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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Streit um Abhörsicherheit verhagelt RIM die Torch-Premiere (aktualisisert)04.08.2010
12:51 Mehrere Länder stören sich an verschlüsselten Blackberry-Daten
Der Blackberry-Hersteller RIM schickt ein wie berichtet neues
Smartphone mit Touchscreen und Tastatur in den Kampf gegen das iPhone
und die immer beliebter werdenden Android-Geräte. Mit dem neuen
Torch 9800 will das Urgestein seine bröckelnde Stellung in der boomenden
Branche festigen. Doch die Premierenparty wurde dem kanadischen
Unternehmen gründlich verhagelt. Denn nun stößt sich auch Saudi-Arabien an den verschlüsselten Datenströmen der Blackberrys. Die als
abhörsicher geltenden Dienste, mit denen RIM seine Geräte so populär
gemacht hat, wollen die dortigen Behörden noch in dieser Woche verbieten.
Nach Angaben der saudischen Kommission für Kommunikation und Informationstechnologie wurden die Mobilfunkanbieter aufgefordert, den Messenger-Dienst der Blackberrys zu blockieren, da bestimmte behördliche Anforderungen nicht erfüllt worden seien. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht. Ab Oktober wollen auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die verschlüsselte Kommunikation im Land verbieten. Den Sicherheitsbehörden in Indien ist RIM unterdessen entgegen gekommen - das Unternehmen will ihnen Einblick in den E-Mail-Verkehr seiner Kunden geben. Schlüssel zum Erfolg oder Archilles-Verse?Die Sicherheitsbehörden der Länder kritisieren, dass die mobile Kommunikation über die Blackberrys verschlüsselt über Server im Ausland abgewickelt wird. Die Regierungsstellen haben auch bei einem Verdacht auf kriminelle oder terroristische Aktionen keinen Einblick in die Kommunikation. Am damals großen Erfolg der Blackberrys hatte gerade die verschlüsselte Abwicklung des Mail-Verkehrs erheblichen Anteil. Vor allem Unternehmen und Regierungsstellen hatten deshalb ihre Mitarbeiter mit Blackberrys ausgestattet. Dabei hätte es eine schöne Premierenparty werden können, die RIM dringend bräuchte. Das Torch ist auch das erste Gerät der Kanadier, das mit dem neuen, generalüberholten Betriebssystem Blackberry OS 6.0 aussgattet ist. Es verfügt über einen neu gestalteten Browser und unterstützt zum Beispiel das Zoomen mit Finger-Bewegung, wie man es vom iPhone kennt. "Das ist eine der bemerkenswertesten Neuvorstellungen in der Geschichte von RIM", lobte sich Co-Chef Mike Lazaridis zur Präsentation des "Torch" selbst. Während die Blackberrys ihren Erfolg auch immer ihrer Tastatur verdankt haben, lässt sich diese beim Torch hinter das Display schieben. Über die Slider-Funktion kommt das Gerät nun auch mit großem Touch-Display wie Apples iPhone daher. Blackberry OS 6.0 ist gut, aber die Konkurrenz schläft nichtUnd am iPhone sowie zunehmend an den neuen Geräten mit Googles Android-System muss sich im boomenden Smartphone-Markt derzeit alles messen lassen. Auch Branchenbeobachter ziehen die Konkurrenz als Messlatte heran. Das Betriebssystem sei ein sehr gutes Upgrade mit einer Menge guter Funktionen, sagte Gartner-Analyst Ken Dulaney der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. "Aber es hat nicht das Look and Feel der Android- oder Apple-Betriebssysteme." Dulaney sei deshalb nicht sicher, ob es RIM mit dem Gerät gelingt, sich wirklich gegen die Rivalen zu behaupten. Noch ist RIM die Nummer zwei bei den Smartphones nach Nokia, steht aber massiv unter Druck. Apple holt mit seinem iPhone derzeit in großen Schritten auf. Auch die Smartphones mit dem Android-Betriebssystem von Google erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Zu allem Überfluss könnte nun der Streit um die Abhörsicherheit der Blackberrys auf politischer Ebene dem Unternehmen auch wirtschaftlich erhebliche Probleme bereiten. Denn Länder wie Saudi-Arabien, Indien und China zählen als stark wachsende Zukunftsmärkte zu den großen Hoffnungen der Smartphone-Branche. Mit einem von seinen wesentlichen Funktionen bereinigten Blackberry könnte RIM kaum gegen die starke Konkurrenz bestehen. Das Torch wird zum Preis von 199,99 Dollar mit Zwei-Jahres-Vertrag angeboten - ausgerechnet von AT&T, jenem Mobilfunkanbieter, der auch das iPhone in den Vereinigten Staaten exklusiv unter Vertrag hat. Wird das Torch ein Erfolg, würde AT&T seine Abhängigkeit von Apple verringern. Marktstart ist der 12. August. Ob und wann das Torch nach Deutschland kommt, steht noch nicht fest. Update: Statement von RIM zur aktuellen SicherheitsdiskussionWie RIM soeben mitteilt, kooperiere das Unternehmen mit allen Regierungen mit beständigen Standards und dem gleichen Level an Respekt. Alle Aussagen, RIM würde Ausnahmen speziell für Regierungen einzelner Länder in Betracht ziehen oder hätten solche Ausnahmen bereits gemacht, seien gegenstandslos. dpa / Marie-Anne Winter
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