Verzögerung

Erstes Smartphone mit Blackberry 10 kommt erst 2013

Massenentlassungen und Gerüchte über Kooperation mit Microsoft
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Blackberry 10 kommt späterBlackberry 10 kommt später Der kanadische Blackberry-Hersteller RIM streckt weiterhin tief in der Krise. So sehen die Quartalszahlen des Unternehmens noch deutlich schlechter aus als von Analysten ohnehin schon befürchtet. RIM musste 518 Millionen Dollar Verlust und einen Umsatzrückgang um 43 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro vermelden. Auch die kommenden Monate sollen den Prognosen zufolge nicht besser aussehen.

RIM zog nun die Notbremse und will Kosten einsparen, indem rund 5 000 der zurzeit noch 16 500 Mitarbeiter entlassen werden. Bis zum Ende des Finanzjahres im Februar kommenden Jahres erhofft sich der Smartphone- und Tablet-Hersteller auf diesem Weg Einsparungen in Höhe von rund einer Milliarde Dollar.

Dafür, dass auch die nächsten Monate für RIM schwer werden, sorgen Verzögerungen bei der Markteinführung von Smartphones, die auf dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 basieren. War es noch vor wenigen Tagen im Gespräch, dass RIM noch im Sommer sein erstes Handy mit der neuen Firmware vorstellt, so räumte der Hersteller nun ein, die Entwicklung von Blackberry 10 dauere länger als zunächst geplant.

Erstes Blackberry-10-Handy erst im neuen Jahr

Erst Anfang kommenden Jahres soll nun das erste Handy auf den Markt kommen, das mit dem neuen Betriebssystem ausgestattet ist. Dabei soll es sich früheren Berichten zufolge um ein Gerät handelt, das sich nach Vorbild des Apple iPhone und der meisten Android-Smartphones ausschließlich über einen Touchscreen steuern lässt. Erst zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch Geräte mit physischer Tastatur geben.

Angesichts der aktuellen Lage sind bei RIM Branchengerüchten zufolge auch Kooperationen mit möglichen Partnern wie Microsoft kein Tabu mehr. In diesem Fall würde der Hersteller sein eigenes Smartphone-Betriebssystem allerdings vollständig aufgeben und nach dem Vorbild von Nokia künftig mit Windows Phone arbeiten. Hier stellt sich die Frage, welche Features den Blackberry dann von den Windows Phones anderer Hersteller unterscheiden würden.

Noch vor wenigen Jahren war der Blackberry vor allem bei Geschäftskunden ein Statussymbol. RIM verpasste allerdings den Anschluss auf die seit fünf Jahren aufkommende Konkurrenz und reagierte viel zu spät auf die Features, die Mitbewerber längst boten. So wendeten sich neben privaten Anwendern auch Geschäftskunden immer mehr dem Apple iPhone und Android-Smartphones zu, so dass die Marktanteile von RIM auf dem Smartphone-Markt kontinuierlich sanken.

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