Expansion

Deutschland-Start: NOOK macht Amazons Kindle Konkurrenz

Buchhändler Barnes & Noble eröffnet Firmensitz in Berlin
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Barnes & Noble: E-Book-Reader NOOK kommt nach DeutschlandBarnes & Noble kommt nach Deutschland Barnes & Noble ist der größte Buchhändler in den USA und hat dort mit dem NOOK einen der stärksten Konkurrenten zu Amazons E-Book-Reader Kindle auf den Markt gebracht. Seit Wochen spekuliert die Branche über eine baldige Expansion des Unternehmens nach Europa. Bislang wurden in diesem Zusammenhang allerdings vor allem die Niederlande und England genannt. Nun wurde jedoch überraschend bekannt, dass direkt in der deutschen Hauptstadt die Barnes & Noble Digital Media GmbH gegründet worden ist.

Die Filiale des amerikanischen Buchhändlers ist laut Informationen des Fachmagazins Buchreport am Potsdamer Platz gelegen, Vizepräsident und Anwalt des Unternehmens, Eugene DeFelice, wurde als Geschäftsführer eingesetzt. Mit der Expansion nach Deutschland verschärft sich hierzulande auch der Wettbewerb im E-Book-Markt: Wie Amazon hat auch Barnes & Noble neben verschiedenen Lesegeräten ein Tablet im Angebot, das ähnliche Features bietet wie der Kindle Fire.

Konkurrenz ist groß

Wie das Magazin weiter berichtet, hat der amerikanische Buchhändler vor, mit seiner NOOK-Reihe auf dem wichtigen deutschen E-Book-Markt Fuß zu fassen. Der Zeitpunkt für dieses Projekt ist gut gewählt: Im vergangenen Jahr verzeichnete das Geschäft rund um die digitalen Lesegeräte überraschend hohen Zuspruch - auch wenn Deutschland noch lange nicht mit dem amerikanischen Markt mithalten kann. Die Konkurrenz jedoch ist groß. Amazon mit seiner Kindle-Reihe und Apple mit iBooks haben sich hierzulande längst hohe Marktanteile gesichert. Auch Kobo und Thalia mit dem Oyo bieten eigene E-Book-Reader mit angeschlossenem Online-Shop an.

Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern ist Barnes & Noble ein Buchhändler mit langer Tradition. 1873 als Buchdruckerei von Charles Barnes in Wheaton, Illinois (USA) gegründet, umfasst das Unternehmen heute mehr als 710 Filialen in den USA und Kanada. Außerhalb des amerikanischen Kontinents war der Buchhändler bislang nicht vertreten. Allerdings pflegte das Unternehmen seit 2010 Kontakte zur deutschen Buch-Branche. Damals schloss Barnes & Noble mit dem Börsenvereinsprojekt Libreka einen Vertrag zur Lieferung deutschsprachiger E-Books an den US-Store.

Die NOOKs im Überblick

Vor zwei Jahren ging Barnes & Noble mit einem ersten eigenen E-Book-Reader an den Markt. Das Gerät erhielt den Namen NOOK, eine Kombination aus Book und Noble. Der Reader verfügt über ein Kombi-Display aus eInk-Display und einem farbigen Touchscreen und ist als WLAN- oder als WLAN+3G-Version verfügbar. Noch im selben Jahr stellte Barnes & Noble mit dem NOOK Color das erste Tablet mit 7-Zoll-Display vor, das speziell für das Konsumieren von multimedialen Inhalten ausgelegt war.

2011 folgte mit dem NOOK Simple Touch ein Nachfolgemodell des ersten Lesegerätes. Der Reader verfügt statt dem Kombi-Display nur noch über einen eInk/Pearl-Touchscreen sowie einen erweiterbaren Speicher. Im November 2011 wurde mit dem NOOK Tablet ein direkter Konkurrent zu Amazons Kindle Fire präsentiert. Als Weiterentwicklung des NOOK Color verfügt das Tablet über einen noch schnelleren Prozessor, ein HD-Display sowie eine Laufzeit von bis zu 11,5 Stunden.

Mit der Expansion nach Deutschland werden hierzulande aller Wahrscheinlichkeit nach auch die E-Book-Reader erhältlich sein. Die Markteinführung des Tablets hängt - wie beim Kindle Fire - mit der Vergabe der Rechte von Musik, Filmen und anderen Inhalten zusammen, mit denen sich die Unternehmen in Deutschland noch etwas schwer tun. Da Amazon aktuell die Verfügbarkeit des Kindle Touch angekündigt hat, wächst der Markt um die Lesegeräte in den kommenden Monaten vermutlich um ein Vielfaches.

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