schuld daran ist die in Deutschland nicht verbotene Priorisierung von Datenströmen, die beispielsweise die Telekom zeitweise dazu veranlasst hat, Youtube-Datenströme weniger priorisiert weiterzuleiten, was bei den Endanwendern trotz Breitbandanschluss eine stockende Wiedergabe zur Folge hatte. Video-on-Demand-Dienste nehmen auch Kunden mit kleinerer Bandbreite ins BootVideo-on-Demand-Dienste nehmen auch Kunden mit kleinerer Bandbreite ins Boot

Eine ähnliche Technik können Breitbandanwender aber auch zuhause gezielt einsetzen, um Datenströme im Heimnetzwerk zu priorisieren: Diese Funktion nennt sich Traffic-Shaping und wird von einigen AVM-Fritzbox-Modellen und Telekom-Speedport-Routern unterstützt. Hier kann den Datenströmen eines bestimmten Protokolls (zum Beispiel VoIP) eine höhere Priorität zugewiesen werden als anderen wie zum Beispiel HTTP-Seitenaufrufen oder Downloads.

Streaminganbieter wie Lovefilm, Maxdome oder Videoload gehen momentan noch einen anderen Weg: Um möglichst viele Kunden - auch mit niedrigerer Internet-Bandbreite - ins Boot zu holen, reduzieren sie grundsätzlich die Videoqualität. Maxdome bietet Filme standardmäßig im WMV-9-Format mit Stereo-Ton an. Für einen Aufpreis können ausgewählte Filme auch in hoher Auflösung abgespielt werden, allerdings aus lizenzrechtlichen Gründen zum Teil nur über eine Settop-Box auf dem Fernseher und nicht auf dem Computer.

AppleTV bildet mit seiner Settop-Box ein mehr oder weniger geschlossenes System, bei dem Nutzer Filme im iTunes-Store in zwei verschiedenen Auflösungen ausleihen können. Für HD-Filme mit einer Auflösung von 1280 mal 720 Pixel gibt Apple eine "Internetverbindung mit gleichbleibender Datenrate von 6 MBit/s (oder schneller)" an, bei SD-Filmen mit 720 mal 480 Bildpunkte sollte die Datenrate laut Apple mindestens 2,5 MBit/s betragen. In beiden Formaten wird ein Teil der Filme mit Dolby Digital 5.1 Surround-Sound wiedergegeben.

Lovefilm nur in "nahezu DVD-Qualität"

Auch Lovefilm streamt sein Video-on-Demand-Angebot nach eigenen Angaben lediglich in "nahezu DVD-Bildqualität", und dies seit neuestem auch aufs iPad. Für gute Leistung und Bildqualität empfiehlt Lovefilm eine Internetgeschwindigkeit von mindestens zwei Megabit pro Sekunde. Von einer "Auslastung" des Breitbandanschlusses kann man hier kaum sprechen, es sei denn dass mehrere Benutzer pro Anschluss gleichzeitig Filme streamen. Allerdings beschert Lovefilm diese Qualitätsreduzierung einen potenziell höheren Kundenkreis.

Videoload setzt auf einen Player mit Microsofts Silverlight-Technik und bietet die Videos in unterschiedlichen Qualitäten an. Als Downloadgeschwindigkeit betrachtet Videoload lediglich ein Megabit als Mindestvoraussetzung. Je nach Internet-Bandbreite werden die Videos mit einer Bitraten von maximal 736 kB/s, 1465 kB/s oder 2600 kB/s ausgeliefert. Das verwendete Ton-Format Dolby Pro Logic II beliefert immerhin Heimkinoanlagen mit Mehrkanal-Sound, ist aber qualitativ unter den auf der DVD verwendeten Formaten Dolby Digital und DTS angesiedelt. Würde man einen HD-Film mit DTS-HD in Blu-ray-Qualität über das Internet streamen, wäre hierfür eine reelle Datenrate von durchschnittlich etwa 30 MBit/s notwendig.

Auf der folgenden Seite lesen Sie, wie Sie Ihren Breitband-Anschluss mit Download-Portalen, TV-Aufnahmediensten und Foto-Seiten strapazieren können.

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