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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Editorial: Handy-TV nicht totzukriegen01.03.2009
18:02 Einzige realistische Chance besteht in der Verschmelzung von DVB-T
Die Idee des Handy-TV ist nicht
totzukriegen. In Deutschland sind zwar bereits zwei Unternehmen
damit gescheitert, ein eigenes Sendenetzwerk hierfür aufzubauen,
aber offensichtlich wird weiter darüber
diskutiert. Die Vorschläge reichen bis
hin zu einem Verbot von DVB-T-Handys,
um so DVB-H zu fördern. Und auch die Industrie ist weiter am
Entwickeln und stellt sogar neue Technologien vor, insbesondere
DVB-SH, welches mit Satellitenunterstützung
eine große Abdeckung erreichen soll. Als ob es nicht schon
genug "Standards" für Handy-TV gäbe.
Dabei sinken die Chancen auf einen wirtschaftlichen Erfolg eines eigenen Handy-TV-Sendenetzwerkes immer weiter. UMTS/HSPA wird immer schneller, gleichzeitig sinken die Kosten pro Bit. Somit wird es für die Netzbetreiber immer einfacher, Handy-TV einfach über die bestehenden Mobilfunknetze zu streamen. MBMS kann zudem künftig dabei helfen, die insgesamt benötigte Bitrate zu reduzieren, wenn mehrere Nutzer in einer Zelle denselben Sender empfangen. Ebenfalls dem Technikfortschritt ist es gedankt, dass sich zunehmend auch das terrestrische digitale Fernsehsignal für die "großen" Fernseher, DVB-T, für den Empfang auf dem Handy nutzen lässt. Zu den Zeiten, als DVB-H projektiert wurde, war dieses aufgrund der hohen DVB-Bitrate und dem dadurch bedingten hohen Stromverbrauch des Empfängers noch undenkbar. Ein Standard für alle terrestrischen Empfänger!?Die einzige realistische Chance, die Handy-TV in Deutschland und wahrscheinlich sogar in ganz Europa noch hat, bestünde in einer stärkeren Verkopplung mit DVB-T. In absehbarer Zeit steht für DVB-T eh ein Upgrade auf modernere Kompressions- und Codierungsverfahren an. Dadurch können auf einem Multiplex entweder noch deutlich mehr Fernsehsender übertragen werden. Alternativ lässt sich die Bildqualität auf HD-Niveau steigern. Die Standardisierung ist diesbezüglich im Gange, Stichwort DVB-T2. Die einfache Idee: Man sollte das DVB-H-Signal zusammen mit dem DVB-T-Signal übertragen. Mobile Geräte brauchen nur ein vergleichsweise niedrig aufgelöstes Fernsehsignal, das ruhig mit einer reduzierten Bildwiederholrate gesendet werden darf. Andererseits brauchen sie ein besonders robustes Signal, das mit vielen Fehlerkorrekturbits abgesichert ist. Stationäre Geräte brauchen hingegen mindestens die volle PAL-Auflösung, wenn nicht gar HD, dafür können größere Antennen auch ein schwächeres Signal noch gut empfangen. Um beiden Empfängerklassen gerecht zu werden, rechnet der Sender das Original-Fernsehbild zunächst in Auflösung und Bildwiederholrate auf Handy-Niveau herunter. Dieses H-Signal wird encodiert und abgesichert in die Ausgabe geschrieben, wo es einen Teil der verfügbaren Bitrate belegt. Die Differenz zwischen dem Originalbild und dem H-Bild wird ebenfalls berechnet, encodiert, abgesichert und als T-Signal in den Ausgabekanal geschrieben. Ein mobiler Empfänger beschränkt sich beim Empfang auf das H-Signal. Es hat alle benötigten Charakteristika. Ein stationärer Empfänger muss hingegen H- und T-Signal aus dem Datenstrom empfangen und auswerten, um ein möglichst gutes Bild zu erzeugen. Der Vorteil für den stationären Empfänger: Ist der Empfang mal schwach oder gestört, sollte in vielen Fällen zumindest das H-Signal dank der zusätzlichen Absicherung dennoch nutzbar bleiben. Die Teile vom T-Signal, die ebenfalls einwandfrei empfangen wurden, können dann jeweils zur Steigerung der Auflösung eingesetzt werden, ggfls. nur in einzelnen Bildbereichen. Das Bild zerfällt bei schlechtem Empfang also nicht sofort in Klötze oder wird gar dunkel, wie derzeit bei DVB-T üblich, sondern es wird nur etwas schlechter. Ein solcher gemeinsamer Standard wird aber nur dann eingeführt werden können, wenn die bisherigen DVB-H-Promoteure über ihren eigenen Schatten springen. Da das doch eher unwahrscheinlich ist, gibt es genau ein weiteres Szenario: Handy-TV wird weiterhin dahinsiechen, um in einigen Jahren in voller Schönheit zu sterben. Weitere Editorials
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