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Springer-Verlag will Internetnutzer mit Fußball zum Zahlen bringen

Bundesliga-Clips sollen Bezahl-Inhalte im Web schmackhaft machen
Von mit Material von dapd
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Springer-Verlag will Internetnutzer mit Fußball zum Zahlen bringenSpringer-Verlag will Internetnutzer mit Fußball zum Zahlen bringen Mit Video-Zusammenfassungen der aktuellen Fußball-Bundesliga-Partien will der Axel-Springer-Verlag Internetnutzer zum Bezahlen für Inhalte bewegen. Der Kauf der Rechte für die Bilder sei "für uns von größter strategischer Bedeutung", sagte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Mathias Döpfner, bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal in Berlin. Die "Speerspitze der Bundesliga-Rechte" solle Bezahl-Angebote im Web attraktiver machen.

Verlage weltweit versuchen seit langem, ihre Leser dazu zu bewegen, für Nachrichten und andere Inhalte auch zu bezahlen. Als Vorbild gilt das Geschäftsmodell der Zeitung, die neben Anzeigen- auch aus dem Verkauf Erlöse generiert. Inhalte auf Nachrichtenwebseiten sind dagegen meist frei zugänglich und finanzieren sich zum Teil über Werbung. Die Bundesliga-Clips, für die Springer nach Angaben Döpfners einen mittleren einstelligen Millionenbetrag im Jahr zahlt, sollen nun ab Sommer 2013 nur gegen Bezahlung auf der Webseite der "Bild"-Zeitung zu sehen sein.

Ein Drittel des Konzernumsatzes kommt bereits aus dem Web

Dabei läuft das Geschäft mit der Werbung bei Springer gut. Während die Vertriebserlöse im Konzern den Angaben zufolge lediglich um 1,4 Prozent stiegen, legten die Reklameumsätze um mehr als zehn Prozent auf knapp 400 Millionen Euro zu. Größter Werbeträger waren dabei im ersten Quartal erneut die Webangebote des Konzerns. Zudem sei die Sparte mit inzwischen knapp 3 400 Beschäftigten auch die nach Köpfen größte des Berliner Verlagshauses, sagte Döpfner.

Beim Umsatz rangiert das Internet-Geschäft mit Inhalte- und Rubrikenportalen sowie Vermarktung noch knapp auf Rang zwei hinter den deutschen Springer-Zeitungen. Allerdings schlossen die Digital-Medien mit einem Umsatzwachstum von 30,1 Prozent auf 263,1 Millionen Euro weiter auf und machen nun ein Drittel des Konzernumsatzes aus. Die nationalen Blätter erlösten dagegen mit 275,9 Millionen Euro 1,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Trotz des geringeren Umsatzes steigerten die Zeitungen aber ihren Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 3,6 Prozent auf 64,6 Millionen Euro. Im Internet machte Springer einen operativen Profit von 46,9 Millionen Euro - und damit 81,8 Prozent mehr als im ersten Quartal 2011.

Internationale Print-Titel machen weniger Umsatz

Einen Dämpfer kassierte Springer dagegen bei seinen internationalen Print-Titeln. Sie machten mit 104,6 Millionen Euro 7,3 Prozent weniger Umsatz als im ersten Quartal 2011. Das Ebitda sackte sogar um 37,8 Prozent auf 11,9 Millionen Euro ab. Dennoch wolle der Konzern auch weiterhin international mit gedruckten Ausgaben präsent bleiben sagte Döpfner. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass in den osteuropäischen Märkten Auf- und Abschwünge immer etwas heftiger ausfallen", sagte er. Derzeit erlebten die Märkte in vielen Ländern eine strukturelle Schwäche wegen der kriselnden Konjunktur.

Insgesamt steigerte der Verlagskonzern seinen Quartalsumsatz aber auf Jahressicht um 7,1 Prozent auf 789 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb davon ein um 8,8 Prozent höherer Gewinn von 68,5 Millionen Euro. Auf Basis der Zahlen bestätigte Döpfner die Prognose für das laufende Jahr. So will Springer den Umsatz 2012 im einstelligen Prozentbereich und das Ebitda leicht steigern. Anleger reagierten erfreut auf die Zahlen: Bis 12:30 Uhr legte die Aktie um 5,6 Prozent auf 35,02 Euro zu und setzte sich damit an die Spitze des MDAX.

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