Eingehackt

Auto-Elektronik als Zielscheibe von Cyber-Angriffen

Gibt es spezielle Viren und Trojaner für Autoanwendungen?
AAA

Auto-Elektonik als Zielscheibe von Cyber-AngriffenAuto-Elektonik als Zielscheibe von Cyber-Angriffen Die in Autos eingebaute Elektronik wird immer empfindlicher und somit immer mehr zur Zielscheibe von Cyber-Angriffen, wie das P.M. Magazin schreibt. Schon jetzt steckt so viel Technik in einem Fahrzeug, wie in der ersten Mondfähre, heißt es. So versuchen die Hersteller die Autos zwar durch zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen zu schützen, "doch absolute Sicherheit gibt es auch bei Fahrzeugen nicht", wie Marko Wolf vom IT-Spezialisten Escrypt gegenüber dem Magazin sagte. Dieser kennt sich in dem Bereich aus, da er selber Elektrotechnik-Ingenieur ist und sowohl solche "nicht-knackbaren" Sicherheitssysteme entwickelt, als auch die Hersteller von Autos entsprechend dazu berät.

Die Forscher des "Center for Automotive Embedded Systems Security" (CAESS) der University of San Diego haben bereits veranschaulicht, dass solche Sicherheitsvorkehrungen durchbrochen werden können. So gelang es den Forschern sich mit einem Smartphone in die Telematik-Einheit einzuwählen. Danach ließen diese den Software-Puffer mit einem entsprechenden Schadprogramm überlaufen. In einem weiteren Schritt wurde eine Software-Lücke in der Elektronik des Autos dazu genutzt, um über das Antiblockiersystem (ABS) und das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) das Auto zu bremsen. Außerdem konnten die Insassen des Fahrzeuges abgehört werden.

Spezielle Viren und Trojaner für Autoanwendungen

Marko Wolf erklärt weiterhin, dass es theoretisch möglich sei spezielle Trojaner und Viren zu programmieren, die direkt auf Autoanwendungen abzielen: "Praktisch gibt es das aber noch nicht, da die Arbeit zu aufwendig, zu teuer und zu ineffizient ist. Die Viren können sich ja kaum fortpflanzen, weil die Systeme der verschiedenen Hersteller unterschiedlich aufgebaut sind und es kaum Kontakt unter den Autos gibt."

Allerdings könnte dies sich ändern, sollte sich in einigen Jahren die sogenannte Car-to-car-Kommunikation durchsetzen. Damit ist es möglich, Autos miteinander kommunizieren zu lassen. Die Autos könnten sich dann untereinander beispielsweise vor Staus, Blitzer, Unfällen oder Nebel warnen. Dadurch soll zwar die Sicherheit auf den Straßen verbessert werden. Der Nachteil liegt aber auch auf der Hand, denn die begradigten Viren und Trojanern könnten weitergegeben werden - ein Auto würde sozusagen die anderen Autos damit "anstecken". Ein ungeschütztes Auto-System könnte letztlich sogar zu einer Katastrophe führen.

Eine Liste zu weiteren interessanten Themen rund ums Auto finden Sie auf unserer Übersichts-Seite.

Mehr zum Thema Auto