Digitale Dividende: BNetzA will Chancengleichheit verbessern
24.08.2009 15:35
Modalitäten der Versteigerung werden überprüft, so Präsident Kurth
Bei der anstehenden Verteilung von Frequenzen für die drahtlose Internet-Anbindung per Funk will die Bundesnetzagentur (BNetzA) den kleineren
Netzbetreibern E-Plus und o2 unter
die Arme greifen, um für mehr Chancengleichheit zu sorgen. Dies berichtet die
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer Online-Ausgabe. E-Plus und o2 sehen sich demnach
bei der Frequenzausstattung bereits jetzt benachteiligt und fordern die
Verbesserung ihrer Möglichkeiten gegenüber den Mitbewerbern. Darüber hinaus
setzen sich die beiden Netzbetreiber für eine teilweise Umverteilung des
900-Megahertz-Frequenzbereichs des GSM-Netzes im Vorfeld der Vergabe neuer Frequenzen ein.
Darüber denke man nach, so die BNetzA.
Im Zuge der Versorgung
ländlicher Gebiete mit Breitband-Internetverbindungen
per Funk, der so genannten Digitalen Dividende,
steht im nächsten Jahr die Versteigerung eines Frequenzpaketes zwischen 790 und
862 Megahertz an.
Wie BNetzA-Präsident Matthias Kurth der Zeitung mitteilte, könne das Design der
Versteigerung geändert werden, um die Chancengleichheit zu erhöhen. Es sei
keineswegs sicher, dass T-Mobile und
Vodafone automatisch die Gewinner der Ausschreibung
sein würden, da E-Plus mit KPN
und o2 mit Telefónica ebenfalls finanzstarke
Partner im Rücken hätten.
Regionale Anbieter bekommen nicht automatisch Frequenzen
Auch zu der von den Kabelnetzbetreibern geforderten Reservierung von
Frequenzblöcken nahm Kurth Stellung, solch eine bevorzugte Behandlung sei nicht
vorgesehen. Generell seien aber auch Zusammenschlüsse von regionalen Anbietern
zulässig, um bei der bundesweiten Vergabe mitzubieten. So hohe Preise wie bei
der Versteigerung der
UMTS-Frequenzen im Jahr
2000, die etwa 50 Milliarden Euro in die
Staatskassen spülte, werden bei der aktuellen Vergabe nicht erwartet.
Mit rund 20 Millionen Kunden ist DSL mit Abstand die
führende Breitband-Technik, doch das Internet über TV-Kabel
oder UMTS/HSPA spielt
eine immer größere Rolle. Ein Nischendasein führen weiterhin die Zugänge über
WiMAX und Satellit.