Betrugs-Masche

Betrug mit Bahntickets: Kriminelle locken mit günstigen Fahrkarten

Angebotene Tickets werden mit gestohlenen Kreditkartendaten bezahlt
Von mit Material von dpa
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Betrug mit Bahntickets: Kriminelle locken mit günstigen FahrkartenBetrug mit Bahntickets: Polizei warnt Im Internet werden derzeit vor allem auf Mitfahr­portalen häufig günstige Online-Bahn­tickets mit freier Streckenwahl angeboten. Doch oft stecken Kredit­karten­betrüger hinter den Offerten, warnt die Bundespolizei. Angeblich besitzen sie Bonus- oder Verspätungs­gut­scheine. Doch bezahlt werden die Tickets mit gestohlenen Kredit­karten­daten. Der Käufer bekommt die Karten als PDF per E-Mail geschickt und wird höflich um eine Überweisung des verabredeten Betrags gebeten. So schöpfen viele keinen Verdacht.

Doch Käufer können sich nach Angaben der Bundes­polizei strafbar machen, wenn sie den betrügerischen Hintergrund kannten oder kennen mussten. Außerdem entwertet die Bahn das Ticket, sobald sie von einem Betrug erfährt, so die Zeitschrift. Beim Scannen im Zug wird dem Schaffner die Fahrkarte als ungültig angezeigt, und der Reisende muss im schlimmsten Fall das Doppelte des Fahrpreises zahlen.

Vorsicht vor zu günstigem Ticket-Preis

Im Detail läuft der Betrug folgender­maßen ab: Der Interessent muss Namen, Start- und Zielbahnhof, das gewünschte Datum sowie die Abfahrtszeit und - wie bei für Dritte gebuchten Bahn-Onlinetickets üblich - die Personal­ausweis­nummer an den Verkäufer mailen. Der bucht dann mit der entwendeten Kredit­karten­nummer und schickt das Ticket binnen Stunden per Mail. Auffällig ist daran der günstige Preis. Den Käufer sollte stutzig machen, dass auf dem Ticket vielleicht ein gezahlter Fahrpreis von 140 Euro vermerkt ist, er aber nur 40 Euro überweisen soll.

An die Täter heranzukommen, ist schwer bis unmöglich: Auf den Portalen benutzen sie Profile ohne Fotos, verschleiern ihre Identität mit Ano­nymi­sierungs­software und falschen Namen, unter denen ihre E-Mail-Adressen, Prepaid-SIM-Karten und Bankkonten laufen. Ermittler landen erst einmal zwangsläufig beim arglosen Ticket­käufer.

Masche bereits aus dem vergangenem Jahr bekannt

Neu ist die Masche mit dem Fahrkarten­betrug allerdings nicht: Bereits Ende 2012 hat die Bundes­polizei­inspektion Kriminalitäts­bekämpfung Hamburg in enger Zusammenarbeit mit der Staats­anwaltschaft Hamburg zwei Haft­befehle und neun Durch­suchungs­beschlüsse des Amts­gerichtes Hamburg gegen eine bundesweit agierende Täter­gruppierung von Internet­betrügern vollstreckt.

Den fünf Beschuldigten wurde banden- und gewerbs­mäßigen Betruges zum Nachteil der Deutschen Bahn AG vorgeworfen. Sie sollen im Internet Fahrscheine der Deutschen Bahn verbilligt angeboten und verkauft zu haben. Die Fahrscheine wurden entsprechend der Wünsche der Kauf­interessenten mittels unrechtmäßig erlangter Kredit­karten­daten bei der Deutschen Bahn AG über das Internet gebucht und den Käufern per E-Mail übersandt. Genau diese Masche wird auch jetzt wieder verstärkt genutzt.

Kreditkarten-Sicherheits­verfahren könnten helfen

Viele Online­betrüge­reien könnten sich verhindern lassen, wenn der Kauf mit einer Pin oder einem Passwort bestätigt werden müsste, schreibt die Zeitschrift. Solche Sicherheits­verfahren existieren bereits und können von Kredit­karten­besitzern meist im Onlinebanking-Bereich ihrer Bank aktiviert werden. Sie heißen etwa Verified by Visa oder Mastercard Secure Code. Doch längst nicht alle Online-Shops und Unternehmen - darunter auch die Bahn - nutzen die Verfahren, weil sie den Kauf oder die Buchung so einfach wie möglich halten wollen.

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