Handy-Hersteller sollen nach dem Willen von Menschenrechtlern keine Materialien
mehr aus den umkämpften Gebieten der Demokratischen Republik Kongo für ihre
Mobiltelefone verwenden. Die Konzerne müssten ihre Lieferkette
überprüfen, um auszuschließen, dass mit ihrem Geld bewaffnete Konflikte in dem
afrikanischen Land finanziert würden, forderte die Organisation Global Witness heute
in einer Erklärung zum Auftakt der weltgrößten Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona.
Untersuchungen der Organisation zusammen mit UN-Experten hätten ergeben,
dass sich die wichtigsten bewaffneten Gruppen im Osten des afrikanischen Landes
direkt aus dem Verkauf etwa von Zinn oder Tantal finanzierten. Diese Metalle sind
wichtig für die Herstellung von Mobiltelefonen. Die Rekordhochs bei den Rohstoffpreisen
im vergangenen Jahr hätten die Konflikte weiter angeheizt.
Der Osten der Demokratischen Republik Kongo, an der Grenze zu
Ruanda und Uganda, ist reich an Rohstoffen. Seit Mitte der 1990er
Jahre erlebt die Region eine Folge von schweren bewaffneten
Konflikten. Die Ausplünderung der Bodenschätze durch die
Konfliktparteien ist immer wieder von Menschenrechtlern und den Vereinten Nationen angeprangert worden.