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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 26.05.2012 |
Editorial: Netz ohne Kabel03.04.2011
16:47 Erste energieautarke Basisstation Deutschlands in Betrieb
Vielleicht sollte man solche Meldungen nicht am 1. April
veröffentlichen, denn sie ist ernst: E-Plus hat in
Deutschland eine erste Basisstation ohne Stromanschluss
installiert. Wind- und Solarkraft
liefern die täglich benötigten 40 Kilowattstunden, entsprechend
einer durchschnittlichen Dauerleistung von knapp 1,7 Kilowatt,
dem Stromverbrauch einer Herdplatte. Akkus puffern
Nacht- und Flautezeiten. Wird über einen zu langen Zeitraum hinweg zu
wenig Strom produziert, so dass die Akkus leerlaufen, springt eine
Brennstoffzelle ein.
Läuft die Brennstoffzelle über längere Zeit, muss man natürlich neuen Treibstoff nachfüllen - entweder Wasserstoff oder Methanol (je nach Typ der Brennstoffzelle - E-Plus macht hierzu in der Pressemitteilung keine Angaben). Ansonsten läuft die Basisstation aber autonom. Vorteile der "grünen" Lösung: Man spart sich die Kabelverlegekosten für einen herkömmlichen Stromanschluss. Hierzulande kann man zudem die hohen Fördersätze für EEG-Strom abgreifen, auch und gerade dann, wenn man diesen selber verbraucht. Nachteile sind die höheren Investitionskosten für Sonnenkollektoren, Windrad, Speicherakku und Brennstoffzelle. Und man muss mit dem Energiebudget viel genauer haushalten als an einem herkömmlichen Anschluss. "Ans Netz gehen" ohne Stromkabel
Es sind diese autarken "remote sites", oft noch auf Basis von Dieselgeneratoren, immer öfter aber mit regeneretiver Energieerzeugung, die in den letzten Jahren den globalen Mobilfunkboom überhaupt erst ermöglicht haben. Denn für Menschen, die unter schwierigen Bedingungen in ariden Gebieten leben, ist Telekommunikation noch viel wichtiger als für hochorganisierte Stadtbewohner, die auch ohne Handy den Weg zum nächsten Laden oder Arzt finden würden. Während so manche westliche Entwicklungshilfe sich im Nachhinein als zweischneidiges Schwert herausgestellt hat - so trieb schon so manche Nahrungsmittellieferung die lokalen Bauern in den Ruin, da sie gegen Nullpreise nicht konkurrieren konnten - gilt die Einführung von Mobilfunktechnik allgemein als förderlich für das jeweilige Land. Im Zweifelsfall können Menschen besser Handel treiben, Hilfe holen oder Missstände in der Verwaltung öffentlich machen, mit der Hoffnung auf Besserung. Experimente mit energieautarken Basisstationen auch in Erst-Welt-LändernErstaunlich ist nun, dass selbst in einem dicht besiedelten und mit sehr eng vermaschten und zuverlässigen Stromnetzen ausgestatteten Land wie Deutschland der Punkt gekommen ist, an dem Netzbetreiber mit autarken Basisstationen experimentieren. Wahrscheinlich bedarf es auf beiden Seiten aber auch etwas Wohlwollen, damit die Rechnung wirklich aufgeht. So dürfte Nokia Siemens Networks froh sein, ein Test- und Vorzeigeexemplar einer selbstversorgten Mobilfunk-Basisstation hierzulande zu haben, so dass man einen gewissen Rabatt gewährte. E-Plus, die ihr Netz von Alcatel-Lucent betreiben lassen, hofft neben Erkenntnisgewinn zu möglichen langfristigen Kostenersparnissen wahrscheinlich auch auf Know-How-Transfer von Nokia Siemens Networks. Und das Image von E-Plus leidet unter so einem Coup ebenfalls nicht. Sollte sich die autarke Station am Ende bewähren und Nachahmer finden, dann haben am Ende auch die Kunden etwas davon: Weniger weiße Flecken auf der Versorgungskarte. Weitere Editorials
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