Heimvernetzung

To stream, but not to repeat: AVM FRITZ!WLAN Repeater DVB-C im Test

Die Idee des AVM-Gerätes: TV-Programme per WLAN auf mobile Geräte streamen und parallel WLAN-Netze repeaten. Doch im Test konnte uns das Gerät nur zum Teil überzeugen. Im WLAN-Modus traten zu viele Fehler auf. Welche und wie sich das Gerät dennoch nutzen lässt, lesen Sie im Testbericht.
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Die Idee hinter dem AVM FRITZ!WLAN Repeater DVB-C ist an sich genial: Neben der Verstärkung von bestehenden WLAN-Netzen in der eigenen Wohnung kann das Gerät an das TV-Kabelnetz angeschlossen werden und soll dann digitale TV- und Radio-Programme innerhalb des Heimnetzwerkes als Stream verbreiten. Damit sollen alle unverschlüsselten Sender in der ganzen Wohnung auf mobilen Endgeräten zu sehen sein. Doch im Praxistest der teltarif.de-Redaktion vermochte das Gerät nicht so recht zu überzeugen. Wo das Gerät in unserem Praxistest scheiterte, lesen Sie in diesem Testbericht.

Hinweis: Die in diesem Test kritisierte App hat AVM Ende Mai aktualisiert und viele Kritikpunkte ausgemerzt.

Test im Heimnetzwerk in Kombination mit AVM-Router

Rechts die Web-Oberfläche, links das gestreamte Signal auf einem Tablet.Rechts die Web-Oberfläche, links das gestreamte Signal auf einem Tablet. Unser in diesem Fall genutztes Testnetzwerk ist ausgestattet mit einer FRITZ!Box 6490 Cable, also einem gerade erst auf dem Markt gekommenen Router von AVM. Seitens AVM wäre dieser Router sogar mit DVB-C-Streaming ausgestattet, Kabel Deutschland hat die Funktion in der ausgelieferten Firmware jedoch deaktiviert, wie unser Testbericht zur FRITZ!Box 6490 Cable ergeben hat. Der Router überträgt zwei private WLAN-Kennungen (SSID) im 2,4- und 5-GHz-Bereich sowie zusätzlich ein Gastnetzwerk und den Kabel-Deutschland-Homespot. Die beiden letzteren SSIDs spielen im Test jedoch keine Rolle, da sie nicht verstärkt werden sollen.

Die Einrichtung des FRITZ!WLAN Repeater DVB-C ist in der Theorie einfach: Benötigt wird eine Steckdose in der Nähe eines Fernsehkabels. Idealerweise sollte diese Steckdose sich nicht direkt neben dem Router befinden, da das Verstärken des WLAN-Signals sonst sinnfrei ist. Alternativ lässt sich das Gerät aber auch per LAN an den Router anschließen - etwa wenn dieser kein WLAN ausstrahlt (LAN-Bridge-Modus).

Einfache Inbetriebnahme mit Tücken im Betrieb

AVM FRITZ!WLAN Repeater DVB-CAVM FRITZ!WLAN Repeater DVB-C Die Verbindung mit dem Heimetzwerk nimmt der Repeater über WPS auf. Nachdem der Repeater in der Steckdose steckt, muss der Nutzer einige Sekunden warten, bis die WLAN-LED am Repeater blinkt. Dann kann durch längeres Drücken auf die WLAN-Taste des Gerätes und gleichzeitiges Auslösen des WPS-Modes am Router die Verbindung hergestellt werden. Kurze Zeit später ist der Repeater dann per Browser unter http://fritz.repeater erreichbar - dafür waren wir ansonsten offline, wollten wir unser WLAN-Netz nutzen. In unserem Netz war das normale WLAN plötzlich nicht mehr nutzbar. Zwar wurden die SSIDs weiterhin ausgestrahlt und offenbar sogar verstärkt, doch abseits der Web-Oberfläche des Routers waren keine Daten abrufbar. Nur noch per LAN-Verbindung mit dem Router verbundene Geräte bekamen Daten aus dem Internet.

Erst nachdem wir den Repeater vom Strom trennten, funktionierte auch das Internet per WLAN wieder. Dieser Effekt war in unserem Test mehrfach reproduzierbar, folgte jedoch keiner Regel. Denn es kam im Test auch vor, dass das WLAN des Kabelmodems tatsächlich messbar verstärkt wurde und das Internet gleichzeitig funktionierte. Doch verlassen konnte man sich darauf nicht. Auch stellten wir im WLAN-Bridge-Mode, also dem Repeater-Modus fest, dass zwar WLAN verstärkt werden konnte, das TV-Signal aber nicht abrufbar war (mehr zum TV-Streaming auf Seite 2).

LAN-Bidge-Modus generiert auf Wunsch eigene WLAN-Kennungen

LEDs am Gerät signalisieren den StatusLEDs am Gerät signalisieren den Status Im Test entschlossen wir uns in Folge der Fehler, auf den WLAN-Bridge-Modus, also die Repeater-Funktion zu verzichten und schalteten um auf den LAN-Bridge-Modus. Hier wird der AVM FRITZ!WLAN Repeater DVB-C per LAN an den Router angeschlossen und strahlt eine eigene WLAN-Kennung aus - wahlweise auf 2,4 und/oder 5 GHz. Dieses Netz arbeitet unabhängig vom WLAN-Router. Auch ein Gastnetzwerk ist möglich.

Zudem muss das Gerät für die TV-Funktion auch hier wieder an das TV-Kabelnetz angeschlossen werden. Dadurch, dass der Repeater hier nicht auf das bestehende WLAN-Netz zugreift, machte es auch keine Probleme im Heimnetz und wir konnten weiterhin per WLAN im Internet aktiv sein. Auch der Zugriff auf die TV-Streams aus dem Kabelnetz funktionierte in diesem Modus deutlich besser als im WLAN-Bridge-Modus. Dazu war es nicht notwendig, auf die neuen WLAN-Kennungen des Repeaters zuzugreifen - auch das Heimnetzwerk übertrug die Streams.

Auf der nächsten Seite zeigen wir Ihnen unsere Erfahrungen mit dem Kernfeature des Produktes: dem DVB-C-Streaming.

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