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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Navteq will Handydaten zur Stauvermeidung nutzen19.01.2009
17:01 Handover-Daten sollen dieses Jahr für TMCpro verwendet werden
Zur Cebit 2009 wird das Unternehmen
Navteq - bisher vor allem
als Lieferant digitaler Karten für Navigationsgeräte bekannt
- ein neues System zur intelligenten Verkehrserfassung starten. Dafür nutzen die Navigationsspezialisten eine Technik
namens "Floating Phone Data" (FPD). Der Navteq-Produktmanager Andreas Erwig erklärt gegenüber teltarif
auf der CeBIT-Preview:
"Floating Phone Data soll bisherige Verkehrsinformationsdienste um Bewegungsdaten ergänzen". Damit
erweitert FPD den bereits existenten Dienst TMCpro, der via UKW Autofahrer über Staus und Behinderungen
informiert. Dafür nutzt TMCpro zur Zeit vier verschiedene Quellen.
Andreas Erwig erläutert, das als erste Datenquelle die Informationen dienen, die von Behörden wie Polizei und Feuerwehr gemeldet werden. Als zweiter Lieferant fungieren technische Einrichtungen wie Kontaktschleifen auf Fahrbahnen. Dieses zählen die Menge der vorbeifahrenden Fahrzeuge in einer bestimmten Zeit. Über Infrarotsensoren, wie sie am Mittelpfeiler von Autobahnbrücken oft angebracht sind, erhält Navteq durch spezielle mathematische Berechnungen Stauprognosen, die über die Fahrzeugdichte auf der linken Spur einer mehrspurigen Straße errechnet werden. Als vierte Quelle nutzt Navteq jene Daten, die über Programme wie BMWs "Connected Drive" - ein spezielles Fahrinformations- und Kommunikationssystem - anonymisiert erzeugt werden. Staudaten kommen vom Handy
Als Handover-Event wird die statistische Betrachtung bezeichnet, die die durchschnittlichen Aufenthalts- und Wechselzeiten innerhalb und zwischen Zellen umfasst. Kurz: Der Computer schaut wie lange ein Handy in einer Mobilfunkzelle eingebucht ist und vergleicht den Wert mit einer Statistik. So lassen Rückschlüsse auf den momentanen Verkehr ziehen. Beispielsweise sind 500 Handys in einer Zelle, die sich über einer großen Autobahn befindet, eingebucht und wechseln erst nach verhältnismäßig langer Zeit in die darauf folgende Zelle. Normalerweise findet der Wechsel laut Statistik jedoch schon nach wenigen Sekunden oder Minuten statt. Daraus lässt sich folgern, dass die Straße von einem Stau betroffen ist. Um die Technik noch zu verfeinern wird versucht mögliche Unschärfen zu beseitigen. Solche Unschärfen sind zum Beispiel Züge der Bahn oder große Reisebusse. Jedoch erkennt das System einen nahezu simultanen Zell-Wechsel einer großen Zahl von Handys als Anomalie und verwirft diese Daten. So ließen sich sogar einzelne Züge inklusive deren Verspätung identifizieren, scherzt Andreas Erwig. Neue Übertragungsform zum Navi muss her
Neben dem Nutzen der neuen Technik stehen jedoch auch Bedenken des Datenschutzes. Autofahrer und andere Handybesitzer könnten Angst haben, dass ihre Wege nachvollziehbar werden. Navteq beruhigt und verspricht: Handynutzer brauchen keine Angst haben. Die gewonnenen Daten würden bereits bevor sie zu Navteq kommen anonymisiert. Die Navteq-Technik wird ab Mitte des Jahres Einzug in Navigationsgeräte verschiedener Hersteller halten. Eine ähnliche Lösung des Navi-Spezialisten TomTom ist bereits seit dem zweiten Quartal 2008 nutzbar, jedoch nur in Geräten von TomTom. Weitere Artikel von der CeBIT Preview 2009
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