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o2 gibt Gas: HSPA+ mit 28 MBit/s noch dieses Jahr

Mobile Datennutzung letztes Jahr um Faktor 6 gewachsen
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o2 hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona bekannt gegeben, sein Netz für den mobilen Internetzugang weiter forciert auszubauen. Im Herbst sollen dazu erste Kunden in München HSPA+ mit bis zu 28 MBit/s testen können. Derzeit unterstützt das Netz HSPA mit bis zu 7,2 MBit/s. Damit nimmt o2 zwei Schritte auf einmal, denn die nächste Ausbauvariante ist zunächst HSPA mit bis zu 14,4 MBit/s. o2 erwartet, der erste Netzbetreiber in Deutschland zu werden, der HSPA+ anbietet.

Um bis zu 28 MBit/s in einen nur 5 MHz breiten Kanal zu quetschen, verwendet HSPA+ die MIMO-Technologie: Beim Sender und Empfänger stehen je zwei Antennen, die voneinander unabhängige Signale auf derselben Frequenz übertragen. Dieses funktioniert besonders gut in der Nähe einer Basisstation; am Rande einer Zelle wird die Separation der beiden Signale schwieriger. Entsprechend sinkt dort die maximal mögliche Bitrate. Wie weiter zu erfahren war, stiegen im letzten Jahr die im Netz von o2 übertragenen Datenmengen um den Faktor sechs.

Wachstum durch Service

o2-Chef Jaime Smith Basterra sieht Service als den Bereich, in dem sich o2 vom Wettbewerb absetzen soll, um im Wettbewerb voranzukommen. Derzeit sei das Verhältnis zu den Kunden miserabel. Wiederholt sagte er: "Customers don't trust us". Die Kunden vertrauten den Netzbetreibern nicht; sie fürchteten die diversen Haken und Ösen wie die Vervielfachung der Entgelte im Roaming.

Zur Verbesserung des Service wurden laut Basterra sämtliche Sprachsysteme an den Hotlines abgeschaltet; der Kunde spricht direkt mit einem Mitarbeiter, keinem Automaten. Auch für Prepaid-Kunden sollen Hotline-Anrufe künftig kostenlos sein. Online-Kunden, die deutliche Rabatte erhalten, müssen hingegen weiterhin für Anrufe zur Hotline bezahlen. Weitere Service-Faktoren sind überschaubare Laufzeiten und Programme, wo der Kunde ein Angebot zunächst testen kann.

Günstige Regulierung gewünscht

Basterra hat eine für sein Unternehmen günstige Regulierungspolitik gefordert. Insbesondere sollten die verfügbaren Frequenzbänder gleich zwischen den bestehenden Netzbetreibern aufgeteilt werden. Hier haben die "D"-Netze weiterhin Vorteile, da sie aufgrund früherer Lizenzzuteilung über größere Blöcke im 900-MHz-Bereich verfügen als die "E"-Netze. Ebenso solle die Allokation von neuen Frequenzbereichen zu vernünftigen Konditionen erfolgen.

Die Regulierung solle zurückhaltend und vorhersagbar sein. Basterra schlug vor, einen moderaten Gleitpfad für die Absenkung der mobilen Terminierungsentgelte für die nächsten drei Jahre festzulegen. Derzeit würde von Jahr zu Jahr entscheiden. Die EU sollte die Preisfestsetzung für Sprach-Roaming 2010 auslaufen lassen und keine Regulierung für SMS und Datendienste einführen.

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