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Abschied von Blackberry 10: Hersteller setzt auf Android

Blackberry gibt sein eigenes Betriebssystem auf. Wir berichten darüber, warum der Hersteller auf Android setzt und welche Zukunftspläne das Unternehmen hat.
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Mit dem Priv begann die Android-Ära von BlackberryMit dem Priv begann die Android-Ära von Blackberry Zum Weihnachtsgeschäft 2015 hat Blackberry mit dem Priv sein erstes Smartphone auf den Markt gebracht, bei dem anstelle eines vom Hersteller selbst entwickelten Betriebssystems Android von Google zum Einsatz kommt. Dabei wird das Blackberry Priv von der Fachwelt gelobt und auch die Verkaufszahlen sind - erstmals seit einigen Jahren bei einem Smartphone des kanadischen Herstellers - vielversprechend.

So verwundert es nicht, dass Blackberry schon vor einigen Wochen verlauten ließ, in diesem Jahr werde es ausschließlich neue Android-Smartphones und keine neuen Handhelds mit Blackberry-10-Firmware geben. Damian Tay vom Blackberry-Produkt-Management für die Asien/Pazifik-Region wurde anlässlich des Marktstarts des Blackberry Priv in Asien noch deutlicher. Er erklärte, das Priv markiere den Übergang von der eigenen Firmware zu Android. Längerfristig werde es nur noch die Android-Plattform bei Blackberry geben.

Wie die Economic Times weiter berichtet, begründete Tay den Schritt mit dem besseren Öko-System, das Android biete. Hier seien die Enterprise-Dienste, mit denen sich Blackberry im Geschäftskunden-Markt einen Namen gemacht hat, ebenso verfügbar wie alle relevanten Apps. In der Tat sind Versuche, App-Entwickler für die eigene Blackberry-10-Plattform zu begeistern, weitgehend gescheitert. Die Anzahl und die Qualität der in der Blackberry World verfügbaren Anwendungen liegen weit hinter iOS und Android zurück.

Blackberry 10 wird vorerst weiter unterstützt

Ungeachtet der Entscheidung für Android soll das eigene Betriebssystem Blackberry 10 zunächst weiter gepflegt werden. Nach wie vor gebe es Kunden, die aufgrund der Sicherheitsfeatures auf diese Plattform setzen. Diese Nutzer, etwa Großkonzerne und Regierungen, hätten Probleme, wenn sie nun kurzfristig auf ein anderes System wie zum Beispiel Android wechseln müssten. Allerdings soll auch die Sicherheit für die Android-Smartphones von Blackberry weiter verbessert werden.

Das Blackberry Passport Silver Edition geht somit in die Geschichte als letztes Smartphone ein, bei dem der Hersteller noch sein eigenes Betriebssystem verwendet hat. Dagegen gibt es bereits Gerüchte zu einem neuen Android-Smartphone von Blackberry, das unter dem Codenamen Vienna vorbereitet wird. Dieser Handheld könnte noch in diesem Monat auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona offiziell vorgestellt werden.

Blackberry Vienna steht in den Startlöchern

Das Passport SE ist das letzte Smartphone mit Blackberry 10Das Passport SE ist das letzte Smartphone mit Blackberry 10 Beim Blackberry Vienna handelt es sich anders als beim Priv um keinen Slider. Vielmehr verfügt das Handy über eine physische Tastatur, die sich unterhalb des Touchscreens befindet - ganz so wie bei der überwiegenden Mehrzahl der bisherigen Blackberry-Smartphones. Wann das Gerät auf den Markt kommt, ist noch nicht absehbar.

Blackberry-10-Nutzern bleibt wohl nur noch die Hoffnung darauf, dass die Software noch möglichst lange gepflegt und mit Updates versorgt wird. Grundlegende neue Features wird es aber wohl nicht mehr geben, zumal Blackberry vermutlich auch nicht mehr die Manpower hat, um längerfristig Software für beide Plattformen weiterzuentwickeln.

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