TV-Produzenten

Deutsche Konkurrenz zu Netflix & Co. geplant

Mehrere große deutsche TV-Produzenten wollen ein eigenes Online-Portal starten und so in Konkurrenz zu Netflix & Co gehen. Auch die ARD soll möglicherweise beteiligt sein. Ob und wann das Projekt startet, ist jedoch vollkommen unklar.
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Lass das mal den Papa machen - TV-Produzenten wollen ein eigenes Streaming-Portal starten. Das Bild zeigt den Start zu den Dreharbeiten von Stromberg - Der Film"Lass das mal den Papa machen" - TV-Produzenten wollen ein eigenes Streaming-Portal starten. Das Bild zeigt den Start zu den Dreharbeiten von "Stromberg - Der Film" Deutsche TV-Produzenten wie Brainpool ("TV Total", "Pastewka") und Beta Film ("Unsere Mütter, unsere Väter", "Verbrechen") planen derzeit mit mindestens einer privatwirtschaftlichen Tochter eines öffentlich-rechtlichen Systems eine deutsche Online-Videoplattform. Der öffentlich-rechtliche Teil soll dabei offenbar von der ARD eingebracht werden. Das berichtet das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe. "Wir prüfen derzeit, ob es möglich ist, ein wirtschaftlich tragfähiges Angebot zu entwickeln, das kartellrechtlich unproblematisch ist", sagte eine mit dem Projekt vertraute Person der Zeitung.

Ein erster Versuch der Produzenten gemeinsam mit ARD und ZDF unter dem Arbeitstitel "Germany's Gold" eine deutsche Online-Videoplattform zu starten, war 2013 am Widerstand des Bundeskartellamts gescheitert. Die Wettbewerbshüter monierten, dass mit ARD und ZDF zwei Sender an dem Projekt beteiligt seien, bei denen es sich eigentlich um Wettbewerber handele. Deshalb soll diesmal wohl nur die ARD mitmachen. Die Initiatoren des Projekts hoffen dennoch, auf ZDF-Produktionen zugreifen zu können, da immer mehr Produzenten die Online-Rechte an ihren Werken für sich behalten. Über eine entsprechende Online-Aktivität der ARD war schon im Juli spekuliert worden.

Zustimmung des Bundeskartellamtes unklar

Ob das neue Projekt den Segen des Bundeskartellamtes bekäme, ist unklar. Zwar habe man mit Kartellrechtlern gesprochen, sagte ein Insider dem Handelsblatt. Doch mit dem Kartellamt selbst wurde noch kein Kontakt aufgenommen. Und ob und wann das neue Projekt startet, ist ebenfalls unklar. Sollte man nicht genug attraktive Angebote zusammenbekommen, so würde man das ganze Unterfangen abblasen. Das erscheint angesichts des nunmehr großen Wettbewerbs im Online-Streaming-Markt auch vernünftig, vermutlich werden sich nur wenige Kunden gleich mehrere Abos bei Streaming-Diensten gönnen. Zahlreiche Netflix-Mitbewerber wie Sky Snap oder Maxdome hatten auf den Start des US-Giganten in Deutschland im September reagiert.

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