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Alternative Elektroinstallation: Schalten ohne Batterie und Kabel22.11.2008
16:42 EnOcean ermöglicht bequeme Schalttechniken im HausInhaltsverzeichnis:1. EnOcean kann klassische Funkschalter ersetzen2. Design-Schalter-Hersteller setzen inzwischen auf EnOcean
In den vergangenen Wochen haben wir uns immer wieder um die
Vernetzung
in Häusern aber auch den Anschluss
neuer Häuser an die Telefonnetze
berichtet. Dabei gilt es aber, ein Haus nicht nur aus TK-technischer Sicht
geschickt zu vernetzen, sondern auch für andere Anwendungen, wie etwa
dem SmartHome.
nächste Seite: Design-Schalter-Hersteller setzen inzwischen auf EnOcean
Denn seit es elektrischen Strom in Haushalten gibt, hat sich eins nicht geändert: Zwischen dem Zählerkasten und der Leuchte an der Decke werden ein oder mehrere Schalter installiert, sprich neben den Türen an der Wand befestigt. Das Kabel läuft von der Abzweigdose zum Schalter und zur Leuchte; natürlich alles unter Putz. Möchte man einen Schalter verlegen, weil er beispielsweise durch einen Schrank verdeckt wird, deuten sich Arbeit, Lärm und Schutz an. Eine beliebte Abhilfe bieten Funkschalter aus dem Baumarkt. Bei Wandeinbau dieser Teile ist die Installation oftmals recht kniffelig. Und laut Murphys Gesetz sind die bei Funkschaltern bisher notwendigen Batterien immer dann leer, wenn man sie braucht. Was steht hinter EnOcean?Vor ein paar Jahren hat sich eine Gruppe von Entwicklern aufgemacht, den "Ozean der Energie in der Welt um uns" zu nutzen, um die Elektronik von Funkschaltern mit Spannung zu versorgen. Entstanden ist die EnOcean Technologie. Bei der EnOcean Alliance, der Dachorganisation der Anbieter von Produkten, die auf der batterielosen EnOcean-Technologie basieren, spricht man von Energy Harvesting, Energie-Ernte. Aus der am Anfang wie Science-Fiction anmutenden Idee sind inzwischen weltweit verfügbare, zuverlässige Produkte geworden, die nicht nur das oben beschriebenes Problem der Schalterverlegung lösen, sondern zu ganz neuen Wegen in der Hausinstallation führen. Die Grundidee für diese innovative Technologie beruht auf einer einfachen Beobachtung: Dort, wo Sensoren Messwerte erfassen, ändert sich auch immer der Energiezustand. Ein Schalter wird gedrückt, die Temperatur ändert sich oder die Beleuchtungsstärke variiert. In diesen Vorgängen steckt tatsächlich genug Energie, um Funksignale über eine Entfernung von bis zu 300 Metern zu übertragen. Eindeutige Schaltbefehle verhindern Störungen
Die Technologie ist für eine Zweiwege-Kommunikation geeignet, allerdings nutzen bisher alle dem Autor bekannten Produkte die unidirektionale Kommunikation. Jedes EnOcean-Modul verfügt über eine einmalige und eindeutige 32 Bit Sende-ID. Überschneidungen mit Funkschaltern des Nachbarn sind damit ausgeschlossen. EnOcean koexistiert mit anderen Funksystemen. Es gibt keine Interferenz mit DECT und WLAN. Geräte und Topologie
Die klassische Anwendung ist ein Pärchen aus einem Funkschalter
und einem Schaltempfänger (Aktor), um eine Leuchte, einen Lüfter
oder ein Rollo zu schalten. Sender und Empfänger lernen die Adressen
ihrer Gegenstücke. Dabei können mehrere Sender einen Empfänger
bedienen, aber auch ein Sender mehrere Empfänger.
Anspruchsvoller wird es, wenn man eine EnOcean-PC-Kopplung
verwendet. Dies ist eine Sende- und Empfangsantenne mit Ethernet
bzw. USB-Schnittstelle. So kann ein PC die Schaltbefehle aufnehmen,
verarbeiten und selbst senden. Das bedeutet, die PC-Antenne
empfängt alle Schaltbefehle, nicht mehr der Aktor/Schaltempfänger,
wie bei der typischen Funkschalter-Installation. Der Schaltbefehl selbst
kommt dann aus dem PC.
In dieser Konstellation kann beispielsweise eine Software kontrolliert Schaltvorgänge auslösen. Auslöser wäre z.B. die Uhrzeit, ein gemessener Temperaturwert, ein sich öffnendes Fenster, eine E-Mail oder Kombinationen aus diesen und anderen Sensoren. Anbieter eines entsprechenden Software- und Hardware-Paketes ist die BSC Computer aus Stadtallendorf in Hessen. Mit Hilfe dieser Technologie lässt sich quasi jede Home-Automation-Aufgabe selbst in einem Altbau ohne Lärm und Schmutz lösen. Fernsteuerungen generieren Energie aus Tastendruck
Beim Funktaster wird die elektrodynamische Energiewandlung angewandt.
Die elektrische Energie wird aus der Tastenbewegung
erzeugt. Der Hersteller garantiert 50 000 wartungsfreie Schaltzyklen.
Das Schaltmodul selbst ist sehr klein und flach und ermöglicht ansprechende
Schalterdesigns. Viele gekannte Schalterhersteller, wie beispielsweise
Berker, Gira, Jung und Merten setzen inzwischen auf EnOcean und bieten
Einbausätze passend zu ihrem kabelgebundenen Programm an. EnOcean-Taster
benötigen keine Wandeinbaudose, sie lassen sich einfach auf die Wand kleben,
sogar auf eine Glasscheibe oder auf Möbel.
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