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Blackberry Playbook im Test: Das Tablet ist nicht gern allein

Das Business-Tablet von RIM braucht ein Smartphone als Gesellschaft
Von Ulf Schneider
AAA

Für ein Tablet auffallend kompakt, für ein Smartphone aber definitiv zu groß: Mit dem "Spielbuch", dem Blackberry Playbook des kanadischen Herstellers Researsch In Motion (RIM), ist das lang angekündigte Business-Tablet nun auch in Deutschland zu haben. teltarif.de hat den konsequenten Vertreter der Blackberry-Philosophie auf den Prüfstand gestellt und im Test näher untersucht.

RIM Blackberry Playbook (16GB)

Blackberry Playbook von RIM im TestBlackberry Playbook von RIM im Test Es sind stürmische Zeiten für die Blackberry-Erfinder: Nachdem Nokia bereits seit Jahren eine finanzielle Talfahrt erlebt und deswegen ihr Heil in der Kooperation mit Microsoft sucht, bekommen auch die Kanadier von RIM die Android-Dominanz immer stärker zu spüren. Nachdem der einstige Smartphone-König in den USA binnen weniger Quartale von Platz 1 auf 3 gerutscht ist, wurden bereits 2 000 Entlassungen ausgesprochen und das Management durch einen offenen Brief aufgerüttelt – das Unternehmen steckt in seiner ersten Krise. Der Zeitpunkt, den populären Tablet-Markt zu betreten, kommt somit keine Sekunde zu früh.

Schlicht und gut verarbeitet

Mag sein, dass Tablets grundsätzlich nicht so viele Designkapriolen zulassen wie klassische Handys mit Zahlentastatur, doch das Playbook präsentiert sich geradezu aufdringlich minimalistisch. Es ist schwarz, kantig und hat um das Display eine ebenfalls schwarze Klavierlackoberfläche – das war's. Erwähnenswert ist einzig noch die gummierte Rückseite, die beim Blackberry Playbook für eine griffige Haptik sorgt. Physische Tasten gibt es nur an der Geräteoberseite (Lautstärke, Ein-/Ausschalter sowie ein Abspielknopf), nach einem Slot für die SIM- oder Speicherkarte sucht der Nutzer vergebens.

Der Vorteil dieses geschlossenen Konzepts ist eine Verarbeitung wie aus einem Guss. Alle Materialien fühlen sich hochwertig an und Spaltmaße wurden komplett eliminiert. Das Display ist zudem sicher durch eine ausreichend dicke Hochglanz-Glasschicht geschützt. Apropos Display: Mit Maßen von 15,3 mal 9 Zentimeter kann es zwar nicht mit einem iPad konkurrieren, doch für den primären Webeinsatz ist das Format auf alle Fälle ausreichend. Da sich zudem 1 024 mal 600 Pixel auf dem relativ engen Raum drängen, lassen sich einzelne Bildpunkte nicht mehr erkennen. Das hochauflösende Bild ist daher insgesamt sehr ansprechend, zumal es auch auffallend leuchtstark und kontrastreich daher kommt. Damit empfiehlt sich das Playbook zur Wiedergabe von Filmen in HD-Qualität.

Das Playbook ist kein Solist

Der Verzicht auf eine Speicherkarte ist angesichts von Playbook-Versionen mit 16, 32 oder 64 GB noch zu verschmerzen. Der Verzicht auf ein UMTS-Empfangsteil schränkt hingegen die Funktionalität deutlich ein - allerdings hat RIM das Tablet als Tandem-Lösung mit einem Blackberry-Smartphone geplant. Zwar lässt sich via Bluetooth das Playbook auch mit anderen Mobiltelefonen koppeln, um mobil ins Internet zu gelangen. Doch erst mit der Blackberry-Bridge und einem RIM-Smartphone mit Softwarestand v5 ist auch das E-Mail- und Terminkalender-Management möglich, da das Playbook über keinen eigenen E-Mail-Hub und keinerlei sonstige RIM-Funktionen verfügt – das ist vorsichtig ausgedrückt ein sehr mutiger Schritt. Zumindest die Tandem-Lösung überzeugt dafür aber durch ein hohes Maß an Bequemlichkeit, zumal dann längere Texteingaben nicht mehr mit dem "Mäuseklavier" vieler Blackberry-Smartphones geschrieben werden müssen.

Als Solist beschränken sind die Funktionen hingegen auf eine qualitativ mittelprächtige 5-Megapixel-Kamera (real sind es nur 3,8 Megapixel), die auch Videos in HD-Qualität aufzeichnen kann, einen guten Audio/Video-Player, Web-Ausflüge sowie den Zugang zur Blackberry App World eingeschränkt. Als Einzelgerät ist das Playbook somit eine reine Multimedia-Maschine, mit der man in einsamen Hotelzimmern durchaus seine Zeit vertreiben kann. Nettes Extra dafür: Ein Micro-HDMI-Slot sorgt für den externen TV-Einsatz.

Auf der zweiten Seite erfahren Sie, wie gut sich das Betriebssystem und die technische Plattform des Playbook schlagen konnten.

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