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Neues Blackberry 10 funktioniert mit Facebook und Twitter

Soziale Netzwerke sollen mit System-Apps leicht erreichbar sein
Von / mit Material von dpa
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Soziale Netzwerke auf Blackberry 10Soziale Netzwerke auf Blackberry 10 Das neue Smartphone-Betriebssystem Blackberry 10 soll nicht nur professionelle Kommunikation für Geschäftskunden ermöglichen, sondern auch Features mit sich bringen, die auch Privatkunden ansprechen. Unter anderem bietet die Firmware Anschluss an wichtige Soziale Netzwerke. Zum Marktstart Anfang kommenden Jahres stünden passende Zusatzprogramme für Facebook, Twitter, LinkedIn und Foursquare bereit, erklärte der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) am Dienstag im kalifornischen San Jose. Dorthin hatte RIM App-Entwickler geladen, um über die Fortschritte bei Blackberry 10 zu berichten. Die Aktie von RIM legte am Dienstag an der US-Börse Nasdaq um 4,7 Prozent und nachbörslich um weitere 2,1 Prozent zu.

Auch erste Anbieter von Instant-Messaging-Diensten rüsten sich bereits für den Start des neuen Blackberry-Betriebssystems. So zeigte RIM Clients zur Nutzung von Google Talk, dem Windows Live Messenger und dem Yahoo! Messenger für Blackberry 10. ICQ und der AOL Instant Messenger fehlen offenbar noch. Diese beiden Anbieter haben bereits vor geraumer Zeit die von RIM angebotenen Apps für den Blackberry vom Markt genommen, sich aber später mit eigenentwickelten Anwendungen in der Blackberry AppWorld zurückgemeldet.

Blackberry 10 soll die Wende bringen

Es galt keineswegs als sicher, dass die namhaften Internetfirmen den Blackberrys die Treue halten. Der Siegeszug von Apples iPhone und Telefonen mit dem Android-Betriebssystem hat dem Smartphone-Pionier schwer zugesetzt. Nach Daten des Branchenbeobachters IDC hatten Blackberrys im zweiten Quartal nur noch einen Anteil von 4,8 Prozent an den gesamten Auslieferungen. Das war weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts.

Das grundlegend erneuerte Betriebssystem Blackberry 10 soll die Wende bringen. Nach mehreren Verzögerungen sind erste Geräte für das Auftaktquartal 2013 angekündigt. Der aus Deutschland stammende RIM-Chef Thorsten Heins hofft, dass bestehende Blackberry-Besitzer umsteigen. Nach seinen Worten gab es zuletzt weltweit 80 Millionen Nutzer. Das sind 2 Millionen mehr als im Vorquartal.

Vom Status-Symbol zum Einsteiger-Gerät

Vor allem in den Schwellenländern haben Blackberrys als Einsteigergerät noch viele Fans, auch weil die RIM-Geräte nicht so hohe Bandbreiten benötigen wie andere Smartphones. Zudem setzen Firmen weiterhin auf den als besonders sicher geltenden E-Mail-Dienst. Doch in beiden Märkten droht dem Smartphone-Pionier Ungemach: Zum einen steigt die Zahl der günstigen Android-Handys. Zum anderen versucht Microsoft mit seinem mobilen Betriebssystem Windows Phone 8 die Firmenkunden auf seine Seite zu ziehen. Außerdem macht sich das iPhone von Apple immer häufiger in Unternehmen breit.

Bis zum Erscheinen von Blackberry 10 muss RIM aber noch durchhalten. Unter anderem geht den Kanadiern das wichtige Weihnachtsgeschäft wegen der verspäteten Veröffentlichung durch die Lappen. RIM schrieb zuletzt hohe Verluste. 5 000 der 16 500 Stellen fallen im Zuge eines Sparprogramms weg.

RIM sieht sich als Nummer 3 auf dem Smartphone-Markt

Mit Blackberry 10 sieht sich RIM als drittgrößte Smartphone-Plattform hinter Android und iOS. Neben den sozialen Netzwerken hat RIM auch weitere Funktionen demonstriert, die die inzwischen dritte Beta-Version der neuen Software bietet. So soll es durch eine einzige Fingerbewegung möglich sein, den Touchscreen zu entriegeln.

Flow ist die Bezeichnung für ein Feature, das alle im Hintergrund laufenden Apps im Kleinformat anzeigt, so dass der Nutzer ohne Umweg über den Startbildschirm in die nächste Anwendung wechseln kann. Der zentrale Posteingang wird nun als Blackberry Hub bezeichnet. Er bündelt alle eingehenden Nachrichten - seien es E-Mails und SMS oder auch Mitteilungen aus sozialen Netzwerken.

Überarbeitet hat RIM Blackberry Balance. Damit lassen sich private und geschäftliche Daten auf dem Smartphone voneinander trennen. Nicht zuletzt soll die Einrichtung von E-Mail-Konten einfacher als bisher funktionieren.

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