Als eins von drei nominierten
Projekten konkurrieren drei tausendstel Millimeter kleine Sensoren
der Firma Bosch um den
Deutschen Zukunftspreis.
Mitbewerber sind eine Technik zur Verbesserung der Energieumwandlung
für Sonnenkraftwerke und ein digitales Funkmikrofon.
Entwicklung könnte Unterhaltungselektronik revolutionieren

Zu sehen sind die "Federn" nur unter einem Mikroskop. Aber die
Forscher sind überzeugt, dass ihre Entwicklung in Zukunft zum
Beispiel die Unterhaltungselektronik revolutionieren wird.
Die Sensoren funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Eine
Beschleunigung überträgt sich auf die winzige Feder, elektronische
Elemente können diese Beschleunigung dadurch messen. Einige
Anwendungen sind alt: Fährt ein Auto gegen einen Baum, registrieren
Sensoren den Aufprall und lösen den Airbag aus. Aber die Reutlinger
Forscher Jiri Marek, Frank Melzer und Michael Offenberg haben noch
ganz andere Anwendungen im Blick.
Als Beispiel holt Melzer sein Mobiltelefon aus der Tasche. "Wenn
ich mein Handy mit dem
Display nach unten auf den Tisch lege, ist es
stumm geschaltet." So müsse man die Stumm-Funktion etwa bei
Konferenzen nicht mehr aufwendig über die Tasten auswählen. Auch
moderne Spielkonsolen nutzen die Technik bereits. Je nach Spiel wird
die Fernbedienung etwa wie ein Tennisschläger benutzt. Winzige
Sensoren übertragen die Schlag-Bewegung an die Konsole.
Stromverbrauch für elektronische Sinnesorgane ist hoch

Damit das funktioniert, brauchen Geräte "elektronische
Sinnesorgane", erklären die Entwickler. Im Auto sei das kein großes
Problem. Größe und Stromverbrauch spielen dort keine allzu große
Rolle. Allerdings sei kein Kunde bereit, für eine kleine Spielerei im
Handy ähnlich viel Geld auszugeben wie für einen womöglich
lebensrettenden Airbag. Und auch beim Stromverbrauch müssen die
Sensoren im Handy genügsamer sein als in einem Auto.
Also entwickelten die Reutlinger eine Methode, mit der sie die
empfindlichen Messfühler aus Silizium viel winziger, stromsparender
und kostengünstiger produzieren können als bisher. Knapp einen Euro
kostet der preisgünstigste Sensor.
Noch gebe es viele ungenutzte Anwendungsmöglichkeiten: In der
Altenpflege könnten die Sensoren sofort Alarm schlagen, wenn ein
Mensch gefallen ist. Wenn ein Laptop vom Tisch fällt, könnten vor dem
Aufprall noch schnell die Daten gesichert werden. Ein
Navigationssystem wüsste, auf welcher Etage in einem Einkaufszentrum
sich der Nutzer befindet, und kann dann den direkten Weg
beispielsweise zur nächsten Pizzeria zeigen.
Der perfekte Klang ist das Ziel

Ein neues drahtloses Digitalmikrofonen von
Sennheiser soll das
Klangerlebnis zum Beispiel bei Konzerten in Fußballstadien sowie von
monumentalen Opern- oder Musicalaufführungen revolutionieren.
Live-Konzertmitschnitte seien jetzt in einer "besseren Qualität als
CD-Standard" möglich, betont Jörg Sennheiser.
"Die besondere Schwierigkeit lag darin, eine Riesendatenmenge
durch einen schmalen Kanal zu schleusen", berichtet Gerrit Buhe, der
das zehnköpfige Projektteam bei dem Audiohersteller mit weltweit fast
2000 Mitarbeitern leitet. Bisher waren bei großen
Musikveranstaltungen analoge Funkmikrofone Standard, Tonmeister
lehnten die wenigen digitalen Geräte auf dem Markt wegen
Störgeräuschen, Datenreduktion und Verzerrungen ab - und für manche
Einsatzzwecke Funkmikrofone überhaupt.
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