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Handy-TV: Aus für Video-Streaming-Plattform Bitbop

Nach nur fünf Monaten ist der Dienst von Jesta Digital schon am Ende
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Aus für Video-Streaming-Plattform BitbopAus für Video-Streaming-Plattform Bitbop Aus und vorbei: Nach gerade einmal fünf Monaten hat das US-Unternehmen Jesta Digital seinen Mobile-TV-Dienst Bitbop wieder eingestellt. Das erst im September 2011 in Deutschland gestartete digitale Streamingangebot wollte bei seinen Abonnenten mit topaktuellem TV-Content von hochkarätigen Partnern punkten. Bitbop war einst eine Entwicklung von Rupert Murdochs News-Corporation-Tochter Fox Mobile. Im Januar 2011 wurde das Videoportal von der Jesta-Digital-Gruppe übernommen.

Der Erfolg des Projektes blieb aus, obwohl man Verträge mit attraktiven Partnern abgeschlossen hatte, darunter MTV Networks Germany (MTV, Comedy Central, Nickelodeon), Sony Pictures (Sony Pictures Television, Sony Retro), HBO, Seven-One Intermedia (ProSieben, SAT.1, kabel eins), Brainpool Artist&Content Services (MySpass.de), Red Bull Media House, Studio Hamburg Distribution & Marketing (Studio Hamburg, ARD Video, Histoclips) und ZDF Enterprises. Das Angebot beinhaltete Fernseh- und Kinofilme on Demand, die auf PCs, Tablet-PCs und Mobilgeräten wie Smartphones angeschaut werden konnten. Nach dem Ende einer kostenlosen Testphase hatten Nutzer für eine Monatsgebühr von knapp zehn Euro Zugriff auf zuletzt über 3 000 Filme.

Auf Kritik stieß der Dienst nicht nur wegen seiner Abo-Gebühr. Viele Kunden bemängelten, dass das Angebot nicht wie vom Anbieter versprochen ausreichend "reichhaltig, aktuell und hochwertig" gewesen sei. Von Serien wie Entourage, Sex and the City, Six Feet Under und Sopranos beispielsweise befand sich bei Bitbop jeweils nur die erste Staffel im Angebot.

"Die Entscheidung ist uns schwer gefallen, doch die steigenden Kosten für die Bereitstellung der Inhalte über alle mobilen Plattformen inklusive iPad hinweg haben uns zu dieser Entscheidung gezwungen", begründete Julia Hornberg, Pressesprecherin von Jesta Digital die Entscheidung gegenüber dem Online-Marketing-Magazin Adzine. Große Auswahl an Alternativen Zudem gibt es inzwischen eine riesige Konkurrenz im Mobile-Sektor: Einige der Bitbop-Partner haben inzwischen selbst Apps für Streaming-Dienste online gestellt. Die ProSiebenSat.1-Schwester MyVideo hat etwa bereits eine Video-App für iPhone und iPad gestartet, auch unzählige Videos von MTV Networks - auch zuletzt beliebte Titel wie die Nickelodeon-Reihe "SpongeBob" - lassen sich auf mobilen Endgeräten anschauen. Von den Partnern ARD und ZDF sind zahlreiche Videoclips kostenlos im Rahmen ihrer Mediatheken auch mobil verfügbar. Auch Video-Plattformen wie Youtube, Vimeo, Dailymotion oder Clipfish mit zahlreichem freien und kostenlosen Content dürften Bitbop das Leben schwer gemacht haben.

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