Zukunft

Blackberry künftig möglicherweise von weiteren Herstellern

Neuer RIM-Chef will Blackberry-OS eventuell an Mitbewerber lizenzieren
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Wie berichtet löst der frühere Siemens-Manager Thorsten Heins das bisherige Führungs-Duo des kanadischen Blackberry-Herstellers RIM ab. In einem Interview mit der kanadischen Tageszeitung The Globe and Mail blickte Heins auch auf die Zukunft des Unternehmens, das in den zurückliegenden Monaten nicht aus den Negativ-Schlagzeilen herauskam.

Kommt der Blackberry von weiteren Herstellern?Kommt der Blackberry von weiteren Herstellern? RIM machte im vergangenen Jahr unter anderem die Konkurrenz durch Apple iPhone und Google Android zu schaffen. Dazu kamen technische Probleme, die zu tagelangen Ausfällen der Blackberry-Dienste führten, und ein Misserfolg des Blackberry Playbook, mit dem RIM in den Tablet-Markt vorstoßen wollte.

RIM setzt auf Blackberry 10

In diesem Jahr setzt RIM vor allem auf das neue Betriebssystem Blackberry 10, das im Herbst auf ersten Smartphones verfügbar sein soll. Damit sollen die als E-Mail-Maschinen bekannten Blackberrys künftig neben Firmenkunden verstärkt auch private Interessenten ansprechen. Bislang konnten sich die RIM-Handhelds auf dem Privatkunden-Markt kaum durchsetzen.

Viele Details zu Blackberry 10 sind noch offen. Bekannt ist, dass die Firmware auf QNX basiert und neben den bisherigen Features der RIM-Handhelds eine größere Vielfalt an Apps bieten soll. So sollen sich eigentlich für Android programmierte Anwendungen mit wenigen Handgriffen auf die Blackberry-Firmware portieren lassen.

Heins will Marketing verbessern

Nach Darstellung von Heins mangelt es bei RIM aber weniger an guten Produkten, als vielmehr an optimalem Marketing. In der Tat wird der Blackberry im Privatkunden-Segment in Deutschland kaum vermarktet. So ist ein seit geraumer Zeit bei Vodafone erhältliches Prepaid-Angebot kaum bekannt.

In der Vergangenheit hat RIM aber nicht nur das Privatkunden-Segment, sondern auch den Trend zu Touchscreen-Handys verschlafen. Für die Zukunft schließt es der neue Unternehmenschef nicht aus, dass es den Blackberry auch von Fremdherstellern gibt. So sei es denkbar, dass das neue Blackberry-10-Betriebssystem auch an andere Unternehmen lizenziert wird.

RIM-Dienste auch für fremde Geräte

Schon vor einigen Jahren gab es Blackberry-Dienste nicht ausschließlich auf RIM-Geräten. Seinerzeit bot der Hersteller Software-Lösungen an, mit denen sich der E-Mail-Pushdienst auch auf Smartphones mit den Betriebssystemen Symbian und Windows Mobile bringen ließ. Später wurden diese Lösungen wieder aufgegeben.

Nun geht RIM den Weg, Smartphones anderer Hersteller über Blackberry-Software administrierbar zu machen. Diese vor allem für Firmenkunden interessante Lösung wurde Ende 2011 vorgestellt und soll ab April verfügbar sein. Damit sollen Unternehmen die Möglichkeit bekommen, alle in der Firma eingesetzten Smartphones über eine einheitliche Plattform zu verwalten.

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