Warnung

Verbraucherzentrale warnt vor Betrug am Telefon

Vorsicht bei unerwarteten Anrufen - Betrüger denken sich immer neue Maschen aus, um ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen.
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Vorsicht bei unerwarteten Anrufen - Betrüger denken sich immer neue Maschen aus.Vorsicht bei unerwarteten Anrufen - Betrüger denken sich immer neue Maschen aus. Eigentlich sind unverlangte Werbeanrufe, bei denen es um den Kauf eines bestimmten Produktes oder um einen Vertragsabschluss geht, in Deutschland gar nicht mehr erlaubt - Anrufer könnten theoretisch mit einer Strafe von bis zu 300 000 Euro belangt werden. Oft finden die Anrufer aber Mittel und Wege, irgendeine "Kundenbeziehung" wenigstens zu simulieren. Eine Befragung von 5 400 Menschen zwischen Juli 2014 und November 2015 ergab, das fast 80 Prozent der Befragten weiterhin unerlaubte Werbeanrufe erhalten haben. Die deutschen Verbraucherzentralen haben in dieser Zeit bundesweit knapp 20 000 Beschwerden von Verbrauchern erhalten. Denn geht der oder die Angerufene ans Telefon, verwickeln die Anrufer die Betroffenen oft so geschickt in ein Gespräch, dass sie am Ende doch irgendein kostenpflichtiges Abo abschließen. "Die neuen Maschen reichen aber über solche Werbegespräche hinaus. Abzocker versuchen immer dreister, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen", warnt Janine Hartmann von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Verbraucherzentrale berichtet von einem Fall, bei dem einer Verbraucherin am Telefon sehr rigoros von einem angeblichen Anwalt unterstellt wurde, dass sie bei einem Kauf über Amazon oder Ebay gleichzeitig einen Gewinnspielwerbevertrag abgeschlossen hätte. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hätten laut Anrufer eine solche Klausel enthalten und die Betroffene hätte sie bestätigt. Allerdings könne er ihr zu einer Ermäßigung verhelfen, wenn sie gleich zusage und den Vertrag ändern lasse. "Hätte die Verbraucherin hier zugesagt, wäre die Falle zugeschnappt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre ihr dann ein Gewinnspiel-Abo untergeschoben worden", vermutet Hartmann.

Forderungen kommen immer schriftlich

Ein weitaus höherer Schaden kann entstehen, wenn aufgrund dubioser Anrufe hohe Geldsummen auf fremde Konten überwiesen werden. "Immer wieder berichten uns Verbraucher, dass sie von einer vermeintlichen Staatsanwaltschaft, einem Gericht, einer Rechtsabteilung oder auch der Verbraucherzentrale angerufen wurden", erklärt Hartmann. Dann wird den Angerufenen mitgeteilt, dass hohe Forderungen gegen sie offen wären, die umgehend beglichen werden müssten. In manchen Fällen wird angeboten, das angebliche Verfahren gegen die Angerufenen einzustellen oder die Forderung zu löschen, wenn innerhalb kürzester Zeit ein Teilbetrag überwiesen wird. Das Gemeine dabei: Es werden zum Teil sogar die richtigen Rufnummern der angeblichen Gerichte oder Behörden verwendet. Per Call ID Spoofing können die Betrüger beliebige Nummern auf dem Telefondisplay anzeigen.

Hier ist wichtig zu wissen, dass keine Behörde und kein Gericht telefonisch irgendwelche Überweisungen fordert: Forderungen kommen immer schriftlich. Sollte man tatsächlich mit Zahlungen im Rückstand sein, wird man vom Vertragspartner oder einem Inkassounternehmen schriftlich zur Zahlung aufgefordert. Und erst wenn ein gerichtlicher Vollstreckungsbescheid erlassen wurde, darf ein Gerichtsvollzieher die Forderung eintreiben. Über den Erlass eines solchen Vollstreckungsbescheides und die drohende Vollstreckung wird man durch ein offizielles Schreiben des jeweiliges Gerichtes bzw. Gerichtsvollziehers informiert.

Skeptisch bleiben

Es ist allerdings möglich, telefonisch wirksame Verträge abzuschließen - diese können nur durch die rechtzeitige Ausübung des Widerrufsrechtes, das bei Fernabsatz-Verträgen gilt, verhindert werden. Kontrollanrufe bei den angeblich anrufenden Institutionen können auch Klarheit bringen - hier sollte man die Nummer allerdings selbst heraussuchen und wählen und nicht die im Telefon gespeicherte Nummer verwenden, weil man dann wieder bei den entsprechend vorbereiteten Betrügern landen könnte.

Vorsicht ist auch bei angeblichen Anrufen von der Polizei, Versicherungen oder Computer-Herstellern geboten - selbstverständlich sollte man niemals einem unbekannten Anrufer persönliche Daten geben oder gar den Fernzugriff auf den Computer einräumen.

Weitere Tipps gegen Telefon- und Online-Betrug finden Sie in unserem Ratgeber.

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