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Bing will Twitter und Facebook in Echtzeit indizieren

Auch Google will Twitter in Echtzeit durchsuchen
Von Michael Friedrichs
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Die Ankündigung war die Überraschung des Web 2.0 Summit in San Francisco. Microsoft hat auf dem Internetkongress überraschend bekannt gegeben, dass das Unternehmen sowohl mit dem Micro-Blogging-Dienst Twitter als auch mit der Kontakte-Netzwerk Facebook eine Vereinbarung geschlossen hat, wonach Bing künftig die Kurznachrichten der beiden Dienste übernehmen und für die Internetsuche in Echtzeit aufbereiten werde. Wie das Wall Street Journal in diesem Zusammenhang berichtet, werden allein über Facebook jeden Tag mehr als 40 Millionen Status-Updates verschickt. Die Anzahl der Kurznachrichten, die über Twitter täglich versendet werden, dürfte sicherlich noch etwas höher sein. Nicht für die Bing-Suche indiziert werden übrigens Kurznachrichten von Nutzern mit privaten Profilen.

Ansonsten ist über die Hintergründe der Partnerschaft wenig bekannt. Branchenkenner gehen aber davon aus, dass der Softwareriese aus Redmond beiden Diensten eine Einmalzahlung in unbekannter Höhe sowie eine Beteiligung an den Werbeerlösen aus dem Suchgeschäft zugesagt haben dürfte. Ein interessanter Punkt der Zusammenarbeit ist auch, dass sich Twitter ausdrücklich gegen eine alleinige Bindung an Microsoft ausgesprochen hat. Damit hätten auch andere Suchmaschinen und Dienste die Möglichkeit, die Daten des Micro-Blogging-Dienstes gegen ein entsprechendes Entgelt zu indizieren. Screenshot: Ergebnisse bei BingAktuelle-Twitter-Ergebnisse bei Bing

Heute Morgen hat wie erwartet auch Google angekündigt, Twitter künftig in Echtzeit durchsuchen zu wollen. Weitere Details zur Umsetzung, wann beispielsweise das neue Angebot zur Verfügung stehen soll, wollte der Internetriese allerdings noch nicht verraten. In diesem Punkt ist Microsoft schon ein Schritt weiter. Der Softwarekonzern hat die Echtzeitsuche von Twitter-Kurznachrichten bereits für alle Nutzer freigegeben. Die Integration von Facebook-Statusmeldungen soll in Kürze ebenfalls er folgen.

Interessant dürfte auch die Tatsache sein, wie Bing die Ergebnisse der Suchanfragen ausgibt. Demnach kann sich der Nutzer entscheiden, ob er sich lieber die aktuellsten Suchergebnisse oder die Tweets sortiert nach der höchsten Relevanz ansehen möchte. Berücksichtigt werden hierfür unter anderem die Anzahl der Retweets, die "Qualität" der 140-Zeichen-Nachrichten sowie Hash-Tags und Keywords.