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Zubehör im Test: Arctic C1 Solar-Lader scheitert

12.06.2010
14:21

 

Arctic C1 Solar Ladegerät Test Handy Smartphone Laden Aus der ungeheuren Menge an nützlichem und sinnlosem Smartphone-Zubehör schnappten wir uns den Arctic C1 von Arctic Cooling (Neu: Arctic). Damit ging es für drei Wochen auf die Reise: Road-Trip USA. Das kleine USB-Ladegerät mit Solarzelle sollte uns dabei helfen, ein Handy und ein Smartphone zu laden. Die Netz-Ladegeräte der beiden Telefone blieben zu Hause. Wir malten uns die Vorteile in den schönsten Farben: nur ein Ladegerät statt zwei; weniger Kabel und grüner Solarstrom. Hinzu kommt das geringe Gewicht des Arctic C1 von gerade mal 52 Gramm.

Wie funktioniert es?

Im Arctic C1 steckt ein Akku mit einer Kapazität von 4,44 Wattstunden. Den laden wir mittels Mini-USB oder per Sonnenstrom auf. Für letzteres gibt es ein 7 mal 4 Zentimeter kleines Solarpanel. Wenn die pralle Sonne im idealen Winkel (90 Grad) drauf scheint, so liefert das Panel nach Herstellerangabe bei 5.5 Volt und 80 mA. Arctic C1 Solar Ladegerät Test Handy Smartphone Laden Das ist extrem wenig, bereits ein USB-Port liefert 500 mA. Den Ladestatus des integrierten Akkus bilden drei rote LEDs ab. 3 LEDs leuchten: verbleibende Akkukapazität 70 bis 100 Prozent; 2 LEDs: 30 bis 70 Prozent; 1 LED: 10 bis 30 Prozent.

Der Arctic C1 hat einen normalen USB-Anschluss, an dem 5,5 Volt und 500mA Stromstärke anliegen. Exakt dasselbe bietet jeder USB-2.0-Port am Notebook. Hier kann jedes USB-Ladefähige Gerät angeschlossen werden. Das klappt entweder direkt über USB zu Mini-USB oder über entsprechende Adapter. Hiervon sind einige im Zubehör enthalten. Unser Smartphone besitzt einen Mini-USB-Port, das Nokia-Handy im Gepäck einen kleinen runden Stecker. Unser Nokia verlangte nach einem Mini-Stecker, das Smartphone haben wir per USB angeschlossen.

Auf Nummer Sicher – Der Vorab-Test

Damit wir nicht mangels Strom in Texas liegen bleiben, haben wir den Arctic C1 einige Wochen vor dem USA Road-Trip ausprobiert. Das Ergebnis auf der Fensterbank bzw. an der Fensterscheibe hängend war ernüchternd. Der Arctic C1 lag tagelang in dieser Position und der Ladestand wollte nicht steigen. Eine einzige LED leuchtete (10 bis 30 Prozent). Darum wunderten wir uns nicht, als der Arctic C1 das Handy nur eine Stunde lang laden konnte. Das Gerät war damit natürlich nicht aufgeladen.

Arctic C1 Solar Ladegerät Test Handy Smartphone Laden Warum es nicht klappte lag auf der Hand: Wie bei jedem Solarpanel ist die Leistung stark vom Winkel und der Intensität der einfallenden Sonnenstrahlen abhängig. Eine Haus-Solaranlage auf dem Flachdach (liegend) bringt nicht einmal ein Drittel des Outputs einer 45 Grad Anlage (Schrägdach). Unsere Fensterbank-Innen (liegend) beziehungsweise die Scheibe (90 Grad) sind mangels bzw. kaum direkter Sonne untauglich für den Arctic C1.

Aber was soll es, wir geben dem Solarlader noch eine Chance. Auf unserem Road-Trip in der sengenden Sonne der USA kann das Gerät unter der Front- oder Heckscheibe liegen. Damit bekommt es deutlich mehr Sonne als Daheim.

On Tour – mit dem Arctic C1 durch die USA

Die Tour ging von Los Angeles (L.A.) nach Miami (Florida). Für diese Strecke von letztlich 6.665 Kilometern benötigten wir drei Wochen. Das bedeutete einige Ladezyklen für die Mobiltelefone. Wir haben selbige nicht zwischendurch ab geschalten. Der Arctic C1 Solar Ladegerät Test Handy Smartphone Laden Arctic C1 schmorte von Beginn an unter der Front- oder Heckscheibe des Autos. Die Sonne schien dabei die meiste Zeit auf das Gerät (zwei Regentage) und es heizte sich teilweise mächtig auf. Nach einem halben Tag im aufgeheizten, geparkten Auto konnten wir den C1 kaum noch anfassen.

Leider blieb eine zufriedenstellende Ladung unserer Telefone aus. Trotz tagelanger Ladung in sengender Sonne erreichte der Ladezustand nur 30 bis 70 Prozent. Genau können wir es nicht beziffern, da dies nur ein zwei leuchtenden LEDs ablesbar ist. Auch jetzt konnte der Arctic C1 unser völlig entleertes Nokia-Telefon nur bis zu 60 Prozent aufladen. Beim Smartphone verhielt es sich nach erneuter Ladung (mehrere Tage) ähnlich. Das Spiel haben wir zweimal ausprobiert, mit gleichem Resultat.

Fazit: Dank schwacher Leistung nicht zu gebrauchen

Arctic C1 Solar Ladegerät Test Handy Smartphone Laden Als Freunde des grünen Stroms hätten wir dem Solarlader von Arctic gern eine bessere verbale Bewertung verpasst. Aber leider funktionierte es in unserem Test nur ungenügend. Trotz praller Sonne in Kalifornien, Arizona oder Texas wollte sich der C1 nicht einmal über 70 Prozent aufladen. Das Ladeergebnis an unseren Telefonen war mit zirka 50 Prozent entsprechend enttäuschend. Mit indirektem Licht (Fensterbank) konnten wir den Akku im C1 so gut wie gar nicht aufladen (Vorab-Test in Deutschland).

Kurz: Der Solarlader ist gut fürs grüne Gewissen aber in der Praxis untauglich. Entweder der Hersteller kann mit einem effizienteren Solarpanel nachbessern oder er sollte die Finger von dieser Lösung lassen.

 
Sebastian Jentsch
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-01, Erwachsene ab 14 Jahre