Alcatel-Lucent gegen die Finanzkrise: Hoffnung auf Netzausbau
17.02.2009 14:46
Hoffnung auf Aufträge durch mobiles Breitband
Der angeschlagene amerikanisch-französische
Telekomausrüster Alcatel-Lucent hofft, dank des schnell steigenden
Daten-Verkehrs im Mobilfunk glimpflich durch die Wirtschaftskrise zu
kommen. "Unsere Kunden stoppen ihre Investitionen nicht, weil sie
überlebenswichtig für sie sind", sagte der für den Bereich Europa,
Naher Osten und Afrika zuständige Manager Adolfo Hernandez heute auf dem
Mobile World Congress in Barcelona. Insbesondere vom
Ausbau der Breitband-Netze im Mobilfunk erhofft er sich Impulse. Zudem
setzt er darauf, dass die Betreiber mit neuen Anlagen ihren
Stromverbrauch senken wollen.
Konzernchef Ben Verwaayen hatte jüngst weniger zuversichtlich
geklungen: Er rechnet angesichts der Wirtschaftskrise für das
laufende Jahr mit einem Schrumpfen des Gesamtmarkts um acht bis 12 Prozent.
Beim operativen Ergebnis will Verwaayen trotzdem in etwa auf
der Null-Marke bleiben. Dazu beitragen soll neben einem massiven
Sparprogramm der Fokus auf die neuen schnelleren
Übertragungstechniken WiMAX und LTE.
Die französische Alcatel hatte den US-Konzern Lucent Ende 2006 übernommen.
Der Zusammenschluss entwickelte sich jedoch zum
Debakel: Der Konzern häufte Milliardenverluste an, die
Führungsmannschaft trat nach und nach ab. Alcatel-Lucent steht in
scharfer Konkurrenz zum schwedischen Branchenprimus Ericsson sowie
dem finnisch-deutschen Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens
Networks. Zudem drängen chinesische Anbieter massiv auf den
Ausrüstermarkt.