UKW-Abschaltung

Kulturwelle BR Klassik künftig nur noch auf DAB+

Der Bayerische Rundfunk will, eine Zustimmung des Rund­funk­rats voraus­gesetzt, seine Kultur­welle BR Klassik über UKW abschalten. Wer das Programm weiter unterwegs hören möchte, braucht ein Digital­radio mit DAB+ oder ein Smartphone mit aus­reichend Highspeed-Volumen.
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Kulturwelle BR Klassik künftig nur noch auf DAB+Kulturwelle BR Klassik künftig nur noch auf DAB+ Erstmals könnte eine öffentlich-rechtliche Welle in Zukunft terrestrisch nicht mehr über UKW, sondern nur noch im Digitalradio (DAB+) verbreitet werden. Der Bayerische Rundfunk (BR) will seine Welle BR Klassik zugunsten der Jugendwelle Puls von UKW nehmen. Das bedeutet: Wer weiter BR Klassik unterwegs hören will, benötigt ein Digitalradio-Gerät oder ein Smartphone mit ausreichendem Highspeed-Volumen. Zu Hause kann BR Klassik auch via Kabel und Satellit gehört werden.

Der Staatsvertrag erlaubt dem BR nur die Ausstrahlung von fünf Programmen über UKW. Bisher konnte daher die Jugendwelle nur digital verbreitet werden. Laut einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung muss der Rundfunkrat des BR der geplanten Änderung noch zustimmen. Gegen die Pläne laufen die Privatradio-Verbände Sturm, da die Jugendwelle neue Konkurrenz für die bestehenden Radios bedeutet. Bereits zuvor haben der Hessische Rundfunk (hr) und der Südwestrundfunk (SWR) UKW-Frequenzen ihrer Kulturwellen SWR2 und hr2 zugunsten der Jugendwellen YOU FM und Dasding umgewidmet. Auch hier sind die Kulturradios teils terrestrisch nur noch über DAB+ zu hören.

Schlagerparadies ab 1. Februar auf 90elf-Sendeplatz

Ein Verwirrspiel gab es unterdessen um die Ausstrahlung des Programms Schlagerparadies im bundesweiten Digitalradio-Multiplex. Nachdem die Landesmedienanstalten dem Hörfunkunternehmen Regiocast die Ausstrahlung des Schlagersenders auf dem ehemaligen Kanal des eingestellten Fußballradios 90elf untersagt haben und nun die Kapazitäten neu ausschreiben wollen, gab es am vergangenen Wochenende dennoch das Schlagerparadies aus dem Kanal zu hören. Allerdings wurde die Ausstrahlung am Montag wieder beendet, seither lief erneut die 90elf-Musikschleife.

Mittlerweile teilten die Macher von Radio Schlagerparadies mit, ab diesem Samstag, 1. Februar, dann offiziell bundesweit via DAB+ zu senden. Die Verbreitung auf dem Ex-90elf-Sendeplatz erfolgt auf eigenes Risiko und mit Duldung der Medienanstalten, bis die Kapazitäten neu ausgeschrieben werden. Gleichzeitig wird das Schlagerparadies die landesweiten Sendeplätze in Hessen, Berlin, Sachsen-Anhalt und Bayern verlassen. Sollte man bei der anstehenden bundesweiten Ausschreibung leer ausgehen, würde man jedoch wieder in den Landesmuxxen senden, erklärte Schlagerparadies-Geschäftsführer Frank Brach im Gespräch mit dem Magazin "Radioszene".

Protest gegen DAB-Abschaltung von Radio 105

Proteststürme im Internet gibt es auch bei den Eidgenossen in der Schweiz: Nachdem Radiopionier Roger Schawinski den zuvor in Insolvenz geratenen Jugendsender Radio 105 übernommen hat, schaltete er als eine seiner ersten Amtshandlungen das Signal über DAB+ ab. Schawinski gilt als Gegner der DAB-Technik und hat vor kurzem bereits die Digitalradio-Ausstrahlung seines zweiten Senders Radio 1 beendet. Er sieht die Zukunft des digitalen Hörfunks vorrangig im Internet und in Apps. Gegen die Abschaltung auf DAB+ laufen die Hörer seither jedoch Sturm und machen ihren Unmut darüber in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ Luft. Die Hörer gründeten sogar mehrere Gruppen nach dem Motto "Wir wollen Radio 105 auf DAB+ zurück". Der Jugendsender war über Digitalradio auch in der deutschen Bodenseeregion, dem Hochrhein sowie Teilen des Allgäus und der Region Schwarzwald-Baar zu hören.

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