Breitband

Studie: Kabelkunden sind für DSL-Anbieter dauerhaft verloren

Mehr als 30 Prozent der DSL-Kunden plant einen Anbieterwechsel
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Achtung Breitbandkabel heißt es für die DSL-Anbieter in Deutschland"Achtung Breitbandkabel" heißt es für die DSL-Anbieter in Deutschland Die DSL-Anbieter in Deutschland geraten einer Studie von SMP Strategy Consulting zufolge immer mehr unter Druck. Konkurrenz wird ihnen vor allen von den Kabelnetzanbietern gemacht, die immer größere Stücke des Breitbandmarktes an sich reißen. Holger Neinhaus von SMP kommt sogar zu dem Ergebnis: "Kunden, die einmal zu einem Kabelanbieter gehen, sind für die DSL-Anbieter kaum noch zurückzugewinnen."

Für DSL-Anbieter geht es im Breitbandmarkt deswegen vor allem darum, ihre Kunden zu binden und das Kündigermanagement im Griff zu haben. Wachstumspotenziale sind für sie vor allem in Zusatz- und Bündellösungen zu finden. Hier hätten DSL-Anbieter noch Vorteile gegenüber Kabelnetzbetreibern. Für die Marktanalyse "Telko-Radar 2012" hat die Strategieberatung SMP eine repräsentative Umfrage unter 1400 Kunden verschiedener Telekommunikationsanbieter gemacht. Nach Angaben der Beratungsfirma handelt es sich um die erste Studie hierzulande, die die Wahrnehmung der sieben großen Breitbandanbieter bei den Endverbrauchern vergleicht. Befragt wurden jeweils 200 Kunden der Deutschen Telekom, von Vodafone, 1&1, Telefónica (o2, Alice), Unitymedia, Kabel Deutschland und Kabel BW.

30 Prozent der DSL-Kunden wollen ihren Anbieter wechseln

Mehr als ein Viertel aller Breitbandkunden plant den Ergebnissen zufolge in den nächsten zwölf Monaten einen Wechsel des Anbieters. Noch höher ist diese Quote bei den konventionellen DSL-Anbietern, wo es im Durchschnitt mehr als 30 Prozent der Kunden sind, die ihren Anbieter verlassen wollen. Die Kabelnetzanbieter hingegen können sich mit mit 14 Prozent wechselwilligen Kunden über niedrige Abwanderungsquoten freuen. Unter den klassischen DSL-Anbietern kann sich lediglich die Deutsche Telekom teilweise von dem Trend abheben. Aus Sicht der Analysten profitiert sie von bei den Endverbrauchern wahrgenommen Werten wie Sicherheit und Stabilität.

Aus Sicht von SMP haben die DSL-Anbieter vor allem in Sachen Konvergenz gute Chancen, die Kunden bei sich zu halten. Mehr als 50 Prozent der Kunden wünschen sich angeblich alle Leistungen aus einer Hand. Das betreffe vor allem Mobilfunk, Festnetz und Fernsehen. Aber auch hier droht den DSL-Anbietern Ungemach seitens der Kabelanbieter. Sie können TV-Signale besser anbieten als die DSL-Anbieter, da ihr Kabelnetz deutlich besser für TV-Übertragungen geeignet ist als ein IP-Netz, bei dem Bandbreite für die Fernsehübertragung verloren geht.

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