Konkurrenz

LTE-LAA: AVM wehrt sich gegen Mobilfunker

Die Mobilfunknetzbetreiber wollen den Routerherstellern ihren Frequenzbereich um 5 GHz streitig machen. AVM positionierte sich auf der CeBIT dagegen. Zudem wird AVM künftig Kabelrouter auch im Handel anbieten.
Von der CeBIT in Hannover berichtet
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AVM-Chef Johannes Nill auf der CeBITAVM-Chef Johannes Nill auf der CeBIT Wie berichtet, hat AVM auf der CeBIT in Hannover ein Produktfeuerwerk abgefeuert, das aufmerksamen Beobachtern der Branche jedoch bekannt vorkam: Die neuen Router hatte AVM schon auf der AngaCom im vergangenen Jahr oder auf dem Mobile World Congress in Barcelona vor wenigen Wochen vorgestellt. Dennoch gab es abseits der neuen Router, die teilweise immerhin das erste Mal in Deutschland öffentlich zu sehen sind, auch Neuigkeiten von AVM auf der Pressekonferenz.

So wendet sich das Unternehmen mit deutlichen Worten gegen die Pläne der Mobilfunknetzbetreiber, Frequenzen um 5 GHz künftig für Mobilfunknetze nutzen zu wollen. AVM sieht diese Pläne kritisch, weil Sendemasten eines Netzbetreibers deutlich stärker senden würden, als es andere Heimnetzwerk-Geräte, die ebenfalls im 5-GHz-Band senden, tun würden. Durch die stärkere Sendeleistung könnte es zu Störungen in den Heimnetzwerken kommen. WLAN wird in Deutschland in Frequenzbereichen um 2,4 und 5 GHz realisiert, wobei das 2,4-GHz-Netz zwar weiter reicht, aber auch deutlich überlasteter ist. Für Multimedia-Anwendungen setzen die Router-Hersteller daher verstärkt auf das 5-GHz-Netz, das auch (noch) weniger genutzt wird.

Es gebe zwar bereits Test, unter anderem von der Telekom und Qualcomm. Diese sagten jedoch nichts über mögliche Störungen der als LTE-LAA bezeichneten Netze mit den Heimnetzen der Internet-Nutzer aus, so AVM-Chef Johannes Nill bei der Pressekonferenz. Er warnte davor, Fakten zu schaffen, bevor diese Fragen geklärt sind. Gleichzeitig muss AVM aber auch einräumen, dass eine Frequenz-Allgemeinzuteilung, wie es sie bei den betreffenden 5-GHz-Frequenzen gibt, heißt, dass die Frequenzen allgemein genutzt werden dürfen und sich einzelne Dienste nicht ausschließen lassen.

Unterstützung zur Kabel-Router-Vermarktung läuft an

Ab 1. August haben Internet-Nutzer in Deutschland eine freie Routerwahl - auch bei Kabel- und Glasfaseranschlüssen. Zwar gilt diese zunächst nur, wenn die Kunden einen Neuanschluss buchen, doch für den Handel sind diese Kunden ein neuer Absatzmarkt - und somit auch für AVM: Kabel-FRITZ!Boxen waren bislang nur über den Kabelprovider zu erhalten. Wollte der keine FRITZ!Boxen verkaufen, so ging der Kunde diesbezüglich leer aus.

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