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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Wirtschaftskrise bremst Handy-Käufer22.01.2009
17:02 Handy-Hersteller sehen keinen Silberstreif am Horizont
Dass die Boom-Zeiten für die Handy-Hersteller vorbei sind, haben wir bereits festgestellt. Jetzt kommen aber
immer mehr Hinweise darauf, dass das gerade erste begonnene wirklich ein hartes Jahr für
die Handybauer wird. Die Bereitschaft der Verbraucher, Geld für neue
Mobiltelefone auszugeben, sinkt, je länger die Weltwirtschaft in der
Krise steckt. Experten sehen außerdem eine zunehmende Sättigung des
Marktes: In vielen Ländern kommt auf jeder Menschen rein rechnerisch
bereits mehr als ein Handy. Die Branche rüstet sich für einen
drastischen Rückgang der Verkaufszahlen in diesem Jahr.
Auch der erfolgsverwöhnte Branchenprimus Nokia kann der Krise nicht mehr entkommen: Das Schlussquartal beendeten die Finnen mit einem Umsatz- und Gewinneinbruch. Und ihre Prognose für das kommende Jahr ist düster: Einen Absatzrückgang von zehn Prozent erwartet Nokia 2009 für die gesamte Branche. Insgesamt ist die Lage derzeit schwer einzuschätzen. Die Menschen hätten in der Wirtschaftskrise andere Prioritäten, als ein neues Handy zu kaufen, erklärt Gartner-Analystin Carolina Milanesi. Vor allem in Europa seien außerdem die längeren Laufzeiten bei Handy-Verträgen ein Problem, die sie Kunden an ihr Gerät binden. Ein Rückgang der Subventionen von Mobilfunkunternehmen für neue Handys sei noch nicht zu beobachten. Netzbetreiber wollen Handys, die Umsätze generieren"Die Betreiber werden sich aber in Zukunft ganz genau überlegen, welches Handy sie unterstützten." Statt eines Telefons mit 8-Megapixel-Kamera werde wohl eher das Gerät mit dem integrierten Browser subventioniert, das dem Netzbetreiber zusätzliche Datenumsätze bescheren könnte. Dabei leidet Nokia nicht allein: Der Konkurrenz geht es kaum besser. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Konkurrent Sony Ericsson eine bittere Bilanz des abgelaufenen Quartals gezogen und einen negativen Ausblick für den Gesamtmarkt gegeben. Motorola verkaufte vorläufigen Zahlen zufolge im vierten Quartal halb so viele Handys wie im Jahr zuvor. Die südkoreanische LG Electronics konnte hingegen im abgelaufenen Quartal 25,7 Millionen Handys absetzen und sieht sich besser für die Krise gewappnet als die Konkurrenz. Grundsätzlich müssen die Hersteller nach Meinung von Analysten alle Handy-Preisklassen bedienen. Wenig Probleme sieht Milanesi bislang bei den teuren Smartphones. Die Geräte im mittleren bis höheren Preissegment dürften dagegen im nächsten Jahr am meisten unter Preisdruck stehen, was sich auch auf die Billiggeräte ausweiten dürfte, sagt die Analystin. Dort herrscht bereits ein erbitterter Preiskampf, der selbst Branchenprimus Nokia unter Druck setzt und den durchschnittlichen Verkaufspreis der Finnen binnen eines Jahres um knapp zehn Euro drückte. Gleichzeitig werde die Nachfrage nach sehr billigen Geräten vor allem in den Schwellenländern weiter steigen, prognostiziert Milanesi. Hohe Lagerbestände sorgen ebenfalls für schlechte ZahlenEine einfache Lösung für die Probleme der Branche sehen die Experten nicht. Nach Ansicht von Milanesi sollten die Hersteller bei der Ausstattung noch genauer auf die Wünsche der Konsumenten eingehen und nur solche Anwendungen auf den Markt bringen, die auch nachgefragt werden. Außerdem könnte der Wert der Handys mit mehr Zubehör gesteigert werden. "Statt eines Preisnachlasses kann zum Beispiel eine bessere Speicherkarte eingebaut werden, um die Qualität des Handys zu steigern." Außerdem müssen die Unternehmen die Lagerbestände im Auge behalten. Denn hier türmen sich bereits die Probleme: Analysten warnen bereits vor hohen Lagerbeständen - nicht nur bei den Herstellern selbst, sondern auch bei den Vertriebspartnern. "Die Halbjahreszahlen 2009 könnten beunruhigend ausfallen", schreibt etwa WestLB-Analyst Langer über die Situation bei Nokia. Denn mit den hohen Lagerbeständen dürften die Absatzzahlen der Hersteller vor allem im ersten Quartal 2009 noch einmal kräftig sinken. dpa / Marie-Anne Winter
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