360-Grad-Dienst

Bing-Problem: Streetside-Funktion für Deutschland "verschollen"

Microsoft nimmt Fotos deutscher Häuser aus dem Netz
Von mit Material von dapd
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Streetside-Auto in AktionStreetside-Auto in Aktion Der IT-Konzern Microsoft hat seinen 360-Grad-Dienst Bing Streetside mit den Fotos deutscher Häuserfassaden vom Netz genommen. Ein Sprecher der Microsoft-Niederlassung in München konnte der Nachrichtenagentur dapd auch nach 24 Stunden keine Begründung nennen. Er bestätigte aber das Problem, das sich auf Deutschland erstrecke und auf die Bundesrepublik begrenze.

Beim Aufruf von Bing-Maps für Deutschland erschien bisher eine Button in Form einer blauen Figur für die Streetside-Nutzung neben den Punkten "Straße" und "Vogelperspektive" - dieser ist nun verschwunden. Zwar werden die Markierungen für die Funktion in einigen deutschen Städten noch angezeigt, beim Aufruf dieser erhält der Nutzer allerdings die Fehlermeldung "Streetside ist hier nicht verfügbar". In den USA können Nutzer weiterhin Streetside wie gewohnt nutzen - es werden die von Bing gemachten Fotos angezeigt.

Informationsseite gauckelt Betrieb vor

Nutzer hatten bereits am Sonntag erstmals über Probleme berichtet, den Microsoft-Dienst zu erreichen. Anfragen, die den Konzern über das soziale Netzwerk Twitter erreichten, wurden nicht beantwortet. Auch auf einer Informationsseite zu Streetside in Deutschland gab Microsoft zunächst keine Auskunft. Die Seite erweckte weiterhin den Eindruck, als sei Streetside verfügbar.

Microsoft konkurriert bei Streetside mit Street View von Google. Google war mit seinem Panoramadienst bereits 2010 in Deutschland gestartet, hat aber bis heute lediglich die 20 größten Städte der Bundesrepublik erfasst. Microsoft bot damit bislang deutlich mehr. Wie Google bot auch Microsoft Hausbesitzern und -bewohnern die Möglichkeit, per Vorabwiderspruch ihre Anwesen verpixeln zu lassen.

Microsoft hatte 2011 begonnen, mehr als 50 Städte in Deutschland mit Spezialfahrzeugen abzufahren und dabei die Fassaden der Wohnhäuser, Geschäfte und Büros zu fotografieren. Erste Städte, darunter München, waren für die Internetnutzer bereits verfügbar. Sie konnten über den Kartendienst der Microsoft-Suchmaschine Bing die Städte ablaufen und sich gezielt einzelne Häuserfassaden ansehen.

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