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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | teltarif.de | 20.03.2010 |
Viele Menschen sind scheu oder schüchtern. Ihnen bietet das Internet
geradezu ideale Möglichkeiten, dennoch andere Menschen kennenzulernen:
Man sieht ihnen die Angst nicht gleich an, und sie können selber
bestimmen, wie viel sie wie schnell von sich preisgeben. Wollen sie
einen Kontakt wieder beenden, ist auch das kein Problem, so lange er
noch rein virtuell war: Schlimmstenfalls muss man sich eine neue
Nutzerkennung auf den besuchten Chat- oder Dating-Seiten zulegen;
auch E-Mail-Adressen kann man so schnell wechseln, wie seine Hemden.
Und so ist Partnersuche im Internet ein boomendes Geschäft. Einige Partnervermittlungsbörsen scheinen das Geschäft optimiert zu haben: Auf deren Seiten findet man zuhauf Anzeigen attraktiver Menschen, die eigentlich alles haben, wonach man sich sehnt, bis auf das eine: Den passenden Partner. Die Kontaktaufnahme ist ganz leicht: Nur schnell eine SMS an eine Kurzwahl, am Anfang die Anzeigennummer, vielleicht hat man ja Glück, und die oder der Angebetete antwortet. Und man hat Glück: Nur wenige Minuten, und eine Antwort-SMS ist da. Der Mensch am anderen Ende erweist sich schnell als einfühlsam, liebenswert, umgänglich und aus der Nähe kommend. Einzig, da sie oder er schlechte Erfahrungen gesammelt hat, er möchte sich noch nicht treffen und auch nicht die Telefonnummer herausgeben. Man kann sich ja weiterhin per SMS über den Dienst unterhalten. Was die Partnersuchenden oft erst merken, nachdem große Beträge für Premium-SMS draufgegangen sind: Den Traumpartner gibt es nicht. Die Anzeigen sind mit Model-Bildern und erfundenen Texten erstellt, die Antwort-SMS kommen von professionellen Animateuren, die pro Nachricht bezahlt werden, und sich so am Computer etwas Geld nebenher verdienen. So sind sie in mehreren Romanzen gleichzeitig; bei Schichtwechsel übernimmt der Kollege. Den Großteil des Geldes kassiert der Chatbetreiber. Dem einträglichen Treiben bereitete die Staatsanwaltschaft Kiel anfangs des Monats nun ein jähes Ende, indem sie fünf Betreiber einschlägiger Dienste festnehmen ließ. Zudem gab es 40 Durchsuchungen von Büro- und Privaträumen; derzeit ist die Staatsanwaltschaft mit dem Auswerten des umfangreichen Materials beschäftigt.
Das Geschäft mit der Sehnsucht
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