Micro-Blogging

Twitter, Frazr & Co.: Micro-Blogging per Handy

Mobiler Dienst ermöglicht schnelle Informationsverbreitung für jeden
Von Sebastian Friedrich
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Ob Flugzeugabsturz, Bombenanschlägen oder frisch gehacktes Apple iPhone 3G: Die ersten Informationen über aktuelle Ereignisse finden sich immer öfter auf Micro-Blogging-Seiten im Internet wie Twitter. Dabei hatten die Dienste lange Zeit denselben Ruf wie herkömmliche Blogs: Vom Blog als "Internet-Tagebuch" mit persönlich gefärbten Texten war lange Zeit die Rede, bevor etablierte Medien und der Durchschnitts-User die neue Form des Massenkommunikation erkannt haben: Blogs als demokratisches Medium ohne Zugangskontrolle, Kosten oder Erfolgsdruck können schnell, direkt und ungefiltert auf aktuelle Ereignisse reagieren.

Micro-Blogging: Nachrichten, Kommentare und Geschichten auf 140 Zeichen

Micro-Blogging führt diese Entwicklung weiter und macht sie noch einfacher: Denn die mögliche Textlänge ist bewusst kurz gehalten, je nach Anbieter auf etwa 140 Zeichen, was nicht einmal der Länge einer SMS entspricht. Gebloggt werden kann so von überall: Entweder am PC über die Eingabemaske der Anbieter, per SMS vom Handy, Instant Messenger oder mittels spezieller Handy-Software, die manche Micro-Blogging-Dienste ihren Usern kostenlos zur Verfügung stellen. Je nach Anbieter ist es möglich, zusätzlich Audio- oder Videodateien zu bloggen. Informationen der Bahn bei Twitter

Leser von Micro-Blogs können die Nachrichtenticker entweder direkt auf der Profilseite des Bloggers, per RSS Feed, über einen Instant-Messenger oder als SMS auf dem Handy verfolgen. Neben Twitter gibt es eine ganze Reihe anderer Micro-Blogging Anbieter: Unter ihnen findet sich Twitters größter Konkurent, identi.ca. Dieser bietet Micro-Blogging in der Open-Source-Variante. PhrazIt dagegen befindet sich noch im Beta-Stadium, wird aber auch in späteren Versionen bewusst Textlängen von nur 30 Zeichen erlauben. Anfänger im Micro-Blogging tun sich eventuell auf der deutschen Bedienoberflächen von Baluuu, Niimo oder Frazr bei ihren ersten Versuchen besser zurecht.

Mögliche Kosten beachten

Die Dienste sind wie die meisten anderen Blog-Anbieter kostenlos. Allerdings fallen natürlich Verbindungsgebühren beim mobilen Bloggen über das Handy an. Zwar verursachen Textlängen von 140 Zeichen nur wenige Kilobyte Daten-Traffic, dennoch werden je nach Tarif-Option bereits bei Verbindungsaufbau Pauschalen durch die Netzbetreiber abgerechnet. Vorsicht beim Bloggen via SMS: Viele Micro-Blogging-Seiten bieten diesen Service über ausländische Telefonnummern an, welche dementsprechend höhere Kosten für den SMS-Versand zur Folge haben.

Wer selbst noch nicht aktiv werden, sondern sich zunächst als Leser vom neuen Medium überzeigen lassen möchte, findet bereits eine Vielzahl interessanter Micro-Blogger. So informieren etwa die iPhone-Hacker vom Dev-Team über aktuelle Releases, die Deutsche Bahn tickert zwar meist schlechte Nachrichten, dafür sind Bahnreisende immer bestens über Gleisbauarbeiten oder Sperrungen informiert. Wer bestens über den aufregenden Alltag eines Popstars informiert sein möchte, findet bei der Twitter-Seite von Snoop Dogg sicherlich interessante Einträge.

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