Ausweitung

Blurb will E-Book-Markt durch interaktive Werke aufmischen

Autoren & Designer können Publikationen zu Werbezwecken nutzen
Von mit Material von dpa
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Blurb will deutschen E-Book-Markt durch interaktive Werke aufmischenBlurb will E-Book-Markt aufmischen Das kalifornische Unternehmen Blurb ermöglicht es Nutzern, Bücher in Eigenregie zu publizieren. Stand der Service zunächst nur in Amerika zur Verfügung, so expandierte die Firma im Frühjahr 2011 auch nach Deutschland. Jetzt möchte Blurb mit einem Angebot für "E-Books on demand" das Angebot noch weiter ausweiten. "Wir sehen hier eine große Nachfrage", sagte der Europa-Manager des Unternehmens, Lee Cowles. "Bereits im nächsten Jahr werden wir bei Books on Demand mehr E-Books als gedruckte Bücher sehen." Cowles stellte das E-Book-Konzept des Anbieters heute auf der Berliner Internet-Konferenz Next vor.

Hinter der Geschäftsidee von Blurb steckt der Wunsch, sowohl Einsteigern als auch Profis und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Publikationen wie Kochbücher, Romane, Briefsammlungen oder Bild-Bände ohne das Mitwirken eines großen Verlages und unabhängig von der Auflage veröffentlichen zu können. Dazu bietet Blurb im Internet eine Reihe von Software-Werkzeugen an, die das Publizieren für digitale Geräte möglichst einfach machen sollen.

Der vor sechs Jahren gegründete Anbieter konzentrierte sich bisher vor allem auf die Herstellung von Fotobüchern. E-Book-Ausgaben für das iPad oder das iPhone seien dann als zusätzliches Angebot zum gedruckten Fotobuch hinzugekommen, sagte Cowles.

ePub3 soll neuen Schwung in E-Book-Entwicklung bringen

"Momentan ist das E-Book-Angebot ganz nett, aber noch nicht zwingend", sagte Cowles. Das werde sich ändern mit den Möglichkeiten für die Integration von Audio, Video und interaktiver Steuerung im neuen E-Book-Standard ePub3. Die neue Format-Version basiert auf HTML5 und ermöglicht es Verlagen, sich von den herkömmlichen Buchformaten zu lösen und multimedial aufbereitete und benutzerfreundlichere Dokumente zur Verfügung zu stellen. Derartige Werke wurden bereits für Apples iPad veröffentlicht – bekanntes Beispiel ist das Buch Alice in Wonderland, das von den Entwicklern von AtomicAntelope interaktiv umgesetzt wurde.

Blurb will sich in Deutschland zunächst vor allem an Autoren, professionelle Designer und Fotografen sowie an Unternehmen wenden, die digitale Publikationen für Werbezwecke einsetzen wollen. Mit dem Trend zu E-Books werde die Bedeutung der traditionellen Verlage ebenso abnehmen wie die des Buchhandels, sagte der Manager voraus. Die Aufgaben der Verlage, so erwartet Cowles, werden künftig zum Teil von den Autoren selbst, zum Teil von Diensteanbietern im Internet übernommen. "Der Vertrieb erfolgt dann über Soziale Netzwerke, Buch-Communities im Netz oder persönliche Blogs."

Alive in Wonderland: Interaktives E-Book

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