Flexible Frequenznutzung

BNetzA will GSM-Frequenzen für mobiles Breitband freigeben

900- und 1800-MHz-Frequenzen sollen ab 2017 flexibel genutzt werden
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MobilfunkantenneDie Bundesnetzagentur will
die 900- und 1800-MHz-Frequenzen auch für mobiles Breitband freigeben
Die Bundes­netzagentur (BNetzA) will die 900- und 1800-MHz-Frequenzen künftig auch für Breitband­dienste freigeben. Wie berichtet, laufen die bisherigen Frequenz-Zuteilungen der D- und E-Netz-Frequenzen Ende 2016 aus. Im Zuge der Neuvergabe der Frequenzrechte will die BNetzA nun auch eine Flexibilisierung der Frequenz­nutzung ermöglichen, so dass breitbandige Anwendungen auch über 900 MHz und 1800 MHz laufen könnten.

Derzeit fast ausschließlich GSM-Nutzung über 900 MHz und 1800 MHz

Bislang nutzt nur der Mobilfunk-Netzbetreiber E-Plus das 900-MHz-Band für mobiles Breitband und hat hierfür eine entsprechende Genehmigung der deutschen Regulierungs­behörde erhalten. Ansonsten würden die beiden Frequenzbereiche "intensiv für die GSM-Anwendungen Sprachtelefonie und SMS" genutzt, teilt die BNetzA mit.

Frequenzverteilung ab 2017 noch offen

Die Bundesnetzagentur hatte im Dezember vergangenen Jahres ein formales Bedarfs­ermittlungs­verfahren für die beiden Frequenzbänder gestartet. Hier mussten die Netzbetreiber ihren Frequenzbedarf bei 900 MHz und 1800 MHz bis Mitte Januar dieses Jahres anmelden; die Bundesnetzagentur will nun feststellen, ob - und wenn, in welchem Umfang - Frequenzknappheit drohen könnte. Hierbei ist noch offen, ob es auch zu einer Umverteilung von Frequenzen ab dem Jahr 2017 kommen könnte. E-Plus fordert seit längerem, spätestens ab 2017 weitere D-Netz-Frequenzen zu erhalten - hier hätte die deutsche KPN-Tochtern gerne 2 x 2,4 MHz zusätzliches 900-MHz-Spektrum und würde im Gegenzug 2 x2,4 MHz 1800-MHz-Spektrum abgeben.

BNetzA lädt zur Diskussion über künftige Frequenznutzung ein

Zur Frage der künftigen Nutzung der 900- und 1800-MHz-Frequenzen hat die BNetzA heute ein Diskussionspapier veröffentlicht. "Interessierte Kreise der Öffentlichkeit" (neben den Netzbetreibern beispielsweise Verbände, Verbraucherorganisationen, Gerätehersteller oder Diensteanbieter) können nun bis 3. Juli Stellung nehmen.

"Die enorme Dynamik mobiler breitbandiger Internetdienste zeigt, dass ein wachsender Bedarf nach geeigneten Frequenzen für einen verstärkten Ausbau der Breitbandnetze besteht", sagte Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann. "Um die künftige Entwicklung von Markt und Technologien richtig abzuschätzen, laden wir alle interessierten Kreise ein, Tatsachen und Prognosen zu kurz-, mittel- und langfristigenEntwicklungen im Bereich des drahtlosen Netzzugangs vorzubringen und Einschätzungen zu adäquaten Frequenz­ausstattungen vorzunehmen."

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